Streit um Mitglieder-Kontakte
Nach Niederlage vor Gericht: Werder legt Rechtsmittel ein
Im Streit um die Mitglieder-Mailadressen will der SV Werder Bremen nach einer Niederlage vor Gericht nun Rechtsmittel einlegen - die Erklärung.
Das Amtsgericht Bremen hatte am Mittwochvormittag im Eilverfahren entschieden, dass der SV Werder Bremen dazu verpflichtet ist, einer Mitgliederinitiative um Kopf Pascal Tetschet die E-Mail-Adressen sämtlicher Vereinsmitglieder zur Verfügung zu stellen, damit die Initiative die Clubangehörigen in ihrer Sache informieren kann. Ein Urteil, das der Bundesligist jedoch nicht auf sich sitzen lassen will. Im Gegenteil: Werder kündigte am Mittwochabend an, Rechtsmittel dagegen einzulegen. Der Streit um die Mitglieder-Mailadressen wird also in eine weitere Runde gehen.
Werder Bremen legt nach Gerichts-Urteil Rechtsmittel ein: „Umfassende Klärung der Rechtsfrage herbeiführen“
„Unser Ansinnen war und ist es, die Interessen aller unserer Mitglieder bestmöglich zu wahren, hierzu zählen auch datenschutzrechtliche Belange. Durch den nun erfolgten Urteilsspruch sind wir aufgefordert, gegenüber den ursprünglich verlangten, umfassenden Datensätzen lediglich die E-Mail-Adressen unserer Mitglieder herauszugeben. Wir haben bereits in der Vergangenheit gesagt, dass wir die Herausgabe von Mitgliederdaten nur bei einem zweifelsfrei bestehenden Rechtsanspruch herausgeben können“, schreibt der SV Werder Bremen in einem Statement. Und erklärt: „Vor diesem Hintergrund sehen wir uns gegenüber allen stimmberechtigten Mitgliedern verpflichtet, eine möglichst umfassende Klärung der Rechtsfrage herbeizuführen.“
Die Mitgliederinitiative um Pascal Tetschet strebt eine kritische Auseinandersetzung mit der Sportlichen Führung des Vereins um Sportchef Clemens Fritz an und hatte aus diesem Grund ursprünglich eine außerordentliche Mitgliederversammlung ins Leben rufen wollen. Von diesem Plan ist Initiator Tetschet aus Zeitgründen inzwischen abgerückt. Nun möchte er auf der turnusmäßigen Versammlung im November sprechen – und die Mitglieder des SV Werder Bremen vorab auf seine Kritikpunkte sowie Lösungsvorschläge aufmerksam machen. Durch die Mailadressen hätte er einen direkten Draht zu den knapp 70.000 Clubangehörigen.
Streit um Mitglieder-Kontakte: Werder Bremen erlebt juristischen Rückschlag - Thema aber noch nicht erledigt
Werders Datenschutz-Argument war das Amtsgericht Bremen während der Verhandlung nicht gefolgt. In der Urteilsbegründung heißt es: „Jedem Mitglied eines Vereins steht nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kraft seines Mitgliedschaftsrechts ein Recht auf Einsicht in die Bücher und Urkunden des Vereins zu, wenn und soweit es ein berechtigtes Interesse darlegen kann, dem kein überwiegendes Geheimhaltungsinteresse des Vereins oder berechtigte Belange der Vereinsmitglieder entgegenstehen.“ Ein juristischer Rückschlag für den SV Werder Bremen, für den die Sache aber noch nicht erledigt ist. (dco)
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