Nach Vertragsentscheidung bei Werder
Steffen erklärt Bittencourts geringe Einsatzzeiten – Cottbus-Trainer Wollitz mit kuriosem Angebot für Werder-Profi
Leonardo Bittencourt und Werder Bremen gehen spätestens im Sommer getrennte Wege - von Ex-Trainer „Pelle“ Wollitz gibt es jetzt ein kurioses Angebot!
Bremen – Die Nachricht, dass Leonardo Bittencourt den SV Werder Bremen spätestens am Saisonende mit Ablauf seines Vertrags verlassen wird, hat unter der Woche für Aufsehen gesorgt. Schließlich gehörte der Deutsch-Brasilianer in den vergangenen sechseinhalb Jahren zu den prägenden Gesichtern des Clubs. Die Betonung liegt dabei aktuell allerdings eher auf der Vergangenheitsform, denn wirklich viel zum Einsatz kam der 31-Jährige zuletzt nicht mehr: Gerade einmal vier Einsatzminuten bei der 0:2-Niederlage bei RB Leipzig stehen für ihn aus den vergangenen sechs Partien zu Buche. Ein Umstand, der am so ehrgeizigen Profi selbstverständlich nicht spurlos vorbeigeht – wie auch Werders Cheftrainer Horst Steffen auf der Pressekonferenz vor dem letzten Heimspiel des Jahres gegen den VfB Stuttgart (Sonntag, 19.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) betonte: „Bei mir hat er weniger Spielzeit bekommen als vorher, das macht ihn natürlich nicht glücklich.“
Werder Bremens Horst Steffen über Leonardo Bittencourt: „Es ist immer auch traurig, wenn eine Zeit zu Ende geht“
Die Aussicht auf weiter geringe Einsatzzeiten dürfte in den Gesprächen zwischen Leonardo Bittencourt und dem Verein eine nicht unwesentliche Rolle gespielt und somit maßgeblich zur einvernehmlichen Trennung im kommenden Sommer geführt haben. „Das muss man Leo fragen, ob ich in seiner Entscheidung eine Rolle gespielt habe“, sagte Steffen. „Er hat hier eine Menge erlebt und mitgemacht. Es ist immer auch traurig, wenn eine Zeit zu Ende geht.“ Nach Informationen der DeichStube ist es sogar möglich, dass es im Fall eines für beide Seiten passenden Angebots bereits im Winter zu einer vorzeitigen Trennung kommen kann. Das Interesse am erfahrenen Mittelfeldspieler dürfte spätestens im Sommer nicht gering sein. Schon jetzt wurde Claus-Dieter „Pelle“ Wollitz, Trainer von Bittencourts Heimatverein Energie Cottbus (3. Liga), zu einer möglichen Rückholaktion des gebürtigen Lausitzers befragt – und antwortete mit einem Augenzwinkern: „Wenn er möchte, dann hole ich ihn auch ab, damit er schon mal die Fahrtkosten spart. Ich spendiere ihm auch einmal eine warme Mahlzeit am Tag. Alles Weitere wird vermutlich in der Darstellung des Finanziellen kompliziert werden.“
So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart aussehen!
Werder Bremens Horst Steffen über Leonardo Bittencourt: „Ich sehe, dass er weiter das Team anführen will. Das darf gerne so weitergehen“
Doch auch wenn es (noch) nicht zur vorzeitigen Rückkehr zu Energie Cottbus kommen sollte, hat Claus-Dieter „Pelle“ Wollitz einen klaren Wunsch für die Zukunft des Routiniers des SV Werder Bremen: „Ich habe auch etwas mit Amerika gelesen. Dann hoffe ich, dass er dort in das Team von Thomas Müller wechselt – das würde meiner Meinung nach sehr gut matchen, da beide zwei klasse Typen sind.“
Bis es soweit ist, wird Leonardo Bittencourt jedoch erstmal für Werder Bremen aktiv sein – und soll trotz der zuletzt geringen Einsatzzeiten weiterhin eine wichtige Rolle innerhalb der Mannschaft einnehmen, wie Horst Steffen klarstellte: „Ich sehe, dass er weiter das Team anführen will, Kommandos gibt, sich einbringt und sich in den Dienst der Mannschaft stellt. Das darf gerne so weitergehen.“ Immer wieder wird sowohl aus Teilen der Mannschaft als auch von Steffen die Bedeutung eines Charakters wie Bittencourt für die Kabine betont. Dass er selbst aber auch gerne wieder auf dem Platz Akzente setzen möchte, liegt auf der Hand. Laut Steffen ist das vor allem wegen der großen Konkurrenz auf der Doppelsechs mit den gesetzten Jens Stage und Senne Lynen jedoch nicht einfach: „Andere Jungs machen es aktuell auf seiner Position eben besser. Das Zentrum ist sehr ordentlich unterwegs, weshalb ich dort nicht wirklich viel wechsle“, so Steffen, der vor Werders Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (live im TV) ergänzt: „Das geht dann eben auf Kosten von Leos Einsatzzeit.“ (bvo)
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