Werder-Verteidiger in der Mixed
„Ich muss besser werden“: Sugawara über einen schmerzhaften Trainingsunfall, Leistungsschwankungen und einen eventuellen Verbleib bei Werder
Yukinari Sugawara spricht über seine Leistungsschwankungen, die aktuelle Situation und einen eventuellen Verbleib beim SV Werder Bremen!
Bremen – Ein spitzer Schrei, und danach flog auch schon die wärmende Mütze. Kurz darauf riss sich Yukinari Sugawara auch noch sein weißes Leibchen vom Oberkörper und humpelte sichtlich genervt vom Trainingsplatz. Es kommt nicht oft vor, dass der Rechtsverteidiger des SV Werder Bremen sein Lächeln komplett einbüßt, aber dieser Moment war so einer. Während einer der allerletzten Aktionen des Dienstagstrainings war der Japaner von Gegenspieler Leonardo Bittencourt am rechten Fuß getroffen worden – und wirkte auch noch eine knappe halbe Stunde später ziemlich angesäuert, als er zu einer Medienrunde im Bauch des Weserstadions erschien. Eine erste kleine Behandlung hatte er da bereits hinter sich, doch noch fehlten echte Erkenntnisse: „Ich bin mir nicht sicher, ob alles okay ist oder nicht. Wir werden das später noch genauer checken und müssen dann die morgige Reaktion abwarten.“ Ob er besorgt sei, dass er am Samstag womöglich beim Auswärtsspiel gegen Bayer 04 Leverkusen (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) fehlen könne, wurde die Leihgabe des FC Southampton logischerweise gefragt. Und Sugawara antwortete sichtlich ratlos: „Ich weiß es wirklich nicht und muss erst mit der medizinischen Abteilung sprechen.“
Werder Bremens Yukinari Sugawara: „Ich habe versucht zu schlafen, doch das Spiel war die ganze Zeit in meinem Kopf“
Immerhin: Der Gang aufs Podest des Presseraums hatte kurz zuvor schon wieder etwas runder ausgesehen. Nach dem knapp 20-minütigen Frage-Antwort-Spiel sogar noch etwas beschwingter. Und auch die Stimmungskurve zeigte nach und nach wieder leicht nach oben. Wo er erst noch grummelte, hatte er später wieder vermehrt sein Lachen parat. Doch es gibt sie eben, die Phasen, die auch an der asiatischen Frohnatur nagen. So wie nach dem jüngsten 3:3 des SV Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt. „Wir hatten die drei Punkte fast schon in der Tasche, doch in den letzten zehn Sekunden haben wir den Sieg hergegeben und waren alle enorm enttäuscht“, sagte Yukinari Sugawara. „Es tat mir leid, denn ich habe die traurigen Gesichter überall im Stadion gesehen. Ich habe anschließend viel darüber nachgedacht, was ich vielleicht hätte besser machen können. Später habe ich versucht zu schlafen, doch das Spiel war die ganze Zeit in meinem Kopf.“
Folglich klappte es mit der Nachtruhe nicht ganz so gut. Und all die bösen Erinnerungen an den Vorabend erhielten zusätzliches Futter, als es am Samstag zum Training des SV Werder Bremen zurück an den Osterdeich ging. „Du kommst wieder in die Kabine, dann trainieren wir auch noch am Stadion – und du denkst sofort wieder daran, dass es gestern einfach nicht gut genug für uns lief. Mir ist es wirklich schwergefallen, wieder auf andere Gedanken zu kommen. Es tut noch immer etwas weh, aber wir müssen uns jetzt auf den nächsten Samstag vorbereiten“, so Yukinari Sugawara.
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Werder Bremens Yukinari Sugawara: „Ich werde schon noch treffen. Versprochen“
Die Herausforderung gegen Bayer Leverkusen wird nicht einfacher als zuletzt, der Tabellensechste aus dem Rheinland hat fraglos das Potenzial, die Wartezeit des SV Werder Bremen auf den nächsten Sieg weiter zu verlängern. Sieben Partien in Folge haben die Bremer nun schon nicht gewonnen, das nagt auch an Yukinari Sugawara. „Niemand ist zufrieden bei uns. Es ist nicht einfach, mit der Situation umzugehen, aber jeder von uns gibt alles, damit es besser wird“, betonte der Nationalspieler. „Wir brauchen einen Sieg, danach ist vielleicht alles anders. Die Atmosphäre im Team ist auch jetzt gut, aber danach wäre sie sicherlich noch besser.“
Der Rechtsfuß weiß, dass er selbst ebenfalls wieder zulegen muss. Nach einem guten Start bekam auch er im Laufe der Hinrunde einige Probleme, die Leistungen schwankten. Gegen Eintracht Frankfurt agierte er wieder auffälliger, verteidigte nicht nur ordentlich, sondern legte auch ein Tor für Justin Njinmah auf. Und auch selbst nimmt sich Yukinari Sugawara immer wieder einen Abschluss, doch der ersehnte erste Treffer für den SV Werder Bremen lässt weiterhin auf sich warten. „Ich werde schon noch treffen. Versprochen“, sagte der 25-Jährige lächelnd und schob grinsend hinterher: „Vielleicht.“ Doch den Scherz schob er schnell beiseite und betonte: „Es ist richtig, dass ich unbedingt ein Tor schießen muss. Aber grundsätzlich ist es für mich erst einmal ein sehr gutes Zeichen, dass ich überhaupt zu Schüssen komme.“
Werder Bremens Yukinari Sugawara über einen festen Wechsel: „Wir haben alle viel Zeit, um in Ruhe darüber nachzudenken“
Insgesamt 17 Spiele – sofern die Gesundheit mitspielt – sind es noch, in denen der Japaner beweisen kann, ob er wertvoll genug für Werder Bremen ist. Dann endet das Leihgeschäft mit seinem eigentlichen Arbeitgeber aus der englischen zweiten Liga. Bei sechs Millionen Euro liegt die Kaufoption, die von den Verantwortlichen des SVW bis Ende Mai gezogen werden kann. Ob das aber auch passiert? „Ich habe noch mit niemandem darüber gesprochen“, versicherte Yukinari Sugawara. „Es ist auch noch viel zu früh, um sich darüber zu unterhalten, ob man mich kaufen will oder nicht. Der gemeinsame Weg ist noch lang, wir haben alle viel Zeit, um in Ruhe darüber nachzudenken. Mein Standpunkt ist: Ich muss erst einmal besser werden und dem Team besser helfen – denn dann fällt allen die Entscheidung auch leichter. Deshalb fokussiere ich mich nur auf mein Spiel.“ (mbü)
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