Bei Remis gegen Köln
Im Stile eines Mittelstürmers: Werder-Kapitän Friedl beendet Tor-Durststrecke – und ist doch traurig
Marco Friedl hat endlich wieder ein Tor für den SV Werder Bremen erzielt. Wie der Kapitän das nach dem Remis gegen den 1. FC Köln einordnete.
Bremen – Die Lacher hatte er klar auf seiner Seite. „Es war hervorragend, wie er da hingeht und das Ding einnickt. Genauso muss ein Mittelstürmer das machen“, sagte Horst Steffen und grinste. Schließlich sprach der Trainer des SV Werder Bremen gar nicht über einen seiner Angreifer, sondern über Kapitän Marco Friedl. Der Verteidiger hatte die Hanseaten gegen Köln (1:1) in Führung geköpft und dabei just jene Qualitäten bewiesen, die den nominellen Torjägern aktuell abgehen. „Marco hat ja mal erzählt, dass er früher Stürmer war – da hat er sein Stürmer-Gen nochmal gezeigt“, lobte Steffen.
Marco Friedl erzielt erstes Tor seit eineinhalb Jahren – und muss nach Remis des SV Werder Bremen trotzdem hadern
Der Österreicher war derweil hin- und hergerissen nach seinem ersten Treffer seit Mai 2024. „Natürlich ist es schön für mich, mal wieder getroffen zu haben. Trotzdem hätte ich lieber den Sieg genommen“, sagte der 27-Jährige. „Nichtsdestotrotz hat es mich ein bisschen gewundert, dass ich so frei eingelaufen bin und auch so frei zum Kopfball kam. Das war aber auch ein super Ball von Jens.“ Werders Mittelfeldspieler Stage hatte das Spielgerät im Anschluss an eine Ecke in der Tat mustergültig in die Gefahrenzone geflankt, doch Marco Friedl, der seit einigen Wochen als Linksverteidiger unterwegs ist, hatte eben auch die entscheidenden Meter gemacht, um im Weserstadion für Jubelfreuden sorgen zu können. „Es ist von Horst gewünscht und gefordert, dass die Außenverteidiger immer wieder in die Box kommen und da eine hohe Präsenz haben“, erklärte Peter Niemeyer als Leiter Profifußball. „Und wenn dann so ein Ball wie von Jens reinfliegt, dann hat man eine große Chance.“ Eine, die der Kapitän des SV Werder Bremen mustergültig nutzte.
Und so blieb am Ende tatsächlich nur der Schönheitsfehler übrig, dass Werder Bremen nicht als Sieger den Platz verließ. „Wir müssen uns ankreiden, dass wir aus der Halbzeit rauskommen und offensiv eigentlich nichts mehr gemacht haben“, monierte Marco Friedl gewohnt selbstkritisch. „Das ist extrem ärgerlich, weil eine große Chance da war, das Spiel zu gewinnen. Und nach so einer Halbzeit, nach der du 1:0 führst, musst du dann einfach das Spiel besser absolvieren.“ (mbü/bvo)
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