Alle Bremer in der Einzelkritik
Werder Bremen in Noten gegen VfL Wolfsburg: Mitchell Weiser und Marvin Ducksch überragen bei Spektakel
Der SV Werder Bremen hat am 7. Spieltag den VfL Wolfsburg mit 4:2 (1:1) besiegt. Die Noten zum Spiel - alle Bremer Profis in der Einzelkritik.
Michael Zetterer: Sah bei der Ecke vor dem 0:1 unglücklich aus – kam beim Herauslaufen allerdings nur deshalb nicht an den Ball, weil Ducksch diesen abgefälscht hatte (19.). Wirkte danach trotzdem verunsichert. Parierte aber stark gegen Kaminski (40.) Note 3,5
Julian Malatini (bis 84.): Diese Partie war eine enorme Prüfung für den 23-Jährigen. Mal flogen die Gegenspieler förmlich an ihm vorbei, dann konnte er sie gekonnt stoppen. Leitete stark das 3:1 ein. Note 2,5
Marco Friedl: Der Österreicher war stets auf Ballhöhe und ging auch dieses Mal zur Not wieder dorthin, wo es wehtut. Beim 2:4 allerdings einen Schritt zu spät gegen Maehle. Note 2
Anthony Jung (bis 23.): Kurzauftritt des Innenverteidigers. Griff sich schon früh in den Leisten- beziehungsweise Adduktorenbereich. Note -
Werder Bremen in Noten gegen den VfL Wolfsburg: Mitchell Weiser überragt bei Spektakel
Mitchell Weiser: Rückte wieder zurück auf den rechten Flügel und glänzte. Veredelte kurz vor der Pause selbst mit dem Schienbein die Ducksch-Flanke zum Ausgleich, in vertauschten Rollen brachten sie dann den dritten Treffer auf den Weg. Note 1
Senne Lynen: Zählte nach überstandener Gehirnerschütterung wieder zur ersten Elf, war sichtlich um Ordnung bemüht – leistete sich dann aber einen katastrophalen Fehlpass, der fast zum 2:2 geführt hatte (55.). Schüttelte sich kurz und machte ordentlich weiter. Note 3,5
Felix Agu (bis 82.): Durch die Weiser-Umbesetzung wieder links unterwegs, stoppte zunächst aber zentral in höchster einen gefährlichen Wolfsburger Konter. Danach in viele Laufduelle mit dem schnellen Baku verwickelt, wo höchste Aufmerksamkeit gefragt war. War auch vor seinem 2:1 hellwach, wenngleich er etwas Glück hatte, dass der Ball unterm Keeper durchrutschte. Note 2
Leonardo Bittencourt: Bei seinem ersten Startelfeinsatz in dieser Saison häufig als zweiter Sechser neben Lynen zu sehen, doch er legte auch immer wieder den Offensivgang ein – allerdings mangelte es seinen gut gedachten Pässen an der nötigen Genauigkeit. Konzentrierte sich deshalb in der Folge aufs Wesentliche. Note 3,5
Romano Schmid: Wollte viel zu häufig mit dem Kopf durch die Wand und verlor dabei oft den Ball. Die nicht immer sonderlich beweglich wirkende Wolfsburger Hintermannschaft hatte so wenig Probleme beim Verteidigen. Gab aber nie auf und war immerhin an zwei Treffern indirekt beteiligt. Note 3
Werder Bremens Marvin Ducksch sticht aus starker Offensive heraus - die Noten zum Sieg gegen den VfL Wolfsburg
Marvin Ducksch (bis 90.+4): Legte früh stark auf Grüll ab (1.), beim Gegentor dann involviert, weil ihm bei einem Kopfballversuch das Timing fehlte und er die Kugel so in Zetterers Gesicht abfälschte. Überragend dann seine Flanke vor dem 1:1 (45.+5), vergab dann unmittelbar nach dem Seitenwechsel eine Topgelegenheit (48.). Und als sich die ersten Fans auf der Tribüne schon wieder über ihn ärgern wollten, traf er klasse zum 3:1 (67.). Und der Stürmer hatte noch lange nicht genug, bediente Grüll vor dem 4:1 erneut traumhaft (72.). Note 1
Marco Grüll (bis 82.): Zum zweiten Mal von Beginn an dabei – und da ließ er bei seinem ersten Ballkontakt direkt eine dicke Chance liegen. Auch danach fehlte lange die nötige Handlungsschnelligkeit. Steigerte sich nach der Pause erheblich und hätte kurz vor dem Agu-Tor fast selbst getroffen (52.). Das holte er aber später nach. Note 2,5
Amos Pieper (ab 23.): Ersetzte Jung und löste viele knifflige Situationen kompromisslos. Besser konnte er sich nach dem Kaltstart kaum einführen. Da fielen kleinere Ungenauigkeiten nicht weiter ins Gewicht. Note 2,5
Derrick Köhn (ab 82.): Zauberte noch etwas. Note -
Keke Topp (ab 82.): Arbeitete den Sieg mit ins Ziel. Note -
Olivier Deman (ab 84.): Musste als Malatini-Ersatz in der Kette ran. Note -
Oliver Burke (ab 90.+4): Gab Vollgas in der Nachspielzeit und hätte fast noch getroffen. Note -
Weiter mit der Aufstellung:
Marco Grüll von Beginn an, U19-Talent im Kader: Werder Bremen-Aufstellung gegen VfL Wolfsburg
Update vom 20. Oktober 2024 (16.30 Uhr): Jetzt ist die Aufstellung da - Marco Grüll spielt von Beginn an, auch ein U19-Talent steht im Kader! Die ganze Werder-Startelf findet ihr im Liveticker zum Spiel des SV Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg!
