Werder und sein Mittelfeld

Kohfeldt rechnet „zeitnah“ mit Achter und Abräumer

Cheftrainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann basteln noch am Kader für die neue Saison.
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Cheftrainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann basteln noch am Kader für die neue Saison.

Zell - Zwei Mittelfeldspieler sollen kommen – das war die Situation bei Werder Bremen vor dem Beginn des Trainingslagers in Zell am Ziller. Zwei Mittelfeldspieler sollen kommen – das ist die Situation auch am Abschlusstag in Zell am Ziller.

Für die Außenwelt hat sich bei der Suche nach den erhofften Verstärkungen nichts Erkennbares getan. Niemand ist dazugekommen, nichts ist passiert. Nur das Profil, das die neuen Kräfte erfüllen müssen, hat sich in den Tagen im Zillertakl noch deutlicher geschärft. „Wir suchen einen kreativ-strategischen Achter und einen defensiv-orientiertem Spieler mit Abräumerqualitäten“, fasst Kohfeldt seine Wünsche knapp zusammen . Der Achter soll dabei „einer für die Spitze“ – sprich: mit absoluter Startelf-Qualität – sein. Der Abräumer wiederum einer „für die Breite“ sein, so Kohfeldt. Also ein Backup für Philipp Bargfrede.

Dass das erste Trainingslager der Saisonvorbereitung ohne diese geplanten Neuzugänge über die Bühne gegangen ist, freut den Trainer zwar nicht, ein Drama macht er aber auch nicht draus. „Wir versuchen eine Qualität zu bekommen, die nicht einfach so rumliegt. Das braucht Zeit. Außerdem verfügen wir über ein funktionierendes Gebilde, müssen uns nicht komplett neu einspielen. Wäre es anders, hätten wir ein Problem. Das sehe ich aber nicht.“

Möhwald muss sich Vertrauen erst noch verdienen

Kohfeldt setzt sein ganzes Vertrauen im Mittelfeld im Grunde auf zwei Spieler: Bargfrede und Maximilian Eggestein. Der eine sei „ein absoluter Top-Sechser“, der andere ist nach einem „gewaltigen Schritt“ in der vergangenen Saison „fest auf der Acht eingeplant“, erklärt der 35-Jährige. Weil er aber zwei Achter braucht und Neuzugang Kevin Möhwald sich das Vertrauen, das Eggestein bereits genießt, erst noch verdienen muss, braucht es noch einen Top-Mann, der eine Konkurrenzsituation überhaupt erst entstehen lässt und entsprechend hoch hält. „Da geht es um die Spitze auf dieser Position“, so Kohfeldt.

Man kann auch ganz einfach sagen, dass es um den neuen Thomas Delaney geht. Wie viel Geld Werder für die Verpflichtung eines Wunsch-Achters im Portemonnaie hat, ist die Kernfrage in der ganzen Angelegenheit. Die Rechnung, von den 20-Delaney-Millionen die Ausgaben für Yuya Osako, Martin Harnik und Felix Beijmo (gesamt cirka zehn Millionen Euro) abzuziehen und den Rest ins Mittelfeld zu pumpen, ist die einfachste. Sie funktioniert aber so nicht. 

Werders Neuzugänge (v.l.n.r.): Felix Beijmo, Martin Harnik, Kevin Möhwald, Josh Sargent und Jan-Niklas Beste.

Erstens weil Geld auch in andere Werder-Projekte fließt, zweitens weil der Club am Ende des Transfersommers auf ein Plus verweisen möchte. Obwohl der finanzielle Spielraum also eher den Zugriff im mittleren Regal erlaubt oder eine findige Lösung erfordert, glaubt Kohfeldt nach wie vor daran, dass seine Vorstellungen von Sportchef Frank Baumann erfüllt werden: „Ich kenne die Gedanken von Frank, ich weiß um den Stand der Dinge. Ich bin nach wie vor optimistisch, dass wir den Spieler, den wir suchen, zeitnah präsentieren können.“

Es muss etwas passieren

Zeitnah ist freilich ein dehnbarer Begriff. Zeitnah sollte auch der neue Ersatztorwart verpflichtet werden. Passiert ist es noch nicht. Wenig verwunderlich, dass Kohfeldt auch am Ende des ersten Trainingslagers „keine Deadline“ setzt. Er wartet weiter, er arbeitet weiter.

Mit Bargfrede, mit Eggestein, mit Möhwald. Und mit Ole Käuper, Jean-Manuel Mbom oder Fridolin Wagner – also mit Nachwuchskräften, die sich im Zillertal zeigen durften. „Es kann auch sein“, sagt Kohfeldt, „dass sich der eine oder andere für eine Position so empfiehlt, dass wir sagen: Warum müssen wir noch einen holen?“ Doch das ist Theorie, Trainersprache, Wunschdenken. Die Realität sagt: Es muss etwas passieren.

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