,Grosso‘ überzeugt gegen Leipzig
„Schon 1000 Mal totgesagt und immer noch wichtig“: Werder-Trainer Werner beeindruckt von Routinier Groß
Nach acht Spielen ohne Einsatz stand Christian Groß gegen RB Leipzig wieder für den SV Werder Bremen auf dem Platz - und zeigte beim 1:1 eine ordentliche Leistung. Trainer Ole Werner zeigte sich nach dem Spiel beeindruckt von der Leistung des Routiniers und nahm den 34-Jährigen, der den entscheidenden Zweikampf vor dem Gegentor durch Lois Openda verlor, in Schutz.
Bremen - Nein, glücklich sah Christian Groß in der Szene aus der 47. Minute wahrlich nicht aus - ganz einfach, weil es dem Routinier des SV Werder Bremen nicht gelang, Loïs Openda an der Strafraumkante entscheidend zu stören. Wenige Sekunden später hatte der Angreifer von RB Leipzig dann zum 1:0 für seine Mannschaft getroffen - ein Gegentor, das die Bremer in Person von Justin Njinmah zwar noch ausgleichen konnten, dessen Entstehung nach dem Spiel aber dennoch großes Thema war. Im Zentrum dabei, klar: Christian Groß. In der Nachbetrachtung des Spiels wurde der 34-Jährige von seinem Trainer demonstrativ in Schutz genommen - und mehr noch: als quasi unverzichtbar für die Mannschaft eingestuft.
Werder Bremens Christian Groß gegen RB Leipzig mit seinem ersten Einsatz nach acht Spielen Pause
„Das ist nicht nur ein Fehler, sondern auch die Qualität von Openda, der sich gut durchsetzt“, sagte Ole Werner, Cheftrainer des SV Werder Bremen, über den Führungstreffer des Belgiers, der seit Sommer für RB Leipzig aufläuft und bereits elf Saisontore erzielt hat. „Sicherlich hätte ,Grosso‘ den Zweikampf gerne für sich entschieden“, fuhr Werner fort, verließ die Szene dann aber und hielt stattdessen grundsätzlich fest: „Es gab in dem Spiel aber auch viele Situationen, die er gut gelöst hat. Deshalb bin ich mit seiner Leistung total einverstanden. Zumal er vorher lange nicht auf dem Platz stand.“
In der Tat war die Partie gegen RB Leipzig für Christian Groß der erste Einsatz nach acht Spielen Pause gewesen. Nachdem ihn zunächst eine Wadenverletzung außer Gefecht gesetzt hatte, musste er sich mit der Rolle des Reservisten begnügen, weil Jens Stage in der Zwischenzeit gute Leistungen auf der Sechserposition gezeigt und sich dort festgespielt hatte. Gegen Leipzig kehrte Groß dann nur ins Team zurück, weil in der Defensive des SV Werder Bremen Not am Mann war: Neben dem Langzeitverletzen Amos Pieper (Knöchelbruch) fielen auch die Innenverteidiger Niklas Stark und Milos angeschlagen aus. Groß musste also in der Dreierkette aushelfen.
Werder Bremens Ole Werner über Christian Groß: „,Grosso‘ ist jemand, auf den man sich in jeder Situation verlassen kann“
„,Grosso‘ ist jemand, auf den man sich in jeder Situation verlassen kann“, betonte der Cheftrainer des SV Werder Bremen, „und das, obwohl er in diesem Jahr schon die eine oder andere Malesche hatte“. Gegen RB Leipzig sei dem erfahrenen Fußballer zwar anzumerken gewesen, „dass er nicht komplett in Spielpraxis ist“, trotzdem sei Christian Groß für die Mannschaft auf dem Platz einmal mehr „brutal wichtig“ gewesen. Die Erklärung dieser Einschätzung folgte umgehend: „Er versteht das Spiel und weiß, was von ihm verlangt wird. Das macht er dann zu 100 Prozent.“ Was Ole Werner beeindruckt. „Gefühlt wurde er schon 1000 Mal totgesagt und ist trotzdem immer noch wichtig für uns.“ Abseits des Platzes gelte das ohnehin, weil Groß sehr ausgleichend in der Kabine sei und seine Erfahrung weitergebe.
Wie lange das noch der Fall sein wird, steht übrigens in den Sternen. Der Vertrag von Christian Groß bei Werder Bremen läuft im kommenden Sommer aus. Gespräche über die Zukunft wollen Spieler und Verein erst im Frühjahr aufnehmen. (dco)