Bei Niederlage am Sonntag

„Danke an die Taube“: Gefiederter Besucher irritiert Werder-Profis vor kuriosem Gegentor gegen Mainz

Bei der Niederlage am Sonntag lässt sich Werder Bremen vor einem frühen Gegentor kurios ablenken. Der FSV Mainz 05 bedankt sich bei einer Taube.

Für einen Moment wirkte Marco Grüll sichtlich irritiert, schließlich wanderte da gerade eine Taube über den Rasen des Weserstadions. Der Angreifer des SV Werder Bremen machte einen Schritt in Richtung des Tieres, doch der gefiederte Besucher ließ sich einfach nicht vertreiben. Mit Folgen. Sekundenbruchteile später führten die Gäste vom 1. FSV Mainz 05 einen Einwurf schnell aus, Grüll und auch Yukinari Sugawara kamen überhaupt nicht mehr in den Zweikampf – und das Unheil in Form des ersten Gegentores nahm seinen Lauf.

Kurios: Marco Grüll will eine Taube verscheuchen (li.), nur wenige Sekunden später gerät der SV Werder Bremen gegen den 1. FSV Mainz 05 in Rückstand.

Werder Bremen abgelenkt vor Gegentor - Mainz 05-Profi Phillipp Mwene: „Danke an die Taube“

„Sheraldo Becker oder Phillip Tietz hatten noch zum Schiedsrichter gesagt, dass wir die Taube vom Platz holen müssen, weil sie völlig verängstigt ist“, schilderte Werder Bremens Leonardo Bittencourt später. „Den Schiedsrichter hat es wohl nicht so interessiert und er hat sich gedacht, dass sie schon wieder von allein wegfliegt. Ob es ,Grüllo‘ am Ende irritiert hat, müsste man ihn selbst fragen.“ Eine Chance dazu gab es allerdings nicht, denn Marco Grüll tauchte kurz nach dem Spiel nicht vor den Mikrofonen der wartenden Journalisten auf.

Diskutiert wurde über die Szene dafür umso fleißiger. „Die Taube war schon beim Spielzug davor auf dem Platz und wollte irgendwie auch nicht vom Spielfeldrand weg“, meinte FSV-Mainz-Profi Phillipp Mwene, der die Flanke vor dem Treffer hatte schlagen dürfen, bei DAZN. „Das war natürlich ein super Start ins Spiel für uns. Deswegen: Danke an die Taube.“ Torschütze Paul Nebel sagte derweil: „Das war eine kuriose Szene, da musste ich auch auf dem Platz ein bisschen schmunzeln. Sie war anscheinend ein Glücksbringer heute.“ Und der 23-Jährige scherzte: „Müssen wir mal schauen, wenn wir alle geduscht haben, ob wir die wieder mit nach Mainz nehmen.“

Werder Bremen ärgert sich über Gegentor-Entstehung gegen 1. FSV Mainz 05: „Waren gedanklich zu spät dran“

Im Bremer Lager störten sie sich insgesamt weniger an dem Vogel, denn an der Art und Weise, wie der richtungsweisende Treffer zustande gekommen war. Kapitän Marco Friedl erklärte gefrustet: „Eine Minute davor hatten wir die gleiche Situation, in der wir noch zum Eckball geklärt haben. In der Lage, in der wir stecken, darfst du nicht innerhalb von zwei Minuten zweimal den einfachsten Trick kassieren. Das ist viel zu billig.“ Unterdessen ärgert sich Werder Bremens Chefcoach Daniel Thioune, dass nicht aufmerksam genug zu Werke gegangen wurde.

Marco Grüll kontrolliert den Einwerfer nicht, Yuki Sugawara kann übergeben. Vielleicht ist Marco dadurch ein Stück später dran“, sagte der 51-Jährige und ergänzte: „Wenn man auf die Box guckt: Klare Zuordnung, beide Sechser waren auf die Achter eingeteilt. Das bedeutet, dass die Laufwege in die Box verteidigt werden müssen. Cameron Puertas muss Paul Nebel aufnehmen. Er hat ihn im Rücken, er muss fallen, guckt nur zum Ball. Da ist es egal, ob man 1,60 Meter oder 1,90 Meter ist. Das hat uns gefehlt: Wir waren gedanklich zu dem Zeitpunkt zu spät dran.“ (mbü/dco)

Rubriklistenbild: © Screenshot DAZN, IMAGO / Nordphoto

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