Nach 2:2 gegen Leverkusen
„Auf Amos kann man sich immer verlassen“: Werder-Coach Werner lobt überzeugenden Jung-Ersatz Pieper
Amos Pieper überzeugte auch gegen Bayer Leverkusen auf der ungewohnten Position als linker Innenverteidiger. Doch um einen Stammplatz bei Werder Bremen wird er kämpfen müssen.
Bremen – In der Luft ließ Amos Pieper überhaupt nichts anbrennen. Vier Zweikämpfe musste der Verteidiger des SV Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen in der Höhe bewältigen, aus allen ging er als Sieger hervor. Und auch sonst gab der 26-Jährige nicht so schnell klein bei, hatte nach allen Duellen mit dem Gegner letztlich eine Erfolgsquote von 83 Prozent zu bieten. Nun ist es nicht ungewöhnlich, dass Pieper mit guten Leistungen in der Abwehr besticht – ungewohnt ist allein die Position. Vor einer Woche ersetzte er notgedrungen den verletzten Anthony Jung in Wolfsburg als linker Part der Dreierkette, auch jetzt beim Remis gegen die Werkself übernahm der Rechtsfuß diese für ihn eher seltene Aufgabe. Beide Mal spielte Pieper so, als er hätte nie etwas anderes gemacht. Trainer Ole Werner ist deshalb nicht nur sehr mit der Leistung des früheren Bielefelders zufrieden, sondern lobt auch: „Amos ist jemand, auf den man sich immer verlassen kann. Er ist sehr schlau und hat auch keine Probleme damit, mal auf der anderen Seite zu spielen. Im Grunde kann er in einer Dreierkette alle Positionen übernehmen.“
Amos Pieper überzeugt bei Werder Bremen als linker Innenverteidiger - und bekommt Lob von den Kollegen
Viel zu lang konnte und durfte er genau diese Flexibilität nicht unter Beweis stellen. Piepers ernüchternde Verletzungsgeschichte der vergangenen zwölf Monate ist hinlänglich beschrieben und diskutiert worden, der Defensivakteur des SV Werder Bremen hat unlängst selbst betont, wie froh er ist, dass endlich wieder über den Sportler Amos Pieper gesprochen werden kann. Und doch imponiert die jetzige Stabilität in den Aktionen mit Blick auf die körperlichen Schonzeiten ganz besonders – auch innerhalb des Teams. „Amos hat es jetzt und auch beim letzten Mal, als er ins kalte Wasser geworfen wurde, richtig gut gemacht“, meint Kapitän Marco Friedl anerkennend. „Es ist nicht selbstverständlich, dass du so zurückkommst, wenn du länger verletzt warst. Ich hoffe, dass es so weitergeht.“
Amos Pieper muss bei Werder Bremen um einen Stammplatz kämpfen - Konkurrenzkampf entfacht aufs Neue
Mit seinen Darbietungen gegen den VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen hat Amos Pieper zweifelsfrei Eigenwerbung betrieben, um auch in den kommenden Partien zur Bremer Startelf zu gehören. Schon am Mittwoch steigt die zweite Pokalrunde in Paderborn (18 Uhr/DeichStube-Liveticker), bei der Pieper allerdings ein letztes Mal rotgesperrt fehlen wird, am Sonntag folgt der nächste Ligaauftritt bei Borussia Mönchengladbach (17.30 Uhr/DeichStube-Liveticker). Doch die mannschaftsinterne Konkurrenz ist ebenfalls scharf auf Einsätze, will unbedingt zurück auf den Platz. Anthony Jung war so trotz seiner jüngsten Blessur schon wieder Teil des Kaders gegen Bayer, auch Milos Veljkovic saß nach ausgestandenen Fußproblemen und einer mehrwöchigen Pause auf der Bank. „Niklas Stark wird auch nicht mehr allzu lange warten müssen“, erklärt Ole Werner mit Blick auf den Ex-Herthaner, bei dem muskuläre Beschwerden für eine Auszeit sorgen. Allesamt Profis, die vom Selbstverständnis her zur ersten Elf gehören. Folglich werden sich Pieper und auch Julian Malatini als rechtes Glied der Dreierkette stets aufs Neue beweisen müssen, um den Konkurrenzkampf für sich zu entscheiden. Werder Bremens Coach blühen zugleich womöglich unangenehme Entscheidungen, doch er sieht es positiv: „Dann haben wir da hinten einen richtig guten, breit aufgestellten Mannschaftsteil. Das ist sehr gut für uns.“ (mbü)