Werders Pokal-Aus
Leonardo Bittencourts fatale Minuten: Wie Werder auf den spielentscheidenden Platzverweis des Routiniers reagiert
Die Gelb-Rote Karte für Leonardo Bittencourt im DFB-Pokal-Spiel gegen Arminia Bielefeld brach dem SV Werder Bremen rückblickend das Genick. So reagiert der SVW.
Bielefeld – Horst Steffen brachte es kurz und knapp auf den Punkt: „Ja, es war eine Gelb-Rote Karte – und sie war sicherlich nicht hilfreich.“ Kurz nach dem Seitenwechsel hatte der Trainer des SV Werder Bremen mitansehen müssen, wie Mittelfeld-Routinier Leonardo Bittencourt sich erst die eine Verwarnung für ein zu engagiertes Einsteigen abholte (52.) und knapp 120 Sekunden später nach einer vorherigen Ungenauigkeit von Patrice Covic erneut seinen Gegenspieler umgrätschte. Der Bundesligist war plötzlich in Unterzahl, verlor die Spielkontrolle, geriet immer mehr unter Druck und flog schließlich durch einen späten Treffer gegen Arminia Bielefeld aus dem DFB-Pokal (0:1). Keine Frage: „Die Gelb-Rote Karte hat das Spiel verändert“, fand auch Werders Fußball-Chef Clemens Fritz.
Nach Platzverweis gegen Leonardo Bittencourt beim DFB-Pokal-Aus: Werder Bremen hadert mit Gelben Karten
Die Bremer hatten schon kurz zuvor mächtig Glück gehabt, dass es keinen Platzverweis gegeben hatte. Bittencourts Nebenmann auf der Sechs, Senne Lynen, hatte früh Gelb gesehen und hätte sich keinesfalls beschweren dürfen, wenn er noch vor der Pause für ein Foulspiel an der Strafraumgrenze die Ampelkarte gezeigt bekommen hätte. Schiedsrichter Robert Hartmann verzichtete aber etwas überraschend auf die harte Sanktion gegen den Profi des SV Werder Bremen. „Wir hätten uns allgemein die eine oder andere Karte heute sparen können“, monierte Fritz. Dass ausgerechnet einem derart erfahrenen Profi wie Leonardo Bittencourt der spielentscheidende Lapsus unterlaufen war, wollte der 44-Jährige nicht explizit kommentieren, meinte nur: „Ich will Bielefeld jetzt auch nicht stärker machen als sie sind, aber sie sind mit sechs Punkten gestartet. In dieser Atmosphäre darfst du dir dann nicht solche Fehler erlauben. Es ist enorm bitter, dass wir die Karten so leicht vergeben haben.“
Weil Werder Bremen so ein Spiel aus der Hand gab, das bis zu diesem Zeitpunkt trotz aller widriger Umstände recht ordentlich ausgesehen hatte. „Wir hatten es meiner Meinung nach zwar auch danach im Griff, aber vorher waren wir definitiv die bessere Mannschaft und haben uns auch Chancen herausgespielt“, fasste es Kapitän Marco Friedl zusammen. „Die Arminia hatte in der ersten Halbzeit gar keine Ahnung, wie sie überhaupt nach vorne kommen soll. Da war unser Auftritt total in Ordnung. Du musst dich halt nur irgendwann auch mal belohnen, und das haben wir auch heute nicht geschafft.“ Schon gar nicht nach dem entscheidenden Platzverweis. (mbü)
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