DeichStube-Meinung

Schwankend in die Seile: Kommentar zum Werder-Auftritt gegen Augsburg

Der SV Werder Bremen enttäuscht nach immer wieder dem gleichen Muster. Ein Kommentar von DeichStube-Reporter Malte Bürger zum schwachen Augsburg-Spiel.

Das Bild vom Boxkampf hat Daniel Thioune in den vergangenen Wochen beinahe schon inflationär bemüht – und er hat es auch am Samstagabend wieder getan. Da hatte der Trainer des SV Werder Bremen mit seiner Mannschaft gerade eine ernüchternde 1:3-Pleite gegen Augsburg kassiert, weshalb er noch einmal eindringlich für die beiden ausstehenden Runden im Kräftemessen um den Klassenerhalt sensibilisierte. Noch halten sich die Norddeutschen auf den Beinen, aber sie haben etliche Wirkungstreffer kassiert. Den bis dato letzten gegen die Fuggerstädter. Werder teilte zuvor zwar auch manch schmerzhaften Schwinger aus und kam immer dann mutig aus der Deckung, als es fast schon niemand mehr erwartete. Doch die Augen sind längst dunkelblau, mit denen der Club den rettenden Weg aus dieser vermaledeiten Bundesliga-Saison zu finden versucht.

Der SV Werder Bremen um Kapitän Marco Friedl hat gegen den FC Augsburg schon wieder enttäuscht. Ein Kommentar zum alarmierenden Auftritt.

Werder Bremen und das Bild vom Boxkampf: Es geht nur darum, über die Runden zu kommen, ohne K.o. zu gehen

Bei Werder Bremen hängen alle Beteiligten inzwischen spürbar in den Seilen. Die Sehnsucht nach dem erlösenden Gong ist riesig, doch es gibt keine Gnade. Die Bremer taumeln nicht, aber sie schwanken gehörig – vor allem in ihren Leistungen. Exakt zwei Wochen nach dem gefeierten Derbysieg gab es an gleicher Stelle plötzlich wieder Pfiffe von den Rängen. Weil der ominöse Faustkampf wenig vom Glanz großer Hallen hat, sondern eher dem Kirmesboxen ähnelt. Kann mitunter ganz unterhaltsam sein, aber richtig schön ist es selten. Zumal es längst nichts mehr zu gewinnen gibt. Stattdessen geht es einzig und allein darum, irgendwie über die Runden zu kommen, um nicht doch noch K.o. zu gehen.

Kommentar zu Werder Bremen im Abstiegskampf: Neue Enttäuschung nach immer wieder dem gleichen Muster

Dieses Bild ist mehr als traurig. Selbst das geringstmögliche Ziel ist nur unter allergrößter Kraftanstrengung zu erreichen. Bei Werder Bremen gibt es längst keine Verlässlichkeiten mehr – außer diejenige, dass es definitiv wieder anders kommt als gedacht. Spieler, Trainer und Fans wähnten die Mannschaft nach den jüngsten Ergebnissen gegen den HSV und Stuttgart einmal mehr ein paar Schritte weiter in ihrer Entwicklung und wurden doch aufs Neue enttäuscht. Das Muster ist dabei immer das gleiche: Sobald die Intensität nicht vorhanden ist, treten in überbordendem Maße die Qualitäts-Defizite zu Tage, die Werder erst in diese Situation gebracht haben: die offensive Harmlosigkeit, ein unsauberes Passspiel und teils fragwürdige Defensivmängel. Was aber noch schlimmer ist: Obwohl jeder weiß, wie es nicht geht, passiert es doch immer wieder. Eine gute Lernkurve sieht anders aus. Doch die werden sie bei Werder brauchen, um im Boxring nicht irgendwann nur noch ein unbedeutender Sparringspartner zu sein. (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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