Paukenschlag bei Werder

Schluss nach fast 20 Jahren: Frauenfußball-Urgestein Birte Brüggemann verlässt den SV Werder

Überraschung beim SV Werder Bremen: Birte Brüggemann, Leiterin der Frauenfußballabteilung, verlässt den Verein nach fast 20 Jahren!

Vor nunmehr 19 Jahren hat sie die Frauen-Fußballabteilung des SV Werder Bremen aufgebaut und bis zuletzt als Abteilungsleiterin prägend mitgestaltet – nun gehen Birte Brüggemann und der Bundesligist überraschend getrennte Wege. Das gab der SV Werder am Montagnachmittag offiziell bekannt. „Birte Brüggemann wird ihre Tätigkeit für den Verein kurzfristig beenden“, heißt es in der entsprechenden Mitteilung. „Darauf haben sich der Verein und die 55-Jährige nach intensiven Gesprächen über die zukünftige Ausrichtung der Abteilung gemeinsam verständigt.“

Überraschung beim SV Werder Bremen: Birte Brüggemann, Leiterin der Frauenfußballabteilung, verlässt den Verein nach fast 20 Jahren!

Werder Bremens Clemens Fritz über BIrte Brüggemann: „Sie hat hat den Wunsch geäußert, einen anderen Weg gehen zu wollen“

Der Impuls zur Trennung kam dabei von Birte Brüggemann selbst, die Ende Februar, kurz vor dem Nordderby beim Hamburger SV, mit ihrem Wunsch bei Clemens Fritz, dem Sportchef des SV Werder Bremen, vorstellig wurde. „Birte hat den Frauenfußball bei uns aufgebaut und maßgeblich zum Erfolg der Abteilung beigetragen. Für ihren Einsatz und ihre Leidenschaft sind wir ihr sehr dankbar“, betont Fritz gegenüber der DeichStube – und erklärt: „Jetzt hat sie den Wunsch geäußert, einen anderen Weg gehen zu wollen. Das respektieren wir. Wir haben gemeinsam eine gute Lösung gefunden.“ Sprich: Brüggemanns Vertrag in beidseitigem Einvernehmen aufgelöst. Bis Mitte März ist die Abteilungsleiterin noch im Amt, dann geht sie.

Leicht gefallen ist Birte Brüggemann der Rücktritt nicht. „Den Frauenfußball bei Werder über fast zwei Jahrzehnte leiten zu dürfen, war für mich stets eine Herzensangelegenheit und nicht einfach nur ein Job. Daher ist mir meine Entscheidung, Werder zu verlassen, sehr schwergefallen. Sie ist das Ergebnis meines wachsenden Wunsches nach Veränderung für mich und Werders Frauenfußball“, wird die UEFA-Pro-Lizenz-Inhaberin in der Mitteilung des SV Werder Bremen zitiert. 

Werder Bremens Clemens Fritz über Nachfolge von Birte Brüggemann: „Bisher haben wir noch keine Gespräche in der Sache geführt“

Die vakante Stelle soll nun nicht lange frei bleiben, damit kein Vakuum innerhalb der Abteilung entsteht. „Unser Ziel ist es, den Posten schnellstmöglich neu zu besetzen“, sagt Clemens Fritz. Konkret ist die Suche des SV Werder Bremen jedoch noch nicht: „Bisher haben wir noch keine Gespräche in der Sache geführt.“ Bis eine neue Abteilungsleitung gefunden ist, wird die bereits angelaufene Kaderplanung für die Saison 2026/27 federführend von Cheftrainerin Fritzy Kromp sowie von Geschäftsführer Fritz übernommen.

Nach Informationen der DeichStube favorisiert Werder Bremen bei der Suche nach einer neuen Frauenfußball-Führungskraft eine externe Lösung. Wie zu erfahren ist, soll die neue Abteilungsleitung möglichst nah an der Mannschaft arbeiten, das Team also auch regelmäßig während des Trainings und auf Auswärtsreisen begleiten.    

Birte Brügemann hatte die Gründung der Frauenfußball-Abteilung beim SV Werder Bremen im Jahr 2007 entscheidend vorangetrieben

Birte Brüggemann hatte die Gründung der Frauenfußball-Abteilung im SV Werder Bremen im Jahr 2007 entscheidend vorangetrieben und sich im Laufe der Zeit regelmäßig gegen Widerstände auch innerhalb des eigenen Vereins behauptet. Unter ihrer Leitung haben Werders Fußballerinnen eine beachtliche Erfolgsgeschichte geschrieben, die das Team bis hinauf in die Bundesliga geführt hat, wo es aktuell Tabellensechster ist. Zu den sportlichen Meilensteinen zählen die Zweitliga-Meisterschaften 2017 und 2020, jeweils verbunden mit dem Erstliga-Aufstieg. Bereits im Jahr 2015 war der erstmals geglückt. 2025 sorgten die Bremerinnen zudem mit dem Einzug ins DFB-Pokalfinale für Furore. Erst vor wenigen Tagen gab es die nächste Erfolgsmeldung: In Stürmerin Larissa Mühlhaus feierte der Verein seine erste deutsche A-Nationalspielerin, die bei ihrem Debüt gegen Slowenien prompt ein Tor erzielte. Birte Brüggemann hinterlässt beim SV Werder also ein gut bestelltes Feld. (dco)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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