Schalke 04 gegen Werder Bremen
Einzelkritik: Johannsson ist zwei Mal hellwach
Gelsenkirchen - Schalke 04 leistete sich gegen Werder Bremen einen unerwarteten Heim-Patzer. Die Hansestädter zeigten nicht ihren besten Fußball in dieser Saison, am Ende zählt jedoch das Ergebnis: 2:1. Die Werder-Profis in der Einzelkritik.
Jiri Pavlenka: Er wollte den harmlosen Schuss von Konoplyanka festhalten – und plötzlich war der Ball drin (24.). Der Alptraum für einen Torwart und Pavlenkas bislang größter Fehler als Werder-Keeper. Doch er wurde nicht zittrig – im Gegenteil, nach der Pause noch mit ordentlichen Paraden. Note 4,5
Theodor Gebre Selassie: Agierte auf der rechten Seite zunächst sehr vorsichtig, weil er offenbar die schnellen Vorstöße von Oczipka fürchtete. Wurde dann aktiver, aber es fehlte noch die Abstimmung mit Vordermann Rashica. Gut bei Standards gegen Naldo. Note 3,5
Milos Veljkovic: Vor dem 0:1 hätte er Konoplyanka mehr attackieren können. Ärgerlich, denn bis dahin war der Serbe in der Innenverteidigung richtig stark gewesen. Hatte danach leichte Schwierigkeiten, wenn er mal rausrücken musste. Note 3,5
Niklas Moisander: Im Hexenkessel Veltins-Arena mit einer Bierruhe. Bemühte sich dabei auch um einen Spielaufbau, was wahrlich nicht einfach war. Note 2,5
Ludwig Augustinsson: Probleme mit dem schnellen Harit, Probleme mit dem eigenen Spiel nach vorne – der Schwede spielte ungewohnt schwach. So war auch sein Freistoß, der trotzdem zum 1:1 führte. Note 4
Thomas Delaney: Rutschte durch den Ausfall nicht nur auf die Sechser-Position, sondern bei Schalker Ballbesitz sogar zwischen die Innenverteidiger – oft als Manndecker von Di Santo. Das machte der Däne richtig gut, auch wenn ihn Di Santo einmal schlecht aussehen ließ (57.). Dafür stets ein Antreiber. Note 3
Maximilian Eggestein: Wie immer Werders laufstärkster Spieler, aber dem Achter fehlte oft das Tempo und das Durchsetzungsvermögen im Spiel nach vorne. Doch das sollte sich kurz vor Schluss ändern. Er riskierte Kopf und Kragen, um den Siegtreffer zu erzielen – und bereitete so das 2:1 vor. Note 3
Jerome Gondorf (bis 70.): Ein etwas unglücklicher Auftritt. Der zweite Achter war zwar sehr engagiert, hatte aber ebenfalls so seine liebe Müh mit Harit und in den entscheidenden Momenten im Spiel nach vorne sprang ihm der Ball weg oder er wurde gefoult. Note 4
Milot Rashica (bis 56.): Traute sich zunächst überhaupt nicht, seine schnellen Beine ins Spiel zu bringen, passte lieber zurück. Auch die Abstimmung mit den Kollegen war (natürlich) noch nicht so gut. Steigerte sich nach einer halben Stunde etwas – ein, zwei gute Hereingaben ohne Abnehmer. Musste trotzdem schon früh Johannsson Platz machen. Note 4
Ishak Belfodil (bis 90.+4): Überraschend in der Startelf und als Linksaußen zu Beginn durchaus auffällig. Doch der Algerier ließ schnell wieder nach, produzierte viele Fehlpässe. Nach der Pause häufiger im Sturmzentrum zu finden, aber zu harmlos im Abschluss (67.). Immerhin brachte seine Aktion die Ampelkarte für Nastasic und den Freistoß zum 1:1. Note 4
Max Kruse: Als Kapitän noch mehr Dirigent als ohnehin schon. Zur Pause mit einer perfekten Passquote (100 Prozent), aber auch ohne richtig gute Bälle in die Tiefe. Doch nach Fährmanns Torwartfehler schlug der Angreifer eiskalt zum 1:1 zu. Note 3
Aron Johannsson (ab 56.): Lange Zeit ein schwacher Joker, der nicht robust genug für die Bundesliga erschien. Aber dann: Nach Fährmanns Fehler setzte er stark nach und ermöglichte das 1:1. Und kurz vor Schluss leitete er mit einem feinen Lupfer die Szene zum Siegtreffer ein. Note 2
Zlatko Junuzovic (ab 70.): Der Kapitän kam spät und traf auch spät. Stark, wie in der Szene nachgesetzt hatte. Note -
Sebastian Langkamp (90.+4): Premiere im Werder-Trikot für den Berliner – allerdings noch ohne Ballokontakt. Note -
Fotostrecke: Werder-Wahnsinn auf Schalke




Schon gelesen?
Junuzovic: „Es war überragend!“ – Die Stimmen zum Werder-Sieg auf Schalke
Pavlenka hat Ruhe, Fährmann braucht Bier
Rashica: „Ich kann mehr zeigen“
Schon gesehen?
Werder-Fans auf Schalke: Wie immer, ganz starker Support!