Bremer Derbyhelden gesucht
Boniface wohl ohne Chance – reicht es für Coulibaly als Ersatz von Werder-Kapitän Friedl?
Die Personal-Lage beim SV Werder Bremen ist weiter angespannt: Wer könnte im Nordderby gegen den HSV zum Einsatz kommen? So ist der Stand!
Wenn alles normal gelaufen wäre, dann hätte Marco Friedl wohl kaum am Montagmorgen auf dem Trainingsplatz gestanden. Wie alle anderen Stammspieler hätte auch der Kapitän des SV Werder Bremen allenfalls ein regeneratives Programm im Inneren des Weserstadions abgespult. Doch weil tags zuvor der Arbeitstag des Österreichers schon nach 24 Minuten wegen eines Platzverweises beendet war, kickte Friedl mit den Reservisten. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) darf er nicht einmal das, denn das Nordderby gegen den Hamburger SV verpasst der Innenverteidiger wegen der Roten Karte auf jeden Fall. „Ich hoffe, dass er nur ein Spiel gesperrt wird“, sagt Cheftrainer Daniel Thioune am Tag nach der Bremer 1:3-Niederlage beim 1. FC Köln. Denn die Alternativen sind rar gesät.
Personal-Update: Viele Innenverteidiger fraglich - auf wen kann Werder Bremen gegen den HSV setzen?
Amos Pieper ist noch da, Maximilian Wöber hat am Montag immerhin individuell trainiert, um nach monatelanger Verletzungspause vielleicht doch nochmal ein Faktor beim SV Werder Bremen zu werden. Aber sicher nicht in der Startelf am Samstag. Und sonst? Julian Malatinis Saison ist bereits beendet (Riss des Syndesmosebandes im Sprunggelenk), bei Niklas Stark (Hüftprobleme) muss schon seit geraumer Zeit Woche für Woche aufs Neue bewertet werden, ob er überhaupt ein Fall für den Kader ist. Bleiben noch die Youngster Mick Schmetgens und Karim Coulibaly, von denen Letzterer die schlüssigste Option für einen Einsatz gegen den Hamburger SV ist. Nach zuvor muskulären Problemen und einem Infekt ist aber auch der 18-jährige Aufsteiger nicht bei 100 Prozent. Der etwas mehr als 45-minütige Auftritt gegen den 1. FC Köln hat daran nichts geändert.
„Er ist nicht ganz schadlos aus dem Spiel gegangen und merkt auch wieder ein bisschen was“, sagt Daniel Thioune, mindert die Sorgen aber immerhin minimal: „Das eine oder andere Wehwehchen ist da, aber keine Verletzung im eigentlichen Sinne.“ Es bleibt die Hoffnung, dass Coulibaly gegen seinen Ex-Club wird spielen können. Aber: „Wir müssen sehen, wie er das jetzige Spiel vertragen hat“, sagt der Cheftrainer des SV Werder Bremen. „Es sind schließlich nur wenige Tage bis Samstag.“
Werder Bremens Daniel Thioune über Victor Boniface: „Jeder Tag wird ihm und uns helfen, ein besseres Bild zu bekommen“
Ähnlich sieht die Lage in der Offensive aus, wo Jovan Milosevic noch immer an den Folgen seiner Rückenbeschwerden leidet – und Victor Boniface aufgrund seiner körperlichen Verfassung kein Faktor ist. Schon jetzt scheint klar, dass der Nigerianer nicht in die Rolle eines möglichen Derbyhelden schlüpfen wird. „Jeder Tag wird ihm und uns helfen, ein besseres Bild zu bekommen“, meint Daniel Thioune – und der Coach des SV Werder Bremen fügt an: „Ich schließe hier gar nichts aus – aber ich würde mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, dass sich die Situation zum kommenden Wochenende schon verändern wird.“ (mbü)
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