Meinung zum Millionen-Minus

Kommentar: Das Minus in der Werder-Bilanz ist kein Grund für Alarmismus

Das Millionen-Minus des SV Werder Bremen ist kein Grund für Alarmismus, meint DeichStube-Chefreporter Daniel Cottäus. Doch eines sollten die Bremer zukünftig vermeiden.

Bremen – Allzu lange suchen muss man nicht, um in der Bilanz des SV Werder Bremen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2024/25 auch positive Zahlen entdecken zu können. Da wären zum Beispiel die medialen Verwertungsrechte, die im Vergleich zum Vorjahr 7,2 Millionen Euro mehr eingebracht haben. Auch in den Bereichen Spielbetrieb (+4,7 Mio. Euro) sowie Sponsoring (+2,0 Mio. Euro) verzeichnete der Bundesligist relevante Zuwächse. Werte, die fraglos auf eine gute Entwicklung hindeuten – die allerdings nicht darüber hinwegtäuschen können, dass der Jahresabschluss mit einem Fehlbetrag von 7,4 Millionen Euro doch deutlich negativ ausfiel. Hauptgrund dafür sind die eingebrochenen Transfererlöse (-17,9 Mio. Euro), woran sich Werders weiterhin herausfordernde wirtschaftliche Lage gut ablesen lässt. 

Geschäftsführer Klaus Filbry hat auf der Mitgliederversammlung des SV Werder Bremen ein Millionen-Minus für das vergangene Geschäftsjahr verkündet. Das ist trotzdem kein Grund für Alarmismus, meint DeichStube-Chefreporter Daniel Cottäus in seinem Kommentar.

Kommentar zur Bilanz des SV Werder Bremen: Kein Grund für Alarmismus, aber Werder braucht lukrative Transfers

Seit dem Abstieg 2021 hat sich der Verein – nicht zuletzt dank des Einstiegs des regionalen Investorenbündnisses – zwar finanziell stabilisiert, ohne (möglichst) teure Spielerverkäufe wird es in Zukunft jedoch nicht gehen. Anders formuliert: Einen Sommer wie 2025, in dem aus den erhofften, lukrativen Abgängen von Profis wie Romano Schmid oder Jens Stage nichts wurde, kann sich Werder Bremen nicht noch einmal leisten, weil die Luft sonst zu dünn wird. Ein Grund für Alarmismus ist der jetzt präsentierte, negative Jahresabschluss trotzdem nicht. Zum einen, weil das Eigenkapital des Vereins (14,9 Mio. Euro) immer noch stattlich daherkommt, und zum anderen, weil in wichtigen Geschäftsfeldern die Richtung stimmt. So winkt Werder perspektivisch etwa eine Steigerung der TV-Geld-Ausschüttungen, zudem ist 2026 das landesverbürgte Darlehen abbezahlt, was für weitere Entlastung sorgen wird.

Kommentar zum Millionen-Minus in der Bilanz: Ein Fall wie bei Nick Woltemade darf sich bei Werder Bremen nicht wiederholen

Dazu kommt, dass mit den Verkäufen von Marvin Ducksch und Michael Zetterer bereits nennenswerte Transfererlöse im laufenden Geschäftsjahr erzielt wurden. Auch Nick Woltemades Wechsel von Stuttgart nach Newcastle spülte etwas Geld in die Bremer Kasse. Und doch sollte der Name des Nationalstürmers am Osterdeich inzwischen so etwas wie Mahnmal-Charakter haben. Dass ein Top-Talent aus dem eigenen Stall ablösefrei geht und andernorts vergoldet wird (Stuttgart kassiert bis zu 90 Millionen Euro für Woltemade), darf Werder Bremen nicht noch einmal passieren. Immerhin: Bei verheißungsvollen Spielern wie Mio Backhaus, Karim Coulibaly oder Patrice Covic spricht derzeit einiges dafür, dass die Bremer irgendwann die Gelegenheit dazu bekommen, es besser zu machen.

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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