Werder-Trainer in der Kritik
Unwucht durch Linksverteidiger Marco Friedl? Werder-Coach Horst Steffen verteidigt Personalwahl in der Abwehr
Werder Bremens Kapitän Marco Friedl spielte zuletzt als Linksverteidiger - jetzt verteidigt Trainer Horst Steffen seine Personalwahl in der Abwehr!
Bremen – Kritik an der Aufstellung des Trainers ist ein Dauerthema im Fußball, das ist auch beim SV Werder Bremen nicht anders. Erfahrungsgemäß wird sie immer genau dann am lautesten, wenn gute Resultate und Leistungen ausbleiben. Aktuell ist das bekanntlich auch beim Team von Trainer Horst Steffen der Fall, das seit nunmehr vier Spielen auf einen Sieg wartet. Vielen Fans ist bei der Formation der Grün-Weißen vor allem eine Personalie ein Dorn im Auge: die von Marco Friedl.
Werder Bremens Horst Steffen über Marco Friedl: „Grundsätzlich wissen wir um seine Lieblingsposition“
Der Kapitän wird von Coach Horst Steffen seit Monaten als Linksverteidiger aufgeboten, obwohl sich der Österreicher dort selbst nach eigenem Bekunden nicht wohlfühlt. Friedl würde lieber heute als morgen auf seiner angestammten Position im Abwehrzentrum auflaufen. Ob er das aufgrund der Gelb-Rot-Sperre für Karim Coulibaly nun im letzten Bundesliga-Spiel des Jahres des SV Werder Bremen gegen den FC Augsburg (Sonntag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) mal wieder machen darf? Offen. Weil unklar ist, ob Marco Friedl nach seiner Schulterverletzung aus dem Stuttgart-Spiel überhaupt auflaufen kann. „Wir müssen bei Marco abwarten, ob es gelingen kann, dass er spielt“, sagte Steffen am Donnerstag über den 27-Jährigen, der im Laufe der Woche geschont wurde und überhaupt noch nicht trainieren konnte. „Grundsätzlich wissen wir um seine Lieblingsposition. Deswegen ist es ein Gedanke, dass wir das auch so handhaben, wenn er denn leistungsfähig ist.“
In den vergangenen beiden Spielen bekam Marco Friedl auf der linken Schiene bei der Arbeit gegen den Ball zwar Unterstützung von den jeweils aufgebotenen offensiven Flügelspielern Marco Grüll und Samuel Mbangula – allerdings mit überschaubarem Erfolg. Insgesamt hagelte es für den SV Werder Bremen sieben Gegentreffer gegen den HSV (2:3) und Stuttgart (0:4). Ist die defensiv zwischenzeitlich gute Balance aufgrund einer Unwucht auf der linken Abwehrseite also verloren gegangen?
Werder Bremens Horst Steffen verteidigt Entscheidung, Marco Friedl als Linksverteidiger aufzubieten
„Ich teile den Eindruck für die letzten beiden Spiele“, beantwortete Horst Steffen diese Frage. „Wenn wir an Köln und Leipzig denken, dann können wir sagen, das war so nicht. Wir haben schon länger mit Marco auf dieser Position gespielt, und da hat das auch ergebnistechnisch ganz gut funktioniert. Deshalb kann ich diese Unwucht nicht sehen. Wir haben da gute Spiele gemacht und Ergebnisse erzielt. Deshalb sehe ich das so nicht.“ Seine Idee, dass sich Offensivspieler wie Grüll oder zuletzt Mbangula mit in die Kette fallen lassen, sei zudem nicht neu. „Das machen nicht nur wir, sondern ganz viele Mannschaften“, sagte der Trainer des SV Werder Bremen vor dem Spiel beim FC Augsburg (live im TV), „das ist auch nichts Ungewöhnliches. Erst wenn es nicht funktioniert, dann wird es ungewöhnlich und thematisiert.“
Auf die Nachfrage, was dem etatmäßigen Linksverteidiger Isaac Schmidt noch fehle, um von Beginn an aufzulaufen, entgegnete Horst Steffen: „Es ist so, dass wir eine ordentliche Formation hatten und es eine Zeitlang auch gut funktionierte. Bei der ich das Gefühl hatte, dass es nicht zwingend notwendig ist, jetzt herumzuprobieren.“ Und dennoch sprach Steffen dem Schweizer Nationalspieler, der noch auf seine Startelf-Premiere für Werder Bremen wartet, öffentlich Mut zu: „Isaac ist dran. Ich finde weiter, dass er sich im Training gut präsentiert und auch eine Möglichkeit hat, dass sich das lohnt.“ Vielleicht ja doch schon gegen den FC Augsburg. (mwi)
Rubriklistenbild: © gumzmedia
