Nach Steffen-Entlassung

So läuft Werders Trainersuche: Favoriten stehen intern fest, Vollzug bestenfalls schon zu Wochenbeginn

Nach der Entlassung von Horst Steffen ist der SV Werder Bremen auf der Suche nach einem neuen Trainer - die Favoriten stehen intern bereits fest!

Es war exakt 9.45 Uhr als Clemens Fritz am Sonntagmorgen die Heimkabine des Bremer Weserstadions betrat, um der Mannschaft eine Mitteilung zu machen, mit der nicht wenige Fans, Beobachter und vermutlich auch Spieler bereits gerechnet hatten: Horst Steffen ist nicht länger Trainer des SV Werder Bremen. Mit ruhigen, sachlichen Worten, so ist zu hören, soll der Sportchef die Gründe für die Trennung dargelegt haben, dann war es an Steffen, sich von den Profis nach nur siebenmonatiger Amtszeit zu verabschieden. Nahezu zeitgleich, um 9.51 Uhr, schickte der SV Werder die Nachricht von der Freistellung des 56-Jährigen in die Welt – und damit unausgesprochen die drängende Frage: Und jetzt?

Suche nach einem neuen Trainer: Werder Bremen favorisiert eine externe Lösung

Übergangsweise haben die beiden bisherigen Co-Trainer Raphael Duarte und Christian Groß das Team übernommen, eine Dauerlösung ist das aber explizit nicht, wie Clemens Fritz am Sonntagvormittag in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz erklärte. „Unser Ziel ist es ganz klar, eine externe Lösung zu finden“, sagte der Ex-Profi. Bedeutet: Auch Werders U19-Coach Cedric Makiadi sowie Frauen-Trainerin Fritzy Kromp zählen nicht zum Kandidatenkreis. Nach Informationen der DeichStube fährt Werder Bremen bei der Trainersuche zwar noch mehrgleisig, hat mittlerweile aber zwei Favoriten für den Posten auserkoren, mit denen nun intensive Gespräche geführt werden.

Werder-Bremen-Sportchef Clemens Fritz muss nach der Entlassung von Horst Steffen einen neuen Trainer finden - und favorisiert dabei eine externe Lösung!

Nach dem 0:2 gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Dienstag hatten die Verantwortlichen hinter den Kulissen damit begonnen, sich intensiv mit einer möglichen Steffen-Nachfolge zu beschäftigen – für den Fall, dass auch gegen Borussia Mönchengladbach die Wende nicht gelingen sollte. Am Ende war das Last-Minute-1:1 das zehnte sieglose Spiel am Stück – zu wenig für den Rheinländer. Sein Nachfolger soll nun zeitnah am Osterdeich aufschlagen, damit kein sportliches Vakuum, dafür aber der dringend benötigte neue Aufschwung entsteht. Nach DeichStube-Infos verfolgt Werder Bremen den Plan, den neuen Mann möglichst schon zu Wochenbeginn zu präsentieren, auch wenn Clemens Fritz am Sonntag nicht ausschloss, dass Duarte und Groß die Mannschaft während des anstehenden Auswärtsspiels beim SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) noch betreuen.

Werder Bremens Clemens Fritz: „Wir haben das Profil für uns klar umrissen und wissen, was wir jetzt brauchen“

Was das Ausschreibungsprofil für den Chefcoach-Posten angeht, hielt sich der Sportchef am Sonntag mehr als bedeckt. „Wir haben das Profil für uns klar umrissen und wissen, was wir jetzt brauchen. Darüber möchte ich nach außen aber keine Informationen geben“, sagte Clemens Fritz, der durchaus Erfahrung mit der Trainersuche hat. Zur Erinnerung: Erst im vergangenen Sommer hatte er Horst Steffen nach der Entlassung von Ole Werner bei Zweitligist SV Elversberg losgeeist, davor aber auch mit vielen anderen Kandidaten Gespräche geführt – unter anderem mit Marco Rose, der damals jedoch kein Interesse an einem Engagement beim SV Werder Bremen signalisierte und auch jetzt keine ernste Spur sein soll. Ganz weit oben auf der Bremer Liste stand vor der Saison der Name Danny Röhl. Inzwischen ist der 36-Jährige aber mit den Glasgow Rangers erfolgreich und entsprechend nicht zu haben. Auch Sommer-Kandidat Lukas Kwasniok steht andernorts, nämlich beim Liga-Rivalen 1. FC Köln, unter Vertrag.

Nicht ausgeschlossen ist zudem, dass Werder Bremen zunächst nicht auf eine Perspektiv-, sondern ob der sportlich brenzligen Lage auf eine klassische Feuerwehrmann-Lösung bis zum Saisonende setzt. „Das könnte eine Option sein“, sagte Clemens Fritz, der die Aufgabe für den neuen Trainer so umreißt: „Entscheidend ist, dass wir die Klasse halten. Das hat absolute Priorität.“ Was für einen Trainer sprechen könnte, der über Erfahrung in vergleichbaren Situationen verfügt und die Bundesliga bestenfalls schon kennt. (dco)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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