Nach 0:4 gegen Stuttgart

Haltbar oder Traumtor? Werder-Trainer Steffen schützt Backhaus nach Leweling-Knaller

Mio Backhaus kassiert beim 0:4 des SV Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart ein Weitschuss-Gegentor durch Jamie Leweling. Einfach ein Traumtor - oder war der haltbar?

Bremen – Es lief die 44. Spielminute, als das Weserstadion am Sonntagabend endgültig in eine Art Schockstarre versetzt wurde. Unmittelbar nach dem 0:1 aus Sicht des SV Werder Bremen fasste sich Stuttgarts Jamie Leweling ein Herz und schweißte den Ball aus rund 32 Metern mit satten 121 km/h unter die Latte. Ein Treffer, der aufgrund seiner Wucht durchaus das Potenzial zum „Tor des Monats“ hat, durch die große Distanz aber auch die Frage aufwarf, inwiefern Werders Stammtorhüter Mio Backhaus eine Mitschuld am zweiten Gegentreffer trug. „Mein Anspruch ist es natürlich, einen Schuss aus dieser Distanz zu halten“, sagte der 21-Jährige nach der 0:4-Niederlage zunächst selbstkritisch, schob jedoch hinterher: „Für mich war das ein ekliger Schuss. Ich war vorbereitet, mache einen Schritt zum Ball – und dann fliegt er plötzlich in die andere Richtung. Das ist sehr ärgerlich.“

Werder Bremens Torwart Mio Backhaus kann den Weitschuss-Knaller von Stuttgarts Jamie Leweling nicht halten.

Weitschuss-Gegentor durch Jamie Leweling: Werder Bremen-Trainer Horst Steffen nimmt Torwart Mio Backhaus in Schutz

Zur Wahrheit gehörte in der Tat, dass der Ball in der Luft sichtbar seine Flugkurve veränderte und die Abwehrchance des Bremer Schlussmannes dadurch erheblich erschwerte. Werder Bremens Cheftrainer Horst Steffen nahm Mio Backhaus daher in Schutz: „Das war ein Flatterball mit einer enormen Wucht. Der Ball kam zwar mittig aufs Tor, war aber so scharf geschossen und hatte eine so ungewöhnliche Flugkurve, dass ich ihm da keinen Vorwurf machen möchte.“ An Backhaus hatte die Niederlage am Ende ohnehin nicht gelegen – im Gegenteil: Mit insgesamt acht Paraden verhinderte der Keeper gegen den VfB Stuttgart insbesondere in der zweiten Hälfte ein aus grün-weißer Sicht noch deutlicheres Ergebnis.

Dass unter dem Strich dennoch vier Gegentore standen und Mio Backhaus nach zwölf eigenen Einsätzen somit nun bereits 24 Gegentreffer hinnehmen musste, stellte jedoch weder den Torhüter des SV Werder Bremen noch seinen Trainer zufrieden. „Die letzten beiden Gegentore waren zu einfach. Die dürfen auch in Unterzahl nicht passieren“, monierte Steffen und ergänzte: „Das muss in Zukunft vermieden werden.“ Sein Torhüter sah es ähnlich: „Wir müssen konsequenter verteidigen und dabei trotzdem einen klaren Kopf bewahren.“ (bvo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

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