Werder mit perfektem Jahresabschluss
Gute Pause, schlechte Pause? Werder surft auf einer Erfolgswelle, muss aber in den Winterurlaub – wie der Club damit umgeht
Vier Pflichtspielsiege in Serie: Der SV Werder