Schalke 04 gegen Werder Bremen
Pavlenka hat Ruhe, Fährmann braucht Bier
Gelsenkirchen - Es gibt da diesen Begriff, und zugegeben, in der Fußball-Berichterstattung wird er ziemlich inflationär gebraucht: „Ausgerechnet“.
Nach Werders 2:1 (0:1)-Erfolg beim FC Schalke 04 passte er am Samstag aber einmal mehr hervorragend - und zwar beim Blick auf den schwärzesten Bremer Moment des Nachmittags.
Schuss Yevhen Konoplyanka, katastrophaler Fehler Jiri Pavlenka - 1:0 für Schalke. Fehler? Von Pavlenka? Das, was es bei Werder in dieser Saison und vor allem in dieser Form noch gar nicht gegeben hatte, brachte die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt in der Veltins-Arena in Rückstand. Der Tscheche im Bremer Tor ließ einen harmlosen Distanzschuss durch die Finger flutschen, der Ball trudelte danach über die Linie. „Ausgerechnet“ Pavlenka. Der Mann, der zuvor ein ums andere Mal der große Werder-Rückhalt gewesen war, zeigte Schwäche, in einem so wichtigen Spiel. Da war es kein Wunder, dass nach dem Schlusspfiff alle anderen Werder-Profis erleichtert waren. Sie hatten sich schließlich endlich bei Pavlenka revanchiert und die Partie durch Tore von Max Kruse und Zlatko Junuzovic noch gedreht.
„Jeder macht mal Fehler“
„Pavlas hat sich in der Pause für seinen Fehler entschuldigt“, sagte Kruse nach dem Spiel. Das hätte der Schlussmann aber gar nicht gemusst, denn „jeder macht mal Fehler“, betonte Kruse. Ähnlich sah es auch Siegtorschütze Junuzovic. „Fehler passieren, Pavlas hat uns schon so oft gerettet“, erinnerte der Österreicher. Pavlenkas Landsmann Theodor Gebre Selassie hat der Aussetzer des Kollegen im Nachhinein sogar gefreut. „Ich habe zu Pavlas gesagt: Gut, dass es dir heute passiert ist, denn wir haben gewonnen. Jetzt hast du deinen Fehler gemacht, das ist jetzt erledigt, und ab sofort machst du wieder keine mehr.“ Maximilian Eggestein fasste es wie folgt zusammen: „So ist das eben in einer Mannschaft, ein Geben und Nehmen. Ich freue mich einfach, dass wir Pavlas ein paar schwere Nächte ersparen konnten.“
Schalkes Torhüter Ralf Fährmann, der seinerseits vor dem Bremer 1:1 und 2:1 ganz schlecht aussah, dürften solche Nächte nun bevorstehen. Nach der Partie nahm er es aber mit Humor: „Nach ein paar Bier werde ich wohl schlafen können.“
Fotostrecke: Werder-Wahnsinn auf Schalke




Schon gelesen?
Junuzovic: „Es war überragend!“ – Die Stimmen zum Werder-Sieg auf Schalke
Einzelkritik: Johannsson ist zwei Mal hellwach
Schon gesehen?
Werder-Fans vpr der Partie gegen Schalke: Wie immer, ganz starker Support!
