Gründe für nachhaltiges Agieren erklärt

„Nachhaltigkeit ist für uns kein nettes Beiwerk, sondern eine Strategie“: Werder-Geschäftsführerin Laufmann über das Engagement ihres Vereins

Geschäftsführerin Anne-Kathrin Laufmann kümmert sich beim SV Werder Bremen intensiv um das Thema Nachhaltigkeit - aus guten Gründen.
+
Geschäftsführerin Anne-Kathrin Laufmann kümmert sich beim SV Werder Bremen intensiv um das Thema Nachhaltigkeit - aus guten Gründen.

Der SV Werder Bremen kümmert sich intensiv ums Thema Nachhaltigkeit. Warum eigentlich? Geschäftsführerin Anne-Kathrin Laufmann erklärt auf der „SPOBIS“ die Gründe ihres Vereins.

Hamburg – Den 14. November 2023 als historischen Tag in der Geschichte des SV Werder Bremen zu bezeichnen, ist sicherlich übertrieben – und dennoch kam es vor zwei Monaten zu einem bemerkenswerten Moment: Erstmals seit 2015 veröffentlichte der Bundesligist wieder einen Nachhaltigkeitsbericht. Auf mehr als 50 Seiten gibt dieser ausführlich Auskunft über das soziale und ökologische Engagement des Vereins während der Saison 2022/23. Vor nunmehr acht Jahren waren die Bremer mit ihrem ersten Bericht einer der Vorreiter im deutschen Profifußball gewesen – eine Rolle, an der sich bis heute nicht viel geändert hat, auch wenn in der Zwischenzeit wirtschaftliche Probleme die Erstellung weiterer Berichte verhinderten. „Nachhaltigkeit ist für uns kein nettes Beiwerk, sondern eine Strategie“, betonte Werder-Geschäftsführerin Anne-Kathrin Laufmann am Mittwoch auf der „SPOBIS“ in Hamburg, Europas größter Sportbusiness-Konferenz. Gemeinsam mit Michael Meeske (Geschäftsführer VfL Wolfsburg) und Denni Strich (Geschäftsführer TSG Hoffenheim) diskutierte die 44-Jährige über die notwendige nachhaltige Transformation der Proficlubs – und gewährte dabei Einblicke in die Arbeit des SV Werder.

Zur Erinnerung: Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hatte im Sommer 2022 eine verpflichtende Nachhaltigkeitsrichtlinie in ihrer Lizenzierungsordnung verankert, seit der laufenden Saison ist sie nun in Kraft. Heißt, vereinfacht gesagt: Wer künftig in der Bundesliga mitspielen will, muss unter anderem nachweisen, dass er ressourcenschonend arbeitet und sich sozial engagiert. „Das ist ein sehr wichtiger Schritt, weil man die Vereine dadurch in die Verantwortung nimmt“, sagte Werder Bremens Anne-Kathrin Laufmann, die starke Marken, wie es die Bundesliga-Clubs nun einmal sind, in einer besonderen Vorbildfunktion sieht: „Sie haben die Kraft, wichtige Themen zu positionieren und andere dabei mitzunehmen.“

Warum kümmert sich Werder Bremen so intensiv ums Thema Nachhaltigkeit? Anne-Kathrin Laufmann kennt gute Gründe

Werder Bremen hat sich das auf die Fahnen geschrieben, groß sogar. In der Unternehmensstrategie der Werder Bremen GmbH & Co KG Aa wird das Thema „Nachhaltiges agieren“ als eines der differenzierten Ziele geführt. Im aktuellen Nachhaltigkeitsbericht „haben wir uns auf unsere Leuchtturmprojekte fokussiert“, erklärte Anne-Kathrin Laufmann und nannte das Spielraum-Projekt, bei dem es um die Sportsozialisation von Kindern und Jugendlichen geht, als ein Beispiel. Rund 150 Trainerinnen und Trainer bieten wöchentlich 120 Einheiten in Schulen, Kindergärten und sozialen Einrichtungen an, an denen rund 2.500 Kinder und Jugendliche teilnehmen. Zudem ist Werder einer von bisher neun Bundesligisten, die sich unter dem Slogan „Vom Feld in den Fanshop“ für nachhaltige Fanartikel einsetzen. Aktuell werden 450 Baumwollbauern in Indien bei der Umstellung auf Bio-Baumwolle unterstützt. Um an dieser Stelle nur zwei Beispiele für das Bremer Engagement zu nennen. Hoffenheims Geschäftsführer Strich berichtete indes davon, dass inzwischen 80 Prozent der Abfälle, die während eines Bundesliga-Heimspiels seines Vereins anfallen, recycelbar seien. „Mit ist wichtig, dass die Vereine untereinander keine Nachhaltigkeitstabelle führen. Entscheidend ist doch, dass jeder etwas macht“, sagte er.

Klar ist dabei: Nachhaltiges Engagement kostet Geld, ziemlich viel sogar. Allein das Erstellen eines Nachhaltigkeitsberichts kann schon mal 50.000 Euro verschlingen. Für Anne-Kathrin Laufmann ist es jedoch unumgänglich, dass Vereine in diesem Bereich investieren. „Ich kenne die Fragen wie: ,Wie viel kostet das, und was bringt uns da?‘ Da bin ich auch durchgegangen“, berichtete sie – und betonte: „Für mich ist das der falsche Ansatz, denn man muss sich fragen, was passiert, wenn man es nicht macht. Wir sind ein Club, der in einem Überschwemmungsgebiet zu Hause ist. Was kostet es uns, wenn wir absaufen?“, fragte Laufmann – und gab sich die Antwort prompt selbst: „Dann sind wir weg!“ Auch in Sachen Außenwirkung komme nachhaltigem Handeln immer größere Bedeutung zu. „Wenn wir uns nicht zu gesellschaftspolitischen Themen positionieren und keine klare Haltung haben, sind die Fans irgendwann nicht mehr da. Was würde uns das eigentlich kosten?“, führte die Geschäftsführerin des SV Werder Bremen aus, ehe sie darauf verwies, dass nachhaltiges Arbeiten sogar zu Mehreinnahmen führen könne.

Vereine wie Werder Bremen müssen auf Nachhaltigkeit setzen - auch aus wirtschaftlichen Gründen

So ist der aktuelle Hauptsponsor Matthäi einst über das Spielraum-Projekt des SV Werder Bremen als Partner eingestiegen. Im Laufe der Jahre wurde die Zusammenarbeit mehr und mehr ausgebaut – bis hin zum Status als Trikotsponsor, den das Bauunternehmen seit der laufenden Saison innehat. Wolfsburgs Geschäftsführer Michael Meeske sieht die Zeit nicht mehr weit entfernt, in der Unternehmen den Profifußball gar nicht mehr fördern, wenn dieser nicht nachhaltig unterwegs ist: „Wir müssen unsere Hausaufgaben in diesem Bereich machen und sie eindeutig nachweisen können.“

So handhabt es auch Werder Bremen. Bis 2040 möchten die Grün-Weißen ihre Treibhausgas-Emissionen auf Netto-Null gesenkt haben. Ohne Frage ein ambitioniertes Ziel, für das in der täglichen Arbeit Weichen gestellt werden. Inzwischen übrigens eng verknüpft mit dem Namen Sandra Broschat, die Anfang Januar ihren Posten als neue Leiterin des Bereichs Nachhaltigkeit beim SV Werder angetreten hat. (dco)

Auch interessant: Spielraum, Common Goal und Co. Warum Werder Bremen sich sozial engagiert und welche Chancen das auch nach 125 Jahren noch mit sich bringt!

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Kommentare