Werder-Torschütze

Erst fataler Fehlschuss, dann Werders Matchwinner: Jovan Milosevic „kann nicht erklären, was da passiert ist“

Jovan Milosevic versiebt erst eine Mega-Chance, dann avanciert er für Werder Bremen zum Matchwinner gegen den 1. FC Heidenheim. So reagiert er!

Es war eine dieser Szenen, für die sich im Fußball schon vor langer Zeit ein spezieller Ausspruch entwickelt hat. Er lautet: „Da war es ja schwieriger, den Ball nicht im Tor unterzubringen, als zu treffen.“ Jovan Milosevic, seines Zeichens Stürmer des SV Werder Bremen, hat am Samstagnachmittag genau so einen Moment erlebt. „Ich weiß nicht, was da passiert ist. Wirklich. Ich kann es nicht erklären“, sagte der 20-Jährige nach dem Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim (2:0) über seine vergebene Großchance aus der ersten Hälfte, mit der er das Weserstadion in Schockstarre versetzt hatte. Um am Ende dennoch zum Matchwinner zu werden.

Was für ein Befreiungsschlag: Jovan Milosevic bejubelt seinen Treffer zur 1:0-Führung des SV Werder Bremen gegen den 1. FC Heidenheim.

Jovan Milosevic verfehlt erst das leere Tor - und schießt Werder Bremen dann doch noch zum Sieg gegen 1. FC Heidenheim

Es lief die 36. Spielminute, als Jovan Milosevic beim Stand von 0:0 im enorm wichtigen Kellerduell die sichere Bremer Führung vergab. Nach Querpass von Romano Schmid kam der Mittelstürmer frei zum Abschluss – und grätschte den Ball aus kürzester Distanz neben und nicht ins leere Tor. „Ich habe gespürt, dass ich den Ball nicht richtig getroffen habe und habe gebetet, dass er trotzdem reingeht“, berichtete Milosevic. „Leider ist das nicht passiert.“ Dass kurz vor dem Pausenpfiff dann auch noch Schmid eine dicke Doppelchance vergab, war ein weiterer Rückschlag für Werder Bremen. Das sich aber zusammenraufte.

„In der Kabine sind bestimmt zehn Kollegen zu mir gekommen und haben mir gesagt, dass der nächste Ball drin ist“, erzählte Jovan Milosevic. „Das hat mir sehr geholfen.“ Einer der Mutmacher war Schmid, den der Stürmer seinerseits aufbaute. In der 57. Minute sorgte das Duo dann für die Erlösung: Flanke Schmid, Kopfball Milosevic, 1:0 Werder Bremen. Der Türöffner zum so wichtigen Sieg im Kampf gegen den Abstieg.

Jovan Milosevic trifft für Werder Bremen, muss verletzt runter - und gibt nach dem Heidenheim-Spiel Entwarnung

„Man fühlt sich verantwortlich, wenn man die Dinger nicht reinmacht“, sagte Schmid im Nachgang. „Wenn wir uns aber unterstützen, können wir uns da aber selbst wieder rausziehen. Dass Jovan und ich gemeinsam für das Tor sorgen, war sehr speziell. Menschen, die nie Fußball gespielt haben, können vielleicht gar nicht nachvollziehen, dass es nichts Schöneres gibt, als wenn auf dem Platz solche Verbindungen entstehen.“ Genau davon, so forderte es der Österreicher, brauche Werder Bremen nun mehr.

Jovan Milosevic hat definitiv nichts dagegen. „Seitdem ich im Winter gekommen bin, wurde bei Werder kaum einmal gelacht. Deshalb ist der Sieg eine große Befreiung“, betonte er und schickte die nächste gute Nachricht direkt hinterher, indem er gesundheitliche Entwarnung gab. In der 69. Minute hatte der Serbe wegen Rückenbeschwerden ausgewechselt werden müssen. Nach dem Spiel sagte er: „Ich glaube nicht, dass es etwas Ernstes ist. Ich kann stehen und gehen. Es ist zwar schmerzhaft, aber es wird bald wieder okay sein.“ Milosevics Teamkollegen dürfte das freuen: Mit nunmehr drei Saisontoren in acht Einsätzen hat die Leihgabe des VfB Stuttgart ihren Status als Hoffnungsträger weiter gefestigt. (dco/mbü)

Rubriklistenbild: © IMAGO/nordphoto

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