Ex-Werder-Stürmer Nils Petersen
„Manchmal schäme ich mich...“
Freiburg - Nils Petersen hat Abitur – es ist also davon auszugehen, dass sein geistiger Horizont deutlich über Teppichkantenniveau liegt. Aber in seinem Job als Fußball-Profi bestehe durchaus die Gefahr zu verblöden.
Das sagte der ehemalige Stürmer des SV Werder in einem Interview mit dem „focus“. Petersen übt darin erstaunlich deutliche Kritik am eigenen Wissensstand und an dem vieler Kollegen.
„Die Fußballbranche ist oberflächlich, und wir Fußballer sind nicht so belesen“, sagte der 29 Jahre alte Olympiazweite, der seit Januar 2015 beim SC Freiburg unter Vertrag steht: „Salopp gesprochen, verblöde ich seit zehn Jahren, halte mich aber über Wasser, weil ich ganz gut kicken kann.“
So ehrlich, so selbstkritisch – Petersen hat den Mut zuzugeben, dass ihm ein Status als Star und ein sicherlich prall gefülltes Bankkonto nicht reichen im Leben. Er entwickelt offenbar sogar Minderwertigkeitskomplexe gegenüber den meisten anderen Menschen. „Ich habe nichts gelernt, keine Ausbildung gemacht, die anderen Leute können wahrscheinlich viel mehr als ich. Manchmal schäme ich mich, weil ich so wenig Wissen von der Welt besitze“, sagte er. Die Zuschauer auf den Stadiontribünen der Universitätsstadt Freiburg seien „insgesamt wohl intellektueller und schlauer als ich“.
Petersen bedauere die Fokussierung auf seine Sportart in seinem Umfeld. Wenn er mit seiner Freundin, einer gelernten Freiburger Justizfachangestellten, unterwegs sei, habe er großes Interesse daran, mehr über die anderen Leute zu erfahren. Aber sobald man ihn erkenne, würden alle immer nur über Fußball mit ihm reden wollen.
(mit sid)
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