Mittelfeldspieler plötzlich wieder wichtig
„Das Herz der Mannschaft“: Werder feiert Routine von „Rückkehrer“ Bittencourt
Leonardo Bittencourt ist unter Neu-Trainer Daniel Thioune wieder wichtig für Werder Bremen - und erhält nach dem Sieg bei Union Berlin viel Lob!
Eigentlich war Leonardo Bittencourt beim SV Werder Bremen nach seinem feststehenden Sommer-Abgang längst abgeschrieben. Von Ex-Coach Horst Steffen wurde der 32-Jährige aussortiert. Doch das ist Vergangenheit. Unter Neu-Trainer Daniel Thioune ist der Deutsch-Brasilianer plötzlich wieder wichtig und hat nicht nur in der Kabine, sondern auch sportlich einen großen Wert. Bestes Beispiel: Beim Bremer 4:1-Sieg am Sonntag beim 1. FC Union Berlin kam Bittencourt zur zweiten Halbzeit für den gelb-vorbelasteten Keke Topp ins Spiel und half der Mannschaft in Überzahl mit seiner Routine die knappe 2:1-Pausenführung in einen ungefährdeten Erfolg zu verwandeln.
Werder Bremens Daniel Thioune nach Sieg bei Union Berlin: „Wir haben gesehen, welchen Wert auch Leonardo Bittencourt für uns hat“
„Der Start war schwierig, aber dann hatten wir auch das Quäntchen Glück auf unserer Seite, was in den letzten Monaten nicht so auf unserer Seite war“, sagte Leonardo Bittencourt nach dem Abpfiff gegenüber dem vereinseigenen TV-Kanal mit Blick auf den frühen Platzverweis von Unions András Schäfer. „Wir wussten besser, wie wir mit der Überzahl umgehen sollen, haben in der zweiten Halbzeit richtig guten Fußball gespielt und ein sehr erwachsenes Spiel gemacht, ohne wirklich in Gefahr zu geraten – ein Kompliment an die Mannschaft.“ Dabei überzeugte der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen, der kürzlich gegenüber der „Bild“ verriet, dass er im Winter ein Angebot aus Brasilien abgelehnt hatte, nicht nur als Ballverteiler und Ruhepol, sondern hatte auch bei beiden Treffern in Durchgang zwei entscheidend seine Füße im Spiel. Den Bundesliga-Premierentreffer von Youngster Patrice Covic zum 4:1-Endstand legte er mit einem Querpass auf.
„Ich glaube, wir haben gesehen, welchen Wert auch Leonardo Bittencourt für uns hat. Er war bei den beiden Toren beteiligt, hat Räume aufgezogen, hat bravourös mitverteidigt“, gab es anschließend ein Extra-Lob von Daniel Thioune. Einen Tag nach der Partie legte der 51-jährige Cheftrainer des SV Werder Bremen in einer Medienrunde sogar noch nach: „Das Spiel in Berlin war prädestiniert dafür, dass Zentrum mit unseren besten Fußballern zu überladen. Und darüber, dass Leo zu unseren besten Fußballern gehört, lasse ich nicht mit mir streiten.“
Werder Bremens Patrice Covic über Leonardo Bittencourt: „Leo ist ein Top-Typ und ein Top-Spieler. Er ist das Herz der Mannschaft“
Wie beliebt und wichtig der zuletzt dreimal in Folge eingewechselte Leonardo Bittencourt bei Werder Bremen noch immer ist, zeigte sich auch beim Torjubel im Stadion an der Alten Försterei, als der gebürtige Leipziger von seinen Teamkollegen besonders innig umarmt wurde. „Leo ist ein Top-Typ und ein Top-Spieler. Ich würde sagen: Er ist das Herz der Mannschaft“, schwärmte Patrice Covic hinterher – und fügte an: „Jeder versteht sich sehr, sehr gut mit ihm. Er hält die Truppe sehr gut zusammen. Deshalb kann ich schon verstehen, wenn da viel Liebe an ihn geht.“ Und vermutlich dürfte es deshalb in den kommenden Wochen neben Streicheleinheiten auch weitere Einsätze für Leonardo Bittencourt geben. (mwi)
Rubriklistenbild: © gumzmedia
