Überzeugender Auftritt gegen Bayer 04
Erst robust, dann elegant - Marco Friedl nutzt seine Chance
Leverkusen - Spätestens in der 37. Minute bestand kein Zweifel mehr: Marco Friedl war angekommen in diesem Spiel. Und wie! Nach zuvor gewonnenen Zweikämpfen und wichtigen Rettungstaten wählte der 21-Jährige plötzlich die ganz feine Klinge. Elegant fing Friedl einen gegnerischen Pass ab, indem er den Ball mit dem rechten Fuß hinter seinem Standbein entlangzog - und Leverkusens Stürmer Kevin Volland damit ins Leere laufen ließ.
Nervosität? Verunsicherung nach dem schwachen Auftritt im Hinspiel? Davon war beim Werder-Verteidiger während des 3:1-Erfolgs in Leverkusen rein gar nichts zu spüren. „Ich weiß natürlich, wie für mich das Hinspiel gelaufen ist“, sagte Friedl, der beim 2:6 im Oktober keine gute Figur gemacht hatte, „aber vor dem Rückspiel habe ich mich nur auf mich konzentriert. Das ist mir gut gelungen.“ Ist es. So gut sogar, dass Trainer Florian Kohfeldt dem österreichischen U21-Nationalspieler für die Zukunft einen Stammplatz in Aussicht stellte.
Marco Friedl: Seine Karriere in Bildern




Kohfeldt will Friedl unbedingt behalten
„Marco hat realistische Chancen, sich bei uns in der nächste Saison zum Stammspieler zu entwickeln“, hielt Kohfeldt fest. „Die Grundfähigkeit dafür hat er. Er hat Geschwindigkeit, er hat Passschärfe“, zählte der Coach auf - und betonte: „Ich will ihn unbedingt behalten.“ Friedl ist bekanntlich nur ausgeliehen, im Sommer läuft die Vereinbarung mit dem FC Bayern aus. Werders Sportchef Frank Baumann hat das Bremer Interesse an einer festen Verpflichtung des Verteidigers bereits an der Säbener Straße hinterlegt.
Auch der Spieler selbst kann sich eine Zukunft in Bremen vorstellen. Das deutete er nach dem Leverkusen-Spiel zumindest an: „Die Gespräche laufen. Ich fühle mich wohl in Bremen, die Mannschaft gefällt mir und das Trainerteam auch.“ Zwar sei noch einiges zu klären, Friedl nannte diese Punkte allerdings „Kleinigkeiten“. Gut möglich also, dass Werder das Talent ab der neuen Saison fest an sich binden kann.
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Kapitän Kruse lobt Friedl
Kapitän Max Kruse würde das freuen. „Nach dem Hinspiel war es für ihn heute nicht gerade einfach, denn er hatte das sicher im Hinterkopf“, sagte er - und lobte: „Aber er hat gezeigt, dass er in seinen jungen Jahren auf diesem Niveau spielen kann.“ Als Innenverteidiger an der Seite von Niklas Moisander hatte sich Friedl sichtlich wohl gefühlt.
Es tut gut, Niklas neben mir zu haben. Er coacht über das ganze Spiel. Das ist für einen jungen Spieler wie mich sehr wichtig“, sagte er. Generell scheint dem Österreicher die Rolle im Abwehrzentrum etwas besser zu gefallen als die des linken Verteidigers, die er ebenfalls spielen kann. Für Kohfeldt ist es gerade diese Vielseitigkeit, die Friedl so wertvoll macht. Und deshalb legte sich der Trainer auch fest: „Seine Spielanteile werden sukzessive steigen, keine Frage.“
Inzwischen hat Marco Friedl seinen Vertrag bei Werder Bremen verlängert und hat mit seiner Unterschrift in Bremen seine Zukunft auch an Trainer Florian Kohfeldt geknüpft.