Besonderes Spiel in Frankfurt
Erstes Bundesligaspiel direkt gegen den alten Konkurrenten – Backhaus vor Werder-Premiere in „ungewöhnlicher Situation“
Mio Backhaus wird am Samstag gegen Eintracht Frankfurt sein Bundesliga-Debüt für den SV Werder Bremen geben. Wie Trainer Horst Steffen das einordnet.
Bremen – Es dürfte ein ungewohntes Bild werden am Samstag, wenn Michael Zetterer und Mio Backhaus gemeinsam auf dem Platz in einem Bundesliga-Spiel stehen: Zetterer für seinen neuen Arbeitgeber Eintracht Frankfurt, Backhaus erstmals im deutschen Oberhaus für den SV Werder Bremen. „Es ist eine total ungewöhnliche Konstellation“, betont auch Werder-Cheftrainer Horst Steffen. Noch vor wenigen Tagen hatte der 56-Jährige öffentlich Zetterer als Nummer eins am Osterdeich bestätigt. Nur wenige Tage später muss der Bremer Coach nun erklären, weshalb Backhaus nach Zetterers Abgang gen Frankfurt der würdige Nachfolger ist. „Ich habe vor einer Woche erläutert, warum ich nach einem sehr engen und ausgeglichenen Rennen zu Zetti tendiert habe“, sagt Steffen und betont: „Ich habe aber auch damals schon von Mios Qualitäten geschwärmt und hervorgehoben, dass es eben ein ausgeglichenes Rennen war.“
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Kuriosum um Mio Backhaus: Rennen um die Nummer eins verloren – und jetzt doch Stammtorhüter bei Werder Bremen
Ein Rennen, in dem Backhaus zwar offiziell knapp das Nachsehen hatte – und nun dennoch am ersten Bundesligaspieltag für Werder Bremen im Tor stehen wird. „Ich habe zu ihm in dieser Woche nur kurz gesagt: So schnell ändern sich die Themen“, erzählt Steffen mit einem Schmunzeln. Ein längeres Gespräch zwischen Trainer und Torhüter gab es laut dem 56-Jährigen nicht mehr – auch, weil er keinen Anlass dazu sah: „Für Mio ist klar, dass er im Tor stehen wird, und ich sehe aktuell auch keinen Unterschied bei ihm, wie er sich in den Trainingseinheiten präsentiert.“ Dass man intern dem 21-Jährigen die Rolle als neue Nummer eins zutraut, hatte bereits Torwarttrainer Christian Vander im Interview mit der DeichStube deutlich gemacht: „Wir sind von ihm und seinen Fähigkeiten absolut überzeugt – und diese Überzeugung werden wir auch nicht verlieren, wenn er mal einen Fehler machen sollte.“ Dass Werder kurz vor einer Verpflichtung von Karl Hein vom FC Arsenal steht, ändert daran nichts. Backhaus ist und bleibt der neue Bremer Stammtorhüter, wie Steffen bestätigt: „Mio ist die Nummer eins.“
Fehlende Bundesliga-Erfahrung – doch Trainer Horst Steffen glaubt an Werder Bremens Mio Backhaus
Bleibt die Frage, wie der junge Schlussmann mit seiner neuen Rolle umgehen wird. Schließlich geht Mio Backhaus ohne jegliche Bundesliga-Erfahrung in eine Saison als fester Stammkeeper. „Er kann sich erstmal freuen, dass er sein erstes Bundesliga-Spiel absolvieren wird“, schiebt Steffen die Frage nach dem Druck beiseite und betont stattdessen: „Natürlich wird er auch eine gewisse Nervosität haben – die habe ich nach so vielen Jahren Profifußball aber auch noch. Diese Anspannung ist ganz normal. Bei ihm sollte jedoch ganz klar die Freude im Vordergrund stehen, Bundesliga spielen zu dürfen.“ Daran, dass Backhaus diese Herausforderung sowohl mental als auch qualitativ meistern kann, hat der Cheftrainer des SV Werder Bremen keinen Zweifel. „Mio ist ein selbstbewusster Typ, der die Anlagen hat, ein sehr guter Torwart zu sein. Das strahlt er auch aus.“ Dass der Youngster in seiner torwartspezifischen wie auch persönlichen Entwicklung noch längst nicht am Ende angekommen ist, hatte bereits Vander betont: „Er ist ein sehr lieber, hilfsbereiter und ein Stück weit auch demütiger Mensch. Für das Positionsprofil Torwart darf er im Laufe der Zeit sicher noch die eine oder andere Ecke und Kante entwickeln.“ Dass dies mit 21 Jahren ein ganz normaler Prozess ist, stellte der Torwarttrainer klar.
Steffen selbst richtet den Blick vordergründig auf die fußballerischen Qualitäten und erklärt mit einem Schmunzeln: „Mir ist es egal, ob er Ecken und Kanten hat. Mir ist wichtig, dass er die Bälle hält und zudem einen guten Spielaufbau hinbekommt. Das sind die Eigenschaften, die ich von einem guten Torwart erwarte.“ Diese Qualitäten kann Mio Backhaus nun am Samstag in der Bundesliga für Werder Bremen unter Beweis stellen, wenn er gegen Eintracht Frankfurt in der Startelf steht – ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Konkurrenten Michael Zetterer. (bvo)
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