Sechs Monate bei Werder
Werders Leiter Profifußball Niemeyer zieht erste Bilanz: „Ich bin total glücklich, wieder zurück in Bremen zu sein“
Seit sechs Monaten ist Peter Niemeyer zurück bei Werder Bremen. Jetzt hat der Leiter Profifußball ein ausführliches Fazit gezogen.
Bremen – Die ersten sechs Monate sind rum. Seit dem 16. Juni fungiert Peter Niemeyer nun schon an alter Wirkungsstätte in neuer Funktion - als Leiter Profifußball und Lizenzbereich. Als solcher arbeitet er eng mit der Mannschaft und dem Staff zusammen. Aber obwohl der 41-Jährige einst selbst Profi beim SV Werder Bremen (2007 bis 2010, 56 Pflichtspiele) war, ist doch vieles neu für ihn gewesen. Sein sportlicher Abschied vom Osterdeich liegt schließlich schon fast 15 Jahre zurück. Die anstehenden Feiertage und der kurze Urlaub bieten Niemeyer nun nicht nur erstmals seit Amtsantritt die Gelegenheit, mal ein paar Tage durchzuatmen, sondern auch die Chance, eine erste kleine Bilanz seines Schaffens zu ziehen.
Werder Bremens Peter Niemeyer: „Am Anfang war es schon ein bisschen ruckelig“
„Ich glaube, dass die Mannschaft es mir echt einfach gemacht hat“, lobt der gebürtige Westfale, der sich selbst als „Bindeglied zwischen Sportchef Clemens Fritz und der Profiabteilung“ sieht und „ein Sparringspartner für Ole Werner“ sein will. Bei Werder Bremen entlastet er den Cheftrainer in der Öffentlichkeitsarbeit und steht den Medien für Nachfragen zur Verfügung. Dazu ist er häufig beim Training dabei und sitzt bei den Bundesliga-Spielen mit auf der Bank. Das macht Peter Niemeyer großen Spaß. Allerdings, gesteht der Ex-Sportchef von Preußen Münster, sei es nicht ganz leicht gewesen, sich in die neue Aufgabe reinzufuchsen. „Am Anfang war es schon ein bisschen ruckelig, aber dann war es angenehm, mit der Mannschaft zu arbeiten“, sagt er. Was genau er damit meint, behält er zwar für sich. Immerhin lässt sich aber mit Fug und Recht behaupten, dass das vergangene Halbjahr mit Niemeyer sportlich betrachtet hervorragend verlief.
Der SV Werder Bremen zeigt überwiegend konstante Leistungen und überwintert in der Bundesliga mit 25 Punkten aus 15 Spielen auf Rang sieben – im Dunstkreis der internationalen Plätze. Zudem hat sich die Werner-Elf fürs DFB-Pokal-Viertelfinale qualifiziert. „Es macht total viel Spaß. Ich bin sehr glücklich, wieder zurück in Bremen zu sein und mit der Mannschaft arbeiten zu dürfen“, betont da auch Peter Niemeyer. Auch wenn es immer mal wieder Rückschläge gibt. „Wir hatten sicherlich auch mal ein paar Themen, aber wir haben immer gesagt, wenn wir da sein müssen, sind wir da. Das haben die Jungs wirklich fast in Perfektion gezeigt“, lobt Niemeyer und nennt exemplarisch einige Beispiele dafür: „Wenn ich mir rückblickend die bisherige Hinrunde anschaue, ist da das Mainz-Spiel in Unterzahl, das Hoffenheim-Spiel nach einem 0:3-Rückstand, das Kiel-Spiel mit Burkeys Tor, und auch im DFB-Pokal das späte Tor. Das sind für mich totale Charakterspiele und die haben wir bravourös gemeistert.“
Werder Bremens Peter Niemeyer: „Deswegen ist jetzt erstmal entspannung angesagt“
Um den Lauf von vier Pflichtspielsiegen in Serie nun über die Winterpause hinweg im neuen Jahr fortzusetzen, hat Niemeyer ein Erfolgsrezept: „Wir müssen immer wieder ein Gleichgewicht zwischen Entspannung und Spannung hinbekommen. Wir wollen akribisch weiterarbeiten, aber auch mal Fünfe gerade sein lassen. Deswegen ist jetzt erstmal Entspannung angesagt. Die kurze Pause haben sich alle Jungs redlich verdient.“ Auch Niemeyer will es nach kräftezehrenden Monaten nun erstmals etwas ruhiger angehen lassen. „Ich freue mich total auf die Feiertage und werde dann auch mal mein Handy weglegen.“ (mwi)