Kritik an Werder-Verantwortlichen

Fan-Revolution beim SV Werder? Mitgliederinitiative will über Fritz und Hess-Grunewald abstimmen lassen

Kommt es bei Werder Bremen zur Fan-Revolution? Eine „Mitgliederinitiative“ will über Clemens Fritz und Hubertus Hess-Grunewald abstimmen lassen!

2:0 gegen Heidenheim und 4:1 bei Union Berlin – mit den jüngsten Erfolgserlebnissen in der Bundesliga hat der SV Werder Bremen dafür gesorgt, dass sich die sportliche Lage im Abstiegskampf etwas entspannt hat. Der Glaube daran, dass die Mannschaft von Cheftrainer Daniel Thioune am 34. Spieltag über dem Strich stehen wird, kehrt in Umfeld und Öffentlichkeit nach Wochen der Tristesse spürbar zurück. Das bedeutet jedoch nicht, dass die zuvor von etlichen Pannen und Misserfolgen geprägte Saison innerhalb der Fanszene vergessen ist – ganz im Gegenteil: Im Hintergrund brodelt es gewaltig weiter.

Der Glaube an den Klassenerhalt ist im Umfeld des SV Werder Bremen zurück. Im Hintergrund brodelt es in der Fanszene der Grün-Weißen aber gewaltig weiter.

„Mitgliederinitiative“ hinterfragt Werder Bremens Entscheidungsträger um Sportchef Clemens Fritz

So ist aus der Ende Januar gestarteten Online-Petition zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung inzwischen die „Mitgliederinitiative Werder“ um Initiator Pascal Tetschet entstanden, die sich am Freitag via Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gewandt hat. Und die Veränderungen bei Werder Bremen anstrebt, die sich getrost als Revolution einordnen lassen. Ziel der Initiative: Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung soll „eine offene Diskussion innerhalb des Vereins über zentrale Fragen der sportlichen Führung, der Arbeit der Vereinsorgane sowie mögliche Anpassungen der Vereinssatzung zur Stärkung von Transparenz und demokratischer Mitbestimmung“ geführt werden. Die beigefügte Tagesordnung sieht dementsprechend brisante Punkte vor. Zwei Bremer Funktionäre stehen dabei im Fokus.

So soll über die Amtsführung von Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz diskutiert und darüber abgestimmt werden, ob die Mitgliederversammlung das Präsidium dazu verpflichtet, auf ein Ende der Tätigkeit von Fritz hinzuwirken. Auch eine Beschlussfassung zur Abwahl von Präsident Hubertus Hess-Grunewald taucht in der Tagesordnung auf. Ein in Werder Bremens Vereinsgeschichte beispielloser Vorstoß, für den Tetschet mit einem auf Vereinsrecht spezialisierten Sportanwalt aus Frankfurt zusammenarbeitet.

„Mitgliederinitiative Werder“ will Novum in Bremen: Außerordentliche Mitgliederversammlung angestrebt

Zur Einordnung: Während die Mitgliederversammlung als höchstes Organ des Vereins einen Präsidenten tatsächlich abwählen kann, ist ihr der Zugriff auf einen Geschäftsführer der SV Werder Bremen GmbH & Co. KGaA nicht direkt möglich. Ob eine Verpflichtung des Präsidiums in dieser Sache juristisch trag- und umsetzbar ist, wird sich im Falle des Falles zeigen müssen.

Damit es überhaupt zur außerordentlichen Mitgliederversammlung kommt, müssen zuvor zehn Prozent der Werder-Mitglieder – sprich rund 7.000 Personen – einen Antrag darauf beim Verein einreichen, schriftlich, mit Namen, Mitgliedsnummer und Unterschrift. Das will die „Mitgliederinitiative Werder“ nun organisieren und dem Verein die gesammelten Anträge zukommen lassen. Mit seinem Vorhaben, über Werder Bremen an die Daten der Clubangehörigen zu kommen, um sie mit einem Antragsvordruck anschreiben zu können, hat Initiator Pascal Tetschet bislang keinen Erfolg gehabt. Auch hat es Werder abgelehnt, das Anliegen der Initiative selbst in der Mitgliedschaft zu verbreiten. Stattdessen greift Tetschet nun auf andere Wege zurück. Dazu zählen unter anderem die E-Mail-Adressen der Unterzeichner der Online-Petition. Rund 7.700 Personen haben sich daran inzwischen beteiligt, es ist allerdings unklar, wie viele davon Vereinsmitglieder sind. Auch über Soziale Medien und möglicherweise Fanclubs möchte Tetschet für seine Sache werben.

Initiator der „Mitgliederinitiative Werder“ will „erforderliche Unterschriften so schnell wie möglich einsammeln“

Auf Nachfrage der DeichStube sagt er: „Die erforderlichen Unterschriften wollen wir so schnell wie möglich einsammeln und gehen aktuell davon aus, das Quorum in ein paar Wochen bereits zu erfüllen, sodass dann eine außerordentliche Mitgliederversammlung in der Sommerpause stattfinden könnte.“ Und selbst für den Fall, dass besagtes Quorum nicht erreicht wird – vom Tisch wäre die Angelegenheit für den Initiator damit nicht. „Wenn es nicht zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung kommen sollte, ist es das Ziel, dass die Tagesordnungspunkte auf der ordentlichen Mitgliederversammlung besprochen werden.“ Diese findet bei Werder Bremen am Ende des Jahres statt. (dco/bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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