DeichStube-Meinung
Kommentar: Nach Steffen-Aus bei Werder – Fritz‘ zweiter Schuss muss jetzt sitzen
Nach dem Trainer-Aus von Horst Steffen bei Werder Bremen muss der zweite Schuss von Sportchef Clemens Fritz jetzt sitzen, meint DeichStube-Reporter Daniel Cottäus!
Vorgestellt wurde er am 2. Juni 2025, freigestellt am 1. Februar 2026: Nach exakt 245 Tagen endete die Amtszeit von Trainer Horst Steffen beim SV Werder Bremen, was angesichts der sportlichen Talfahrt der vergangenen Wochen und Monate eine nachvollziehbare Entscheidung der Verantwortlichen ist – die Probleme des Vereins aber beileibe nicht schlagartig löst. Im Gegenteil: Ganz egal, aus welcher Perspektive man dieser Tage vom Osterdeich aufs Weserstadion blickt – es brennt bei Werder, an allen Ecken und Enden, weshalb das Engagement für den noch zu findenden Steffen-Nachfolger getrost mit Mammut-Aufgabe überschrieben werden darf.
Kommentar: „Alles richtig gemacht hat Horst Steffen nicht, doch waren seine Möglichkeiten bei Werder Bremen in vielen Punkten stark eingeschränkt“
Da wäre zum einen der im Sommer nicht nur enorm spät, sondern auch mangelhaft zusammengestellte Kader, dem es bis heute an einem echten Torjäger und offensiver Kreativität mangelt, was bereits Horst Steffen die Arbeit vom ersten Tag an erschwerte. Alles richtig gemacht hat der 56-Jährige beileibe nicht, und doch waren seine Möglichkeiten in vielen Punkten, auch verletzungsbedingt, stark eingeschränkt. Hinzu kommen in der aktuellen Gemengelage eine Mannschaft, die nach zehn sieglosen Spielen moralisch am Boden liegt, eine Sportliche Führung, die im Saisonverlauf mit Fehleinschätzungen und Unwissenheit von sich reden machte und Fans, die für Bremer Verhältnisse auf den Barrikaden sind. Die laufende Online-Petition gegen Sportchef Clemens Fritz sowie unübersehbare Protest-Banner während der vergangenen Heimspiele des SV Werder Bremen zeugen davon.
Werder Bremen hat Probleme über Probleme, auch abseits der Trainerposition, mit denen sich der noch zu findende Steffen-Nachfolger wird zurechtfinden müssen – bestenfalls vom ersten Tag an. Daran muss sich definitiv auch Sportchef Clemens Fritz spätestens im Sommer messen lassen. Horst Steffen war der erste Cheftrainer, den der Ex-Profi nach Bremen geholt hat, funktioniert hat es nicht. Der zweite Schuss muss nun sitzen, sonst wird es auch für Fritz eng. (dco)
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