Tor bei Werder-Remis
Last-Minute-Rettung in Mainz: Jens Stage schwingt sich erneut zu Werders Top-Torschützen auf
Mit einem Traumtor kurz vor Schluss rettet Jens Stage dem SV Werder Bremen spät ein Remis gegen den 1. FSV Mainz 05 - und avanciert erneut zum Top-Torschützen der Grün-Weißen.
Mainz – Die Direktabnahme erinnerte ein wenig an das legendäre Tor von Arjen Robben im Trikot des FC Bayern München in der Champions League 2010 bei Manchester United. Ganz die gleiche Bedeutung hatte der späte Ausgleichstreffer von Jens Stage beim 1:1-Unentschieden des SV Werder Bremen beim FSV Mainz 05 zwar nicht – das Prädikat Traumtor hat er sich aber allemal auch verdient. Zu Recht schrie der Däne anschließend seine ganze Freude über den Treffer in Richtung der mitgereisten Fans – auch wenn in seinem emotionalen Ausbruch wohl ein Stück weit auch Frust über die vorangegangenen 85 Minuten mitschwang. Denn bis zu Stages sehenswertem Ausgleich war Werders Auftritt bei den Rheinhessen vor allem offensiv blutleer gewesen.
Werder Bremens Retter Jens Stage: „Die ganze Zeit daran geglaubt, dass wir etwas mitnehmen“
„Ich habe trotzdem die ganze Zeit daran geglaubt, dass wir hier heute etwas mitnehmen können“, sagte der Torschütze des SV Werder Bremen nach dem Spiel am „Sky“-Mikrofon. Bis zu seinem späten Ausgleichstreffer war auch vom Dänen nicht allzu viel zu sehen gewesen. Zwar trat Jens Stage gewohnt engagiert auf, traf aber im Spiel mit dem Ball häufig die falschen Entscheidungen – zumindest bis zu seiner dann goldrichtigen in der 86. Minute: Halblinks im Strafraum nahm er einen hohen Ball aus der Drehung volley und jagte ihn perfekt ins rechte untere Eck. Auf die Frage, ob der Abschluss so gewollt gewesen sei, antwortete Stage selbstbewusst mit einem Lächeln: „Ja, natürlich.“ Über sich selbst wollte der 28-Jährige danach allerdings nicht viel sagen. „Es ist nicht meine Persönlichkeit, über mich selbst zu sprechen. Es freut mich aber natürlich, dass ich den Ball ganz gut getroffen habe“, meinte er bescheiden.
Selbstdarstellung ist eben nicht unbedingt seine Art – viel lieber spricht Jens Stage durch seine Leistungen auf dem Platz. Und das tut er in dieser Saison einmal mehr eindrucksvoll: Mit nun drei Toren nach neun Spieltagen führt er erneut die interne Bremer Torschützenliste an. Schon in der vergangenen Spielzeit war der Däne mit zehn Treffern Werder Bremens erfolgreichster Schütze. Grund genug für seine Mitspieler, ihn in höchsten Tönen zu loben. „Er trifft den Ball wirklich sensationell. Nicht viele nehmen den so direkt in der Drehung aus der Luft. Nicht nur heute, sondern generell ist es kein Geheimnis, wie unfassbar wichtig Jens für uns ist“, betonte Kapitän Marco Friedl. Auch Cheftrainer Horst Steffen zeigte sich beeindruckt: „Das darf er sehr gerne so beibehalten. Den Abschluss beim Tor hat er wirklich super genommen.“
Werder Bremens Trainer Horst Steffen lobt Jens Stage nach Traumtor gegen Mainz: „Trifft er sensationell“
Beinahe wäre Jens Stage kurz vor Schluss sogar noch zum Doppelpacker und endgültigem Matchwinner geworden, doch seinen Versuch mit dem schwächeren linken Fuß von der Strafraumkante parierte Mainz-Keeper Robin Zentner glänzend. Es wäre bei Werder Bremens insgesamt mäßigem Auftritt wohl auch etwas zu viel des Guten gewesen, wenn die Bremer tatsächlich alle drei Punkte entführt hätten – auch wenn es zu Stages beeindruckender Statistik gepasst hätte.
Von seinen bisher 19 Pflichtspieltoren im grün-weißen Trikot erzielte er ganze 13 auswärts. „Ich mache die Tore aber auch nicht alleine, ich brauche gute Pässe und Flanken, sonst erziele ich keine Treffer“, sagte Jens Stage und gab das Lob gewohnt bescheiden an seine Mitspieler beim SV Werder Bremen weiter. Ganz so, wie es ein echter Führungsspieler eben tut. (bvo)
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