Im Werder-Heimspiel gegen Augsburg
Fehltritt ohne Folgen: Werder-Keeper Michael Zetterer säbelt über den Ball - und erhält volle Rückendeckung
Bremen – Für einen kurzen Moment stockte den Fans der Atem. Und auch bei Clemens Fritz, Leiter Profifußball des SV Werder Bremen, nahm der Pulsschlag an Tempo auf. „Das ist man von ,Zetti‘ gar nicht gewohnt, er hat normalerweise eine sehr gute Ballsicherheit“, meinte der 43-Jährige. „In der Szene hatten wir ein bisschen Glück.“ Was war passiert?
Für den gewaltigen Schreck hatte Torhüter Michael Zetterer nach 26 Minuten gesorgt, als er in der Heimpartie des SV Werder Bremen gegen den FC Augsburg (2:0) einfach am Ball vorbeigesäbelt hatte. Doch der Fehltritt blieb ohne Folgen, weil Gäste-Stürmer Phillip Tietz das Geschenk nicht annahm und das leere Tor verfehlte. Dadurch blieb es beim zwischenzeitlichen 0:0 – und das köchelnde Torwartthema an der Weser wurde nur ganz minimal befeuert. Allerdings nicht intern, bei Werder wurde Zetterer demonstrativ der Rücken gestärkt.
Werder Bremens Ole Werner über Michael Zetterer: „In der Szene hat er ein bisschen Glück gehabt, aber das gehört auch mal dazu“
„Am Ende hat auch er eine gute Leistung gezeigt“, urteilte Werder-Trainer Ole Werner, der direkt die Begründung dafür lieferte, warum es überhaupt zu solch einer gefährlichen Situation kommen kann. „Er ist sehr stark eingebunden ins Spiel und hat wahnsinnig viele Ballkontakte. Wir wollen und müssen Fußball spielen, weil wir vorne nicht den einen Zielspieler haben, der es ermöglicht, gegnerischen Druck auch mal lang zu überspielen.“ Und der Chefcoach des SV Werder Bremen schilderte weiter: „Wir haben auch nicht auf allen Positionen das allerletzte Tempo, um sagen zu können, dass wir den Ball lang nach vorne spielen, damit ihn ein anderer Spieler zum Nebenmann verlängern kann.“ Weshalb Michael Zetterer im Aufbau eben ganz besonders gefordert ist. „In der Szene hat er ein bisschen Glück gehabt, aber das gehört dann auch mal dazu“, beschwichtigte Werner nach Werders Heimsieg gegen den FC Augsburg.
Auch Abwehrspieler Niklas Stark nahm Michael Zetterer den Fauxpas gegen den FC Augsburg überhaupt nicht übel. Im Gegenteil. „Er hält uns oft im Spiel, zeigt einen guten Spielaufbau“, erklärte der Innenverteidiger des SV Weder Bremen und schob mit einem breiten Grinsen hinterher: „Dass mal etwas passieren kann, ist nur menschlich – und wenn der gegnerische Spieler den Ball dann rüberchipt, rette ich ihn halt. Und wenn es mir mal passiert, dann rettet er für mich.“ (mbü/dco)