Transfer offiziell
Rückkehr des „verlorenen Sohnes“: Noch-Werder-Profi Leonardo Bittencourt hat neuen Club gefunden
Fußball-Romantik pur: Leonardo Bittencourt wird nach seinem Abgang vom SV Werder Bremen zu Jugendclub Energie Cottbus zurückkehren. Alle Infos.
Offiziell steht Leonardo Bittencourt noch beim SV Werder Bremen unter Vertrag, erst am Monatsende werden sich die Wege zwischen Spieler und Verein nach sieben Jahren endgültig trennen. Für die Zeit danach hat der Mittelfeldakteur nun die entscheidenden Weichen gestellt und einen neuen Arbeitgeber gefunden: Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus. Der Club aus der Lausitz hat den ablösefreien Wechsel am Donnerstag erst mit einem Video in den sozialen Medien, das in Windeseile viral ging, angedeutet und wenig später stolz vermeldet.
Rückkehr zum Jugendclub: Leonardo Bittencourt vor Wechsel vom SV Werder Bremen zu Energie Cottbus
In Märchenform war in dem Clip die „Geschicht‘ vom verlorenen Sohn“ erzählt worden, auch Hinweise auf Vater Franklin Bittencourt, der früher ebenfalls in Cottbus spielte, gab es. Sohnemann Leonardo Bittencourt war einst zwölf Jahre lang beim FC Energie ausgebildet worden, ehe er andernorts seine Bundesligakarriere vorantrieb – und dabei nirgends so lange blieb wie bei Werder Bremen. Doch er hatte nie einen Hehl daraus gemacht, wie sehr ihm Cottbus am Herzen liegt. Das freut auch den dortigen Trainer Claus-Dieter Wollitz.
„Dass Leo und ich eine ganz besondere Beziehung haben, das ist bekannt und wir haben bis heute immer einen engen Kontakt gehalten. Ich habe ihn damals im Training gesehen und war fasziniert von dieser Unbekümmertheit und seiner einzigartigen Art mit dem Ball umzugehen“, sagt der 60-Jährige. „Das ist Fußball, wie ich ihn liebe. Ich habe ihn damals entgegen anderen Meinungen in die Profimannschaft geholt und spielen lassen. Sein Weg danach sagt alles aus. Dass mit unserem Aufstieg jetzt eine Rückkehr realisiert werden konnte, das ist für den Club, für ihn und auch für uns eine wunderbare Geschichte im Fußball.“ Leonardo Bittencourt wird nicht nur als Spieler in Cottbus wirken, der 32-Jährige soll im Anschluss an seine Karriere auch „in verantwortungsvoller Funktion“ tätig sein, wie der Verein mitteilte.
Leonardo Bittencourt lässt Fußballromantik siegen: Mittelfeldspieler von Werder Bremen kehrt zu Energie Cottbus zurück
Kurios: Ein Wiedersehen mit dem SV Werder Bremen wird es somit recht schnell geben, denn schon am 1. August stehen sich beide Vereine für ein bereits vereinbartes Freundschaftsspiel in Brandenburg gegenüber. Noch vor wenigen Monaten hatte Coach Wollitz übrigens selbst noch nicht richtig an eine Rückholaktion des Profis vom SV Werder Bremen geglaubt und im Scherz gesagt: „Also, wenn Leo sich wirklich vorstellen kann, seine Karriere bei uns zu beenden, ist er jederzeit herzlich willkommen. Ich würde ihn sogar mit dem Auto abholen. Da würde er schon mal Fahrtkosten sparen, und ich würde ihm und seiner Familie noch zweimal täglich warmes Essen spendieren“, hatte der 60-Jährige erklärt. „Sonst glaube ich aber, dass das finanziell kompliziert wird. Und Leo hat sicher auch andere Möglichkeiten, auf hohem Niveau zu spielen.“ Am Ende ließ Leonardo Bittencourt dann aber doch die Fußball-Romantik siegen… (mbü)
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