Werders Personal-Puzzle
Werders Linksverteidiger-Rätsel: Marco Friedl vor Reise in die Vergangenheit?
Fünf Außenverteidiger fallen bei Werder Bremen aus - wer spielt gegen den 1. FC Heidenheim nun auf der linken Seite? Welche Optionen Trainer Horst Steffen hat!
Bremen – Die Pressekonferenz hatte am Donnerstag noch gar nicht richtig begonnen, da sagte Horst Steffen bereits einen spannenden Satz. Der Trainer des SV Werder Bremen war gerade im Begriff, sich auf den falschen Stuhl auf dem Podium zu setzen und Mediendirektor Christoph Pieper von seinem Stammplatz zu verdrängen. Einen Fingerzeig später war die alte Ordnung wieder hergestellt, was Steffen süffisant wie folgt kommentierte: „Das Gewohnte mal zu ändern, hat auch Vorteile.“ Ob gewollt oder ungewollt – der Rheinländer lieferte damit die perfekte Steilvorlage für Werders Linksverteidiger-Problematik, die in der Abwehrkette zu einem größeren Umbau führen könnte.
Werder Bremens Horst Steffen über die Linksverteidiger-Problematik: „Wir haben die Möglichkeiten, um darauf zu reagieren“
Es ist wie verflixt: Nach Maximilian Wöber (Muskelbündelriss), Olivier Deman (Knöchelbruch) und Felix Agu (Syndesmose-Blessur) hat sich nun in Isaac Schmidt (Fußverletzung) auch der vierte potenzielle linke Außenbahnspieler ins Lazarett verabschiedet. Horst Steffen hofft zwar, dass dem Schweizer kein wochenlanger Ausfall droht, aber zumindest bei Werders Auswärtspartie gegen den 1. FC Heidenheim (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) ist der 25-Jährige nicht dabei. Und das bringt das Trainerteam bei der Aufstellung mal wieder in Nöte. Steffen verliert dennoch nicht seinen Optimismus. „Wir haben die Möglichkeiten, um darauf zu reagieren“, sagte der 56-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln. „Dass Karim einen linken Fuß hat, ist klar. Dass Marco einen linken Fuß hat, auch.“ Und dass beide damit auch ziemlich gut umgehen können, haben sie in dieser Saison auch schon gezeigt. Weniger brisant wird die Thematik dadurch aber nicht.
„Natürlich bin ich nicht erfreut, dass vier potenzielle Linksverteidiger ausfallen. Aber wir arbeiten an Lösungen und sind gefordert, als Team zusammenzustehen“, sagte Horst Steffen. „Es ist gefragt, dass alle sagen: ‚Da ist eine neue Position, die nehme ich an und gebe Gas!‘“ Aber welche Variante ist die wahrscheinlichste, verspricht am meisten Sicherheiten? Der Coach des SV Werder Bremen hielt sich wie gewohnt bedeckt: „Welche ich präferiere, verrate ich nicht...“ Womöglich hilft aber ein Blick in die Vergangenheit. Kapitän Marco Friedl war früher als Linksverteidiger beim SVW unterwegs, auch wenn es in jüngeren Jahren einige schwächere Auftritte gab. Zwar wird der Österreicher eigentlich in der Zentrale als Abwehrchef gebraucht, könnte dort aber von Amos Pieper vertreten werden. Der 27-Jährige ist nicht nur scharf auf eine Rückkehr in die Startelf, sondern zudem Rechtsfuß, wodurch er im Gespann mit Karim Coulibaly beide Positionsprofile in der Innenverteidigung in der Theorie ideal abdecken könnte. Sollte Steffen in der Mitte doch alles beim Alten lassen, könnte auch Yukinari Sugawara eventuell die Seite wechseln, rechts würde dann womöglich Julian Malatini auflaufen. Ziemlich viele Wechselspielchen - zumal der Argentinier zwar seit der Vorbereitung auf dieser Position trainiert, allerdings vornehmlich deshalb, weil es derzeit keine andere Verwendung für ihn gibt. Schon länger gilt der 24-Jährige deshalb als Wechselkandidat, auch im kommenden Winter. (mbü)
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