Werder-Talent über Premierentor
„Komme bis heute nicht klar“: Werder-Youngster Coulibaly spricht erstmals über Leverkusen-Tor und Verletzungszeit
Karim Coulibaly ist der Senkrechtstarter des SV Werder Bremen in dieser Saison - jetzt spricht das Talent über sein Premierentor und seine vorherige Verletzung.
Bremen – Dass Karim Coulibaly längst nicht nur auf dem Platz, sondern auch in der Kabine des SV Werder Bremen trotz seiner erst 18 Jahre vollständig angekommen ist, bestätigte bereits Routinier Leonardo Bittencourt vor wenigen Tagen im DeichStube-Interview. „Unser Verhältnis ist richtig gut“, sagte Bittencourt und betonte: „Ich glaube, einem jungen Spieler tut es immer gut, wenn ein erfahrener Spieler ihm Rückendeckung gibt. Hin und wieder kriegt er aber trotzdem mal einen Spruch von mir, das gehört auch dazu. Aber er ist ein hochtalentierter Junge. Man hat ja gesehen, wie schnell er sich etabliert hat.“ Tatsächlich ist der gebürtige Oldenburger nicht nur aufgrund der Bremer Verletzungssorgen in der Defensive, sondern vor allem durch seine starken Auftritte momentan kaum noch aus der Startelf des SV Werder Bremen wegzudenken. Außerhalb des Rasens reiht sich derzeit ein Kompliment ans nächste, wenn es um die Leistungen Coulibalys geht – nur der Protagonist selbst gibt sich bislang noch relativ wortkarg und hält sich mit öffentlichen Statements zurück.
Werder Bremens Karim Coulibaly: „Auf mein Tor gegen Leverkusen komme ich bis heute nicht klar“
Bei Werder Bremen möchte man das ohnehin schon groß gewordene Interesse am Youngster nicht zu früh weiter anheizen, indem Karim Coulibaly selbst zu seinen ersten Monaten Stellung nimmt. Und so ist es eine seltene Ausnahme, dass der Innenverteidiger in einem Interview mit der „Eliteschule des Fußballs – Gymnasium Links der Weser“, auf der er ein Jahr lang zur Schule ging und die als Partnerschule der Grün-Weißen fungiert, einen kurzen Einblick in seine ersten Wochen und Monate gewährt.
Besonders im Blickpunkt steht dabei natürlich sein umjubelter Treffer zum 3:3-Ausgleich gegen Bayer Leverkusen Ende August – nicht nur das 2.000. Heimtor des SV Werder Bremen, sondern auch das erste Bundesligator des Innenverteidigers. Mit 18 Jahren, drei Monaten und sieben Tagen wurde Karim Coulibaly dadurch zum jüngsten Bundesligatorschützen der Bremer Vereinsgeschichte. „Auf mein Tor gegen Leverkusen komme ich bis heute nicht klar. Das war einfach ein unglaublicher Moment – so ein lautes Stadion, die Fans im Rücken, Gänsehaut pur“, fasst der deutsche U19-Nationalspieler rund zwei Monate nach dem Treffer seine Gefühlswelt zusammen. „Es hat sich auf jeden Fall wie ein Traum angefühlt. Nach dem Spiel habe ich den Abend ganz entspannt mit Familie und Freunden verbracht. Wir haben stundenlang über das Spiel geredet – einfach ein Tag, den ich nie vergessen werde.“
Karim Coulibaly über seine Verletzung nach seinem Wechsel zu Werder Bremen: „Das war keine einfache Zeit“
Dass es so schnell zu einem solchen Moment kommen würde, war ein Jahr zuvor noch nicht abzusehen. Im Sommer 2024 wechselte Karim Coulibaly vom Nordrivalen Hamburger SV in die Bremer U19, konnte dort allerdings zunächst längere Zeit nicht mitwirken. „Als ich neu zu Werder kam, war ich direkt vier Monate verletzt. Das war keine einfache Zeit, weil ich mich noch gar nicht richtig zeigen konnte. Trotzdem habe ich mit den Physios und Reha-Trainern die Zeit genutzt und alles gegeben, um wieder topfit zu werden“, berichtet der 18-Jährige. Fast genau vor einem Jahr, am 26. Oktober, feierte er schließlich erst sein Debüt im Trikot des SV Werder Bremen beim 5:0-Auswärtserfolg der U19 beim Nachwuchs von Rot-Weiß Erfurt. „Am Ende hat mich die Zeit nur stärker gemacht – ich kam körperlich und mental stabiler zurück und habe in der Zeit viel an meiner Disziplin gearbeitet. Rückblickend war das eine gute und wichtige Erfahrung für mich.“ (bvo)
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