Mangelhafte Chancenverwertung

„Wir dürfen das nicht einfach akzeptieren“: Werder-Trainer Thioune über Njinmahs Abschlussschwäche

Justin Njinmah hat gegen die TSG Hoffenheim abermals dicke Chancen für Werder Bremen liegen gelassen. Wie Trainer Daniel Thioune darüber denkt.

Justin Njinmah hat gegen die TSG Hoffenheim ein ziemlich auffälliges Spiel gemacht. Während der 0:1-Niederlage des SV Werder Bremen stand der Angreifer am vergangenen Wochenende häufig im Mittelpunkt, was sich auch mit Zahlen anschaulich belegen lässt – mit erfreulichen und weniger erfreulichen Zahlen.

Musste gegen die TSG Hoffenheim gleich mehrfach hadern: Justin Njinmah (Mitte) macht beim SV Werder Bremen einfach zu wenig Tore aus seinen Chancen.

Werder Bremen-Trainer Daniel Thioune unzufrieden mit Justin Njinmahs Abschlussschwäche

Da wäre zum einen die enorme Geschwindigkeit des 25-Jährigen, der in Sinsheim einen Spitzenwert von 35,8 Stundenkilometern erreichte und damit schneller unterwegs war als jeder andere Bundesligaprofi am 33. Spieltag. „Mit seinem Tempo hat er viele Räume für uns aufgerissen“, lobte Werder-Trainer Daniel Thioune, dessen Gesamteindruck von Justin Njinmahs Auftritt jedoch weniger positiv ausfiel. Schließlich hatte der Angreifer des SV Werder Bremen gleich drei dicke Möglichkeiten ungenutzt liegen lassen – und die Diskussionen über seine chronische Abschlussschwäche damit neu entfacht.

„Der Junge macht das nicht absichtlich“, stellte Thioune zunächst klar, ließ sein Missfallen über Njinmahs fehlende Effizienz aber ebenso deutlich durchklingen: „Wir befinden uns im leistungsorientierten Fußball. Da darf man erwarten, dass man viele Kontersituationen besser und sauberer abschließt.“ Dass seine Mannschaft, die ab der zweiten Minute in Unterzahl hatte agieren müssen, „überhaupt in solche Situationen gekommen ist, ist erstmal schön“, sagte der Coach des SV Werder Bremen. „Aber in der Häufigkeit, in der uns die Konzentration fehlt, ist es eben nicht so, wie wir uns das wünschen.“ Fazit: „Im Offensivbereich haben wir unser Potenzial nicht ausreichend ausgeschöpft.“

Werder Bremen-Trainer Daniel Thioune will Justin Njinmahs mangelhafte „Chancenverwertung nicht einfach so akzeptieren“

Darüber hinaus würde dem Kader dort auch grundsätzlich etwas fehlen, erklärte Thioune. Und dürfte damit, ohne es auszusprechen, die Vollstreckermentalität gemeint haben. „Im Sommer haben wir die Chance, Veränderungen vorzunehmen, von der Spielanlage her und auch personell, damit unsere Offensive mehr Scorerpunkte liefert.“

Welchen Einfluss das auf die Rolle von Justin Njinmah haben wird, bleibt abzuwarten. Thioune jedenfalls hat die Hoffnung noch lange nicht aufgegeben, dass aus dem Flügelstürmer des SV Werder Bremen irgendwann vielleicht doch noch ein Torjäger wird. „Wir dürfen seine Chancenverwertung nicht einfach so akzeptieren, sondern müssen mit ihm arbeiten“, betonte der 51-Jährige. „Vielleicht hat er zu viel Kopfkino, das ihn blockiert. Wir müssen es schaffen, die Blockade zu lösen, denn dass Justin Tore schießen kann, hat er schon nachgewiesen.“ (dco)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Edward Cheung

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