Medienrunde in Verden
Michael Zetterers verrückter Geburtstag: Werder-Torwart erklärt mediales Missverständnis – und hat keine Lust auf die Bank
Michael Zetterer, Torwart des SV Werder Bremen, fängt Aussagen über seinen Status als Nummer eins wieder ein und spricht über seine Zukunft sowie den Konkurrenzkampf mit Mio Backhaus.
Verden – Seinen 30. Geburtstag hatte sich Michael Zetterer vermutlich etwas anders vorgestellt. Der Torwart des SV Werder Bremen verbrachte den Samstag nämlich nicht mit Familie und Freunden, um seinen Ehrentag zu feiern, sondern war zunächst mit den Mannschaftskollegen beim ersten Testspiel der Saison in Verden im Einsatz – oder besser gesagt: vor Ort, aber nicht auf dem Platz. Denn Zetterer wurde aufgrund von muskulären Problemen geschont. „Es ist eine Vorsichtsmaßnahme“, sagte der Torwart vor dem Spiel in einer kleinen Medienrunde: „Ich habe muskulär etwas im Hintern gespürt und wollte deshalb in der ersten Trainingswoche kein Risiko eingehen.“ Doch nicht nur sein körperlicher Zustand war Thema, sondern auch der Konkurrenzkampf im Werder-Tor. Und Zetterers Aussagen hatten es in sich.
Klare Nummer eins bei Werder Bremen? Torwart Michael Zetterer fängt Aussagen wieder ein
Aber der Reihe nach: Am Samstagmorgen waren im „Merkur“ Sätze des Keepers erschienen, die bereits für Aufsehen gesorgt hatten – und Michael Zetterer erst einmal einfangen wollte. „Horst Steffen hat mir ganz klar zu verstehen gegeben, dass ich die Nummer eins bin“, war dort unter anderem zu lesen gewesen. Diese Deutlichkeit hatte anscheinend auch Zetterer selbst kalt erwischt, denn dieser beteuerte in Verden: „Das habe ich so nicht gesagt.“ Stattdessen sei seine Wortwahl eine andere gewesen: „Was stimmt, ist, dass ich mit dem Trainer und den Verantwortlichen sehr gute Gespräche geführt habe – über die Vorbereitung. Aber wir haben noch nicht über die Saison gesprochen“, betonte er. „Sowohl Horst Steffen als auch Christian Vander (Werder Bremens Torwarttrainer, Anm. d. Red.) haben mir zu verstehen gegeben, dass ich – wie im letzten Jahr – als Nummer eins in die Vorbereitung gehe.“
Eine endgültige Entscheidung für die Rolle des Stammtorhüters sei das aber noch nicht, erklärte Michael Zetterer. Auch Cheftrainer Horst Steffen hatte zu Beginn der Woche gesagt: „Zetti hatte hier die Stammspielerrolle, und ich sage: Die hat er sich verdient und erarbeitet. Mio Backhaus ist ein Kandidat mit großem Talent. Lassen Sie mir die Zeit, das zu bewerten.“ Von einer festen Entscheidung also keine Spur. Doch Zetterer nimmt die Situation gelassen: „Wie bei jedem anderen Bundesligisten auch, hat man hier Konkurrenz – jemand, der ebenfalls ins Tor möchte. Wir haben einen neuen Trainer, der sich alles genau anschaut und nach Leistung aufstellt.“ Und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Wenn ich in den ersten vier Testspielen fünf Gegentore selbst verursache, habe ich auch keine Berechtigung, in der Bundesliga zu spielen.“
Michael Zetterer will Werder Bremen bleiben, aber nichts ausschließen - und natürlich nicht auf die Bank
Dass Michael Zetterer in der kommenden Saison überhaupt noch für Werder Bremen spielt, wurde zuletzt mehrfach infrage gestellt. Immer wieder wurde der Torhüter mit internationalen Vereinen in Verbindung gebracht. Seine Antwort auf die Spekulationen: „Es ist schon paradox: Die einen sagen, ich hätte mich für höhere Aufgaben empfohlen, die anderen fragen sich, ob ich überhaupt noch Stammtorhüter bin.“ Und mit einem kleinen Seitenhieb: „Das ist wohl ein klassisches Medienthema und gehört zum Fußball-Zirkus dazu.“ Für den gebürtigen Münchner steht jedenfalls fest: „Ich bin heute 30 geworden und habe meinen Vertrag letztes Jahr langfristig verlängert. Ich gehe also schwer davon aus, dass meine Zukunft hier liegt.“
Ganz ausschließen möchte er aber auch nichts – dafür ist das Geschäft zu schnelllebig. „Es ist kein Geheimnis, dass Werder Einnahmen braucht, und kein Spieler im Kader unverkäuflich ist“, sagte er. Seine weiteren Aussagen hören sich dennoch nicht unbedingt nach einem bevorstehenden Abgang an: „Ich will eine noch bessere Saison als letztes Jahr spielen – und im besten Fall unsere Endplatzierung in der Tabelle verbessern.“ Einzige Einschränkung: Falls Michael Zetterer tatsächlich zur Nummer zwei degradiert werden würde, werde er wohl doch handeln müssen. „Ich bin jetzt an einem Karrierepunkt, an dem ich mich wahrscheinlich nicht noch einmal auf die Bank setze“, unterstrich das Geburtstagskind. „Das ist kein Weg, den ich für mich sehe.“ (bvo/mbü)
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