Werders Transfer-Plan
Deadline für Abgänge? Wie sich Werder bei Stage, Schmid und Coulibaly präpariert – und was auf den Außen passieren soll
Jens Stage, Romano Schmid und Karim Coulibaly: Setzt sich Werder Bremen eine Deadline für mögliche Abgänge? Das ist der Bremer Transfer-Plan!
Es war ein Moment, der manch Fan am Trainingsplatz kurz aufschrecken ließ. Die Einheit am Mittwochvormittag befand sich bereits in den letzten Zügen, als plötzlich Jens Stage mit dem Golfcart gen Kabinentrakt gefahren wurde. Die Entwarnung folgte schnell. Eine Vorsichtsmaßnahme hatte nach DeichStube-Informationen dazu geführt, dass der Mittelfeldspieler nicht laufen musste. Die besorgten Blicke der Zaungäste zeigten aber, dass sie sich den SV Werder Bremen ohne den Dänen nur ungern vorstellen wollen. Kurz- und auch langfristig. Seit Wochen schon wird über einen Abgang des 29-Jährigen zur TSG Hoffenheim spekuliert, doch neue Bewegung gibt es bislang nicht. Doch wie lange kann es sich Werder überhaupt erlauben, auszuharren und auf attraktive Offerten für Spieler wie Stage, Romano Schmid oder auch Karim Coulibaly zu warten?
Werder Bremens Clemens Fritz über eine mögliche interne Deadline: „Es gibt keinen Tag X, den wir für uns bestimmt haben“
Eines steht fest: Eine Deadline wurde bislang nicht gesetzt. „Es gibt keinen Tag X, den wir für uns bestimmt haben“, betont Clemens Fritz, Geschäftsführer Fußball des SV Werder Bremen, im Gespräch mit der DeichStube, versichert aber auch: „Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet, weil es schlecht wäre, wenn uns ein Spieler spät verlässt und wir dann nicht mehr handeln könnten.“
Bis zum 1. September um 20 Uhr ist das Transferfenster in den Top-5-Ligen geöffnet – und auch wenn Werder Bremen aus der Vergangenheit reichlich Erfahrung darin hat, auf den allerletzten Metern noch Personalentscheidungen in die eine oder andere Richtung zu treffen, darf der Endspurt in etwas mehr als vier Wochen nach eigenem Geschmack gern etwas ruhiger ausfallen. „Es ist weiterhin unser Bestreben, die Mannschaft bis zum Pokalspiel gegen Lüneburg zusammenzuhaben“, sagt Clemens Fritz. Heißt: bis zum 22. August.
Weder auf der Abgangs- noch auf der Zugangsseite steht beim SV Werder Bremen ein Wechsel unmittelbar bevor
Momentan ist jedoch alles ruhig. Auch am Mittwoch galt das, was schon seit einigen Tagen gilt: Weder auf der Abgangs- noch auf der Zugangsseite steht beim SV Werder Bremen ein Wechsel unmittelbar bevor. Also auch nicht im Fall von Karim Coulibaly, dessen anvisierter Transfer viel Geld in die Bremer Kassen spülen soll. Und eventuell auch dazu führen würde, dass Leistungsträger wie Jens Stage (Vertrag bis 2028) und Romano Schmid (Vertrag bis 2027) gar nicht abgegeben werden müssten, um Millioneneinnahmen zu generieren.
Chefcoach Daniel Thioune machte zuletzt noch einmal deutlich, wie ungern er auf den Toptorschützen des SV Werder Bremen der beiden vergangenen Saisons verzichten möchte. „Ich würde mich freuen, wenn Jens in der neuen Saison oder auch darüber hinaus noch länger grün-weiße Farben trägt. Er soll auch mal darüber nachdenken, wie viele Fans wir dann haben und wie leer das Stadion in Sinsheim ist“, hatte er während einer Fan-Fragestunde im Zillertal erklärt und damit einige Lacher geerntet. „Aber darum geht es auch gar nicht. Jens verdient aufgrund der letzten Jahre maximalen Respekt und Wertschätzung. Wenn sich dann ein Fußballer Gedanken macht über seine Zukunft, ist das völlig legitim. Es liegt an uns, ihn davon zu überzeugen, dass dies der beste Platz für ihn ist.“
Werder Bremen fahndet weiterhin nach einem zusätzlichen Stürmer, einem Mann fürs Mittelfeld und einem Außenbahnspieler
Überzeugende Argumente braucht es auch noch in anderen Bereichen. Werder Bremen fahndet weiterhin nach einem zusätzlichen Stürmer und einem Mann fürs Mittelfeld, auch auf den Außenbahnen soll noch etwas passieren. Für die Flügel sind aktuell Olivier Deman, Felix Agu und Mitchell Weiser vorgesehen. Bei Letzterem gilt es allerdings noch abzuwarten, wie schnell nach auskuriertem Kreuzbandriss wirklich wieder Leistungsfußball möglich ist. Wahrscheinlich ist deshalb nach aktuellem Stand, dass Deman auf der linken Seite gesetzt ist, während Agu als flexibel einsetzbarer Außenverteidiger den rechten Part zum Saisonstart übernimmt – sofern denn auch er fit ist.
Da obendrein das Geld für eine große Lösung im Budget des SV Werder Bremen fehlt, könnte dem Vernehmen nach ein junger Perspektivspieler – momentan womöglich eher für die linke als die rechte Seite – als Herausforderer geholt werden. Vorherige angedachte Lösungen wie Elias Baum oder Lasse Günther zerschlugen sich, nach DeichStube-Informationen auch aufgrund der finanziellen Mittel. Daher ist Flexibilität gefragt. In jeglicher Hinsicht. Ganz theoretisch könnten auch vorhandene Profis wie Marco Grüll oder Julian Malatini aushelfen, wenn personell der Schuh drückt. Beide haben dies in der Vergangenheit bereits getan. Der gewünschte Erfolg trat dabei allerdings selten ein, was die Bedeutung dieses Mannschaftsteils weiter unterstreicht. (mbü)
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