Werder-Kapitän

Kruse: „Mein Vater hat auf der Tribüne geweint“

Max Kruse beim Abschlusstraining vor dem Testspiel gegen den SV Meppen.
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Max Kruse beim Abschlusstraining vor dem Testspiel gegen den SV Meppen.

Bremen - Seit dieser Saison ist er Werders Kapitän, steht also noch mehr im Zentrum der öffentlichen Betrachtung als ohnehin schon - das war Max Kruse bewusst, bevor er das Amt übernommen hat.

Im Talkformat „Weserstrand“ des Weser Kurier hat der 30-Jährige nun einige private Einblicke gewährt. Kruse sprach dabei unter anderem über seinen Vater, seine große Leidenschaft Pokern sowie über einen speziellen Auftritt in einer Hamburger Schwulenbar.

Fast immer, wenn Max Kruse spielt, sitzt sein Vater Frank auf der Tribüne, um seinem Sohn bei der Arbeit zuzusehen. „Mein Vater war früher bei fast jedem Spiel von mir und ist es auch heute noch. Ich kann mich gut daran erinnern, wie er nach meinem ersten Bundesliga-Spiel, als ich bei Werder eingewechselt wurde, auf der Tribüne stand und geweint hat. Das sind Momente, die man nie vergisst“, sagte Kruse im Gespräch mit Moderator Axel Brüggemann.

Mit freiem Oberkörper in einer Schwulenbar kellnern

Noch so ein unvergesslicher Moment - wenn auch aus deutlich weniger emotionalem Grund - dürfte für Kruse das Ritual zum Einstand beim FC St. Pauli gewesen sein. Der Angreifer musste damals mit freiem Oberkörper in einer Schwulenbar kellnern. „Dazu gab es noch Hasenohren. Zum Einstand muss man meistens singen, und es gibt den ein oder anderen alkoholischen Drink. Da ich keinen Alkohol trinke, musste ich halt etwas anderes machen.“

