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Frankfurt - Ein paar Schritte Anlauf nur, dann ein scharfer Rechtsschuss über die Mauer, mitten hinein ins grün-weiße Glück.
Wer seine Mannschaft in der sechsten Minute der Nachspielzeit per Freistoß zum Sieg schießt, der darf sich getrost als Spieler des Spiels fühlen, als der, der das letzte, krachende Ausrufezeichen hinter einen turbulenten Nachmittag gesetzt hat. Eigentlich ist allein das schon eine Geschichte für sich, mehr braucht es gar nicht. Milot Rashicas spätes Tor bei Werders 2:1-Erfolg in Frankfurt bot am Samstag allerdings gleich mehrere schöne Erzählansätze.
Kruse lässt Rashica schießen
Da wäre zum einen die Tatsache, dass es für den 22-jährigen Kosovaren das erste Freistoßtor im Seniorenbereich war. Als Jugendspieler hatte er zwar hin und wieder nach einem ruhenden Ball getroffen. Als Profi noch nie. „Es war genau die richtige Position für meinen rechten Fuß“, strahlte Rashica, der dieses Argument auch im kurzen Gespräch mit Max Kruse angeführt haben dürfte. Auch Werders Kapitän wollte schießen, ging dann aber weg. Noch so eine nette Randnotiz dieses Treffers.
„Er hat zu mir gesagt, dass ich den Ball dann aber auch reinhauen soll, wenn ich schon schießen will“, berichtete Rashica nach der Partie. Auftrag ausgeführt, hätte er auch sagen können. Seinen Trainer Florian Kohfeldt hat er mit dem Tor jedenfalls erfreut - aber nicht überrascht. „Ich wusste ja, dass er das kann“, sagte der 35-Jährige und fügte mit einem Schmunzeln an: „Es war jedenfalls nicht die schlechteste Bewerbung für kommende Freistöße.“
Gut möglich also, dass Rashica bald wieder antritt. Dann allerdings nicht vor einem Großteil seiner Familie, womit wir beim dritten Anekdötchen rund um seinen Treffer zum 2:1 angelangt wären. Zwei Tanten des Angreifers leben in Frankfurt, und so kam es, dass während des Spiels „etwa 10, 15“ Freunde und Familienangehörige Rashicas auf der Tribüne saßen und ihr ganz spezielles „finale grande“ präsentiert bekamen.
Nach dem Spiel blieb der Profi über Nacht bei der Familie in der Main-Metropole, er reist direkt von dort zur Nationalmannschaft weiter. Ein Abend im Kreise der Liebsten - es ist nicht schwer zu erraten, welche Szene und deren Geschichten dort rauf und runter diskutiert werden dürften.