Werder-Star fällt positiv auf
Naby Keita als Lichtblick – aber Werder Bremen bleibt vorsichtig
Naby Keita war bei der bitteren 2:4 (0:2)-Pleite des SV Werder Bremen gegen Darmstadt 98 einer der wenigen Lichtblicke bei den Grün-Weißen. Darf der Star-Neuzugang im kommenden Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim nun womöglich von Beginn an ran?
Darmstadt – Auch bei Naby Keita saß der Frust tief, sehr tief sogar. Das war nach Werder Bremens 2:4-Niederlage beim SV Darmstadt 98 zwar nicht zu hören, dafür aber mehr als deutlich zu sehen: Auf dem Weg in Richtung Kabine legte der 28-Jährige in den Stadionkatakomben kurz den Kopf in den Nacken und stieß einen stummen Schrei aus. Dann war Keita verschwunden. Während seines 21-minütigen Einsatzes war er zuvor so etwas wie der einzige Bremer Lichtblick an einem ansonsten finsteren Tag gewesen. Was die Hoffnung auf einen vollständig fitten Keita bei Werder noch größer werden ließ.
Nachdem der Star-Neuzugang während des 2:1-Heimsiegs gegen den 1. FC Köln in den letzten drei Minuten seine Premiere für den SV Werder Bremen hatte feiern dürfen, schickte ihn Trainer Ole Werner bei Darmstadt 98 in der 69. Minute auf den Platz – beim Stand von 0:4, wohlgemerkt. Lange dauerte es danach nicht, und Naby Keita hatte die ersten Akzente gesetzt. Am 1:4 von Olivier Deman (70.) war er zwar noch nicht direkt beteiligt, das 2:4 durch Milos Veljkovic (79.) brachte er dann aber mit einem klugen Pass auf den Weg. „Naby hat uns einen Push gegeben, vorher war es nichts von uns“, betonte Veljkovic, während Darmstadts Torhüter Marcel Schuhen erleichtert festhielt: „Der Herr Keita hat eben auch seine Qualitäten, das hat glaube ich jeder gesehen, als er reingekommen ist. Deswegen bin ich schon froh darüber, dass er noch nicht wieder komplett fit gewesen ist.“
Werder Bremen hofft nach Pleite in Darmstadt auf Lichtblick Naby Keita - Startelf-Einsatz gegen die TSG Hoffenheim?
Wann genau das der Fall sein wird und ob der Hoffnungsträger des SV Werder Bremen womöglich im kommenden Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim (Samstag, 18.30 Uhr) endlich ein Startelf-Kandidat ist – Chefcoach Werner hielt sich bei diesen Fragen noch sehr bedeckt. „Wir werden sehen. Es ist immer auch die Frage, wie Naby so ein Spiel wie heute verkraftet und danach durch die Woche kommt“, sagte der 35-Jährige nach dem Spiel gegen den SV Darmstadt 98, der sich selbstredend schnellstmöglich einen topfitten Naby Keita wünscht. „Es ist ja logisch, dass wir hoffen, dass wir ihn Stück für Stück dahin bringen, dass er länger spielen kann. So gesehen war sein Auftritt heute eines der ganz wenigen positiven Dinge, die man aus dem Spiel mitnehmen kann.“
Clemens Fritz, Werder Bremens Leiter Profifußball, sah das genauso, erklärte, dass Naby Keita gerade jede Spielminute guttue – hob aber auch hervor, dass die Hoffnungen und Erwartungen, die mit dem Star-Einkauf verbunden sind, nicht zu groß werden sollten: „Ein Spieler alleine wird es nicht richten können. Naby hat es heute ordentlich gemacht, aber jeder Einzelne ist gefordert. Zu sagen, Naby regelt das bald schon für uns, wird nicht funktionieren.“ (dco)