Werder-Frauen gegen HSV
Rekord – und neue Rivalität? Werder-Frauen schreiben mit erstem Nordderby gegen den HSV Bundesliga-Geschichte
Die Frauen des SV Werder Bremen spielen Samstag (im DeichStube-Liveticker) erstmals in der Bundesliga gegen den HSV - der Beginn einer neuen Rivalität? So blicken Trainerin Fritzy Kromp und Co. auf das Rekord-Spiel.
Bremen – Der Rekord wurde im Vorverkauf längst geknackt. Wenn die Fußballerinnen des SV Werder Bremen den Hamburger SV am Samstag (17.45 Uhr/DeichStube-Liveticker) zum ersten Nordderby in der Historie der Frauen-Bundesliga empfangen, wird Geschichte geschrieben. Der im Vorjahr aufgestellte Zuschauerrekord von 22.721 Fans wird geradezu pulverisiert. Mehr als 31.300 Tickets waren bis Donnerstagmittag bereits verkauft, die Zahl wird noch weiter steigen – und dann erwartet das Weserstadion die (mal wieder) größte Kulisse, die es für ein Frauenfußballspiel bisher in Bremen gegeben hat.
Werder Bremen gegen den HSV: Erstes Nordderby in der Frauen-Bundesliga - der Beginn einer neuen Rivalität?
„Wir versuchen uns zu sagen, dass es ein normales Bundesliga-Spiel ist, aber am Ende sind wir ehrlich und wissen: Das ist es nicht. Das ist etwas ganz Besonderes“, sagt Friederike „Fritzy“ Kromp als Trainerin der Werder-Frauen auf der Spieltags-Pressekonferenz. Auch Abteilungsleiterin Birte Brüggemann erklärt nicht ohne Stolz auf das inzwischen vierte Weserstadion-Spiel der Werder-Frauen in vier Jahren mit immer wachsenden Zuschauerzahlen: „Diese Dimension ist ein Symbol unserer Weiterentwicklung.“
Klar scheint dabei: Werder Bremen und der HSV – das elektrisiert die Massen, das hat eine fast schon natürliche Brisanz. Dabei ist die vom Männerfußball bekannte und zwischen den Fanlagern schier ewig währende Gegnerschaft im Frauenfußball bisher quasi inexistent. Die Clubs sind sich schließlich in der Bundesliga noch nie über den Weg gelaufen. Rivalität gebe es daher „tatsächlich sehr wenig“, sagt Birte Brüggemann, ein Urgestein in der 18-jährigen Geschichte der Werder-Frauen. „Die sportliche Rivalität ist wie zu jedem Gegner sehr friedlich und nicht missgünstig.“ Eine spannende Konkurrenz ist auch für die Zukunft sehr erwünscht, nur dürfe sie auch unter den Fans niemals in „Hass und Aggression überschwappen“.
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Werder-Frauen vor Highlight-Spiel gegen HSV: „Etwas ganz Besonderes - aufsaugen, genießen, in Energie ummünzen“
Inzwischen nimmt die gemeinsame Geschichte der beiden Club-Sparten immerhin Fahrt auf. Erst im März hatten sich die Werder-Frauen im DFB-Pokal-Halbfinale auswärts im mit 57.000 Fans ausverkauften Volksparkstadion knapp gegen die damals noch zweitklassigen HSV-Frauen durchgesetzt (3:1 n.V.), jetzt treffen sie als Tabellennachbarn in der Bundesliga aufeinander. Kromp setzt dafür auf einen dominanten Auftritt gegen den Aufsteiger und will mit viel Ballbesitz einen erwartet tiefstehenden Abwehrriegel knacken: „Wir brauchen Geduld, ein gutes Positionsspiel, viel Präzision in unserem Passspiel und werden Lösungen finden müssen, um dieses Bollwerk zu knacken.“
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Natürlich wird auch der Kopf eine Rolle spielen. Auf die nach wie vor alles andere als alltägliche Kulisse muss das Team vorbereitet sein. „Unsere Psychologin wird einen wichtigen Part spielen“, sagt die Trainerin des SV Werder Bremen. „Dann wird es darum gehen, die Anspannung hochzufahren, aber auch sich zu sammeln und nicht in Schockstarre zu verfallen, weil man erst mal total überwältigt wird von Emotionen und der Lautstärke.“ Die Kulisse und die Erwartungshaltung der Fans bedeute Druck – „und eine Verantwortung, der wir gerecht werden wollen“. Doch von genau solchen Momenten träume man als Fußballerin oder Trainerin. „Das ist etwas ganz Besonderes. Das gilt es aufzusaugen, zu genießen und in positive Energie umzumünzen.“ (han)
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