Neue Struktur im Werder-Team

Friedl bleibt Werder-Kapitän – doch Thioune schafft den Mannschaftsrat ab

Trainer Daniel Thioune bestätigt: Marco Friedl bleibt Kapitän des SV Werder Bremen! Dafür gibt es künftig keinen Mannschaftsrat mehr beim SVW!

Ein kleines Fragezeichen hatte es noch gegeben, aber das hat Daniel Thioune nun unmissverständlich aus dem Wege geräumt. „Marco Friedl ist und bleibt der Mannschaftskapitän beim SV Werder Bremen“, betonte der Chefcoach des Bundesligisten am Donnerstag im Vorfeld des Pokalspiels gegen den Lüneburger SK (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker). „Wir haben während des Trainingslagers in Harsewinkel gesprochen, noch einmal seine Rolle und meine Erwartungshaltung definiert.“ Ergebnis: Friedl wird auch künftig „mein Wingman, mein Spiegel“ sein, wie es Thioune nannte. Komplett ohne Veränderungen geht es bei den Bremern aber nicht vonstatten, denn der 52-Jährige krempelt hinter den Kulissen ordentlich die Gegebenheiten um: So hat Thioune den klassischen Mannschaftsrat abgeschafft.

Marco Friedl ist auch in der neuen Saison weiterhin Kapitän des SV Werder Bremen.

Werder Bremens Daniel Thioune über den Mannschaftsrat: „Ich finde ihn etwas überbewertet“

„Ich finde ihn etwas überbewertet. Drei Spieler reichen mir erst einmal“, sagte Daniel Thioune, der dafür neben Marco Friedl auch dessen Vize-Kapitäne einbezieht. Wer genau die beiden Stellvertreter des Österreichers sein werden, steht noch nicht final fest – weil es bei Werder Bremen derzeit allerlei personelle Bewegungen gibt. So sind allein in dieser Woche Eren Dinkci und Niclas Füllkrug neu hinzugekommen, während in anderen Fällen noch gar nicht feststeht, ob ein Profi tatsächlich an der Weser bleibt. Im Falle von Jens Stage etwa. Deshalb werde sich Thioune erst Ende des Monats auf die Vize-Kapitäne festlegen.

Doch bei diesem Konstrukt allein muss es nicht bleiben. „Vielleicht werde ich dann irgendwann noch einmal eine Leadership-Group ins Leben rufen, weil wir auf Augenhöhe viel miteinander besprechen können“, meinte der Coach des SV Werder Bremen. „Und dann werde ich es nicht auf drei, vier, fünf oder sechs Spieler reduzieren, sondern ich nehme mir die Jungs, wie ich sie brauche. Wo ich vielleicht auch jemanden finde, der etwas kritischer ist. Das kann man nicht immer so abbilden, wie man möchte, wenn man den Kreis auf fünf, sechs Spieler beschränkt.“

Eine Erfahrung, die sich bei Daniel Thioune während der vergangenen zehn Jahre seiner Tätigkeit herauskristallisiert habe. „Entweder definiert die Mannschaft den Mannschaftsrat, was häufig mit Sympathien zu tun hat, oder es tut der Trainer, der vielleicht das Gefühl hat, er müsste einen Kreis um sich schaffen, der zuträglich für seine Arbeitsweise ist“, erklärte der Übungsleiter des SV Werder Bremen. „Ich sehe es als Büffet und nehme mir das, was ich brauche.“

Werder Bremens Daniel Thioune: „Jeder ist bei uns grundsätzlich willkommen, darf etwas sagen – und das erwarte ich auch“

Sollte es demnächst Signale vom Kapitän und dessen Mitstreitern geben, dass ein anderes Modell womöglich doch sachdienlicher sei, könne es nochmal zu Änderungen kommen. Aber: „Auch im Gespräch mit Marco ging es darum, dass sie nicht bei mir im Büro mit sechs Leuten sitzen müssen, um mit mir etwas zu besprechen“, sagte Daniel Thioune – und der Trainer des SV Werder Bremen präzisierte: „Eine Leadership-Group definiert sich nicht darüber, DFB-Pokal-Prämien auszuhandeln, sondern darüber, wie mit den Medien umgegangen wird, welch Ansprechpartner ich in guten wie in schlechten Zeiten bin oder wie ich mit jungen Spielern umgehe. Da können wir uns alle weiterentwickeln. Jeder ist bei uns grundsätzlich willkommen, darf etwas sagen – und das erwarte ich auch.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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