Mehr Mut, schönere Gefühle und klares Ziel
Werders Saisonstart gleicht einer Reise ins Ungewisse – Thioune mit klarem Auftrag an seine Spieler
Die Bundesliga geht wieder los und Daniel Thioune hat mit Werder Bremen viel vor. So blickt der Trainer auf die neue Spielzeit.
Die Rechnung ist für Daniel Thioune ganz simpel: „Unser Ziel muss es sein, möglichst schnell die 40 Punkte einzusammeln. Es ergibt sehr viel Sinn, demütig an diese Saison heranzugehen, keine großen Ziele auszurufen – aber sich klar an einem Ziel zu orientieren.“ In der vergangenen Spielzeit war selbst dieses für Werder Bremen unerreichbar geblieben, der Klassenerhalt gelang letztlich trotzdem. Irgendwie. So wurde der GAU vermieden, doch die Hoffnung auf eine bessere sportliche Zukunft steht aktuell noch auf ziemlich wackeligen Beinen.
Ab sofort gibt es wieder Antworten, die Zeit des Vorgeplänkels ist vorbei. Am Sonntag (15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) beginnt auch für den SV Werder Bremen wieder die Bundesliga, die erste Prüfung beim SC Freiburg hat es direkt in sich. Der Coach will im Breisgau sehen, dass seine Mannschaft mittlerweile in der Lage ist, ein gänzlich anderes Gesicht zu zeigen als noch vor einigen Monaten.
„Höhere Resilienz, höhere Qualität“: Daniel Thioune formuliert Plan für Saison des SV Werder Bremen
„Wir wollen wieder ein bisschen mutiger Fußball spielen und insgesamt die Heimspiele wieder so gestalten, dass alle ein gutes Gefühl haben, wenn sie im Stadion sind, und ein noch besseres Gefühl, wenn sie das Stadion wieder verlassen“, sagt Daniel Thioune. Ob sich diese emotionale Komponente am Osterdeich tatsächlich realisieren lässt, wird sich erstmals in einer Woche gegen RB Leipzig (5. September, 15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) zeigen, doch auch in der Fremde will Werder Bremen verständlicherweise optimierter agieren. Und zwar ab sofort.
„Wir wollen grundsätzlich eine höhere Resilienz und Resistenz auf den Platz bringen, eine höhere Qualität auch im Spiel gegen den Ball haben“, skizziert der Trainer des SV Werder Bremen seinen Plan. „Ich fand, dass dieser Prozess angestoßen wurde und auch dazu geführt hat, dass wir in der letzten Saison dann doch drei Mannschaften hinter uns lassen konnten. Wir waren zwar nicht so nah dran, aber auch nicht so weit weg.“
Daniel Thioune will wieder begeistern: So schaut der Trainer auf die neue Saison des SV Werder Bremen
Und doch haben sich die negativen Ereignisse an der Weser ins kollektive Gedächtnis eingefressen. Sie dienen als Warnung und Antrieb, es unbedingt besser zu machen. Aber sie schüren auch Zweifel, ob wirklich der Umschwung gelingen kann. Bei manchen Fans des SV Werder Bremen, aber auch etlichen TV-Fachleuten. „Noch kann ich niemandem verwehren, dass man uns vielleicht unten in der Tabelle handelt“, meint Daniel Thioune, „aber schön ist, dass nicht die Experten dafür verantwortlich sind, sondern wir – und wir sind bereit und wollen definitiv für eine Überraschung sorgen.“
Forsche Worte des 52-Jährigen, der den gleichen Mut aber auch von seinen Spielern einfordert. „Es geht nicht darum, ein Fußballspiel nicht zu verlieren, sondern es zu gewinnen“, bekräftigt er. Daniel Thioune ahnt gleichwohl, dass der Weg hin zu seiner Idealvorstellung vom Werder-Fußball noch einige zurückzulegende Meter erfordert. „Im besten Fall geht es schnell diagonal, vertikal, in die Tiefe und in die Breite, und erst dann wieder zurück. Ich glaube, dass sich die Fans und Zuschauer darauf einstellen dürfen“, sagt der Chefcoach des SV Werder Bremen vor dem Spiel beim SC Freiburg (live im TV). „Worauf sie sich aber auch einstellen dürfen, ist, dass es ein wenig Zeit braucht.“ (mbü)
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