Bremen – Ganz plötzlich hatte sich eine kleine Menschentraube um Michael Zetterer gebildet, der Torhüter des SV Werder Bremen hockte in einem Golfcart auf dem Trainingsplatz und tastete seinen linken Arm ab. Da wollten auch die Kollegen wissen, was los ist. Kurz zuvor war die Nummer eins der Grün-Weißen während einer Übung zu spät in einen Zweikampf mit Felix Agu gekommen und hatte den Außenbahnspieler beim Torschuss elfmeterwürdig von den Beinen geholt – mit offensichtlich schmerzhaften Folgen für Zetterer. Der 29-Jährige wurde kurz behandelt, ließ sich dann auf dem Nebenplatz von Torwarttrainer Christian Vander ein paar Bälle zuschießen und gab trotz der Beschwerden im Ellenbogenbereich schließlich grünes Licht. Beim Abschlussspielchen im letzten Training vor dem Spiel beim VfL Wolfsburg war der Schlussmann leicht verspätet wieder ohne größere Anzeichen einer Beeinträchtigung dabei.
Werder Bremen-Aufstellung gegen VfL Wolfsburg: Leonardo Bittencourt steht in der Startelf
Werder Bremen droht also wohl nicht der nächste Ausfall. Milos Veljkovic (Fußbeschwerden) Niklas Stark (muskuläre Probleme) und Justin Njinmah (Sprunggelenksverletzung) befinden sich ja ohnehin noch im Aufbautraining, unter der Woche verletzten sich dann aber auch noch Jens Stage (Muskelprellung) und Skelly Alvero (Knie), was den Kader und die Aufstellungs-Optionen weiter schmälerte. Das reichte aus Bremer Sicht erst einmal. Nutznießer des Dilemmas ist Leonardo Bittencourt, der von Coach Ole Werner bereits eine Startelf-Garantie erhielt. Auch der Mittelfeldspieler kam während der finalen Einheit am Samstagmittag vor dem Wolfsburg-Spiel nicht ohne Schmerzen aus, bei einem Zweikampf war er deutlich hörbar am Fuß getroffen worden und schrie auch direkt auf. Doch der 30-Jährige schüttelte sich anschließend kurz und brachte das Training ohne Probleme zu Ende.
Werder Bremen-Startelf-Aufstellung gegen VfL Wolfsburg: Senne Lynen kehrt zurück - Doppel-Sechs mit Leo Bittencourt
Folglich dürfte er tatsächlich am Sonntag im Spiel des SV Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg (17.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) in der Startelf auflaufen können – und vermutlich an der Seite von Senne Lynen, der zuletzt gegen Freiburg wegen einer Gehirnerschütterung ausgefallen war, als sehr defensiver Achter eine bereits in der Vergangenheit erprobte Variante der Doppel-Sechs interpretieren. Vor ihnen wird Romano Schmid unterwegs sein und gemeinsam mit Marvin Ducksch und Mitchell Weiser für offensive Gefahr sorgen wollen. Auf den Außen deutet es in der Aufstellung erneut auf das Duo Derrick Köhn (links) und Felix Agu (rechts) hin, in der Abwehr bilden wohl abermals Julian Malatini, Marco Friedl und Anthony Jung ein Trio. (mbü)