Max Kruse: Seine Karriere in Bildern

Max Kruse spielt zum zweiten Mal für die Bremer. In der Jugend kickte der Angreifer für den SC Vier- und Marschlande, 2006 wechselte er in die U19 des SV Werder.
Max Kruse spielt zum zweiten Mal für die Bremer. In der Jugend kickte der Angreifer für den SC Vier- und Marschlande, 2006 wechselte er in die U19 des SV Werder. © Gumz
Sein Bundesliga-Debüt bei den Werder-Profis gab Kruse unter Trainer Thomas Schaaf am 29. September 2007 gegen Arminia Bielefeld.
Sein Bundesliga-Debüt bei den Werder-Profis gab Kruse unter Trainer Thomas Schaaf am 29. September 2007 gegen Arminia Bielefeld. © imago
Werder feierte einen 8:1-Kantersieg, Kruse konnte Sturmkollege Markus Rosenberg ein Tor auflegen. Hier jubeln beide nach dem Treffer.
Werder feierte einen 8:1-Kantersieg, Kruse konnte Sturmkollege Markus Rosenberg ein Tor auflegen. Hier jubeln beide nach dem Treffer. © imago
Der Durchbruch gelang dem Angreifer in Bremen aber nicht. Kruse wechselte 2009 von der Weser nach Hamburg zum FC St. Pauli.
Der Durchbruch gelang dem Angreifer in Bremen aber nicht. Kruse wechselte 2009 von der Weser nach Hamburg zum FC St. Pauli. © imago
Bei den „Kiezkickern“ hielt es den gebürtigen Hamburger drei Jahre, dann folgte der Wechsel zum SC Freiburg.
Bei den „Kiezkickern“ hielt es den gebürtigen Hamburger drei Jahre, dann folgte der Wechsel zum SC Freiburg. © imago
Die Freiburger reichten Kruse nach einer Saison weiter an Borussia Mönchengladbach. Dort spielte der Stürmer bis 2015, ehe sich der VfL Wolfsburg die Dienste des Offensivmannes sicherte.
Die Freiburger reichten Kruse nach einer Saison weiter an Borussia Mönchengladbach. Dort spielte der Stürmer bis 2015, ehe sich der VfL Wolfsburg die Dienste des Offensivmannes sicherte. © imago
Im August 2016 dann die Rückkehr. Kruse unterschrieb beim SV Werder.
Im August 2016 dann die Rückkehr. Kruse unterschrieb beim SV Werder. © gumzmedia
Nach einer langen Verletzungspause zu Beginn der Saison startete Kruse richtig durch. Allein in der Rückrunde erzielte der Stürmer 13 Tore.
Nach einer langen Verletzungspause zu Beginn der Saison startete Kruse richtig durch. Allein in der Rückrunde erzielte der Stürmer 13 Tore. © gumzmedia
Beim 4:2-Sieg gegen den FC Ingolstadt am 30. Spieltag gelang dem begehrten Torjäger sogar ein Viererpack - sorgte im Alleingang für drei Punkte.
Beim 4:2-Sieg gegen den FC Ingolstadt am 30. Spieltag gelang dem begehrten Torjäger sogar ein Viererpack - sorgte im Alleingang für drei Punkte. © gumzmedia
Zu Beginn der Saison 2017/18 lief es aber noch nicht so rund - und Kruse brach sich am vierten Spieltag sein Schlüsselbein. Nur fünf Wochen später stand er aber schon wieder auf dem Platz.
Zu Beginn der Saison 2017/18 lief es aber noch nicht so rund - und Kruse brach sich am vierten Spieltag sein Schlüsselbein. Nur fünf Wochen später stand er aber schon wieder auf dem Platz. © gumzmedia
Im vierten Spiel nach seiner Verletzung war er dann wieder komplett zurück: Kruse gelang ein lupenreiner Hattrick beim 4:0-Sieg über Hannover 96 am zwölften Spieltag.
Im vierten Spiel nach seiner Verletzung war er dann wieder komplett zurück: Kruse gelang ein lupenreiner Hattrick beim 4:0-Sieg über Hannover 96 am zwölften Spieltag. © gumzmedia
Max Kruse ist nun nicht mehr nur Torjäger sondern agiert in der Saison 2017/18 viel zwischen den Abwehrlinien als Ballverteiler.
Max Kruse ist nun nicht mehr nur Torjäger sondern agiert in der Saison 2017/18 viel zwischen den Abwehrlinien als Ballverteiler. © gumzmedia
Im August 2018 ernannte Trainer Florian Kohfeldt Max Kruse zum neuen Werder-Kapitän.
Im August 2018 ernannte Trainer Florian Kohfeldt Max Kruse zum neuen Werder-Kapitän. © gumzmedia

Noch vor seinem Wechsel zu St. Pauli hatte Kruse in Bremen seine Passion für das Pokerspiel entdeckt - mit einigen Mitspielern im Casino Bremen. „Ich war 18 Jahre alt, neu in Bremen und war im Casino. Da habe ich ein paar Jungs von den Profis gesehen, die dort gespielt haben. Von denen musste einer gehen. Warum, das weiß ich bis heute nicht. Er hat mir angeboten, mit seinem Geld weiterzuspielen. Da kann man natürlich nicht Nein sagen.“ Heute nimmt Werders Kapitän regelmäßig an Turnieren in Las Vegas teil. Als Poker-Profi sieht er sich aber nicht.

„Wenn ich etwas verliere, interessiert das keine Sau“

„In den Zeitungen steht nur etwas, wenn ich gewonnen habe. Wenn ich etwas verliere, interessiert das keine Sau. Es sei denn, ich verliere es im Taxi“, scherzte Kruse - und verriet: „Nachdem ich in Vegas etwas gewonnen hatte, habe ich meine ganzen Quittungen beim Finanzamt eingereicht. Also auch die von den Spielen, die ich nicht gewonnen habe. Daraufhin hat das Finanzamt gesagt: Sie machen das sehr hobbymäßig.“

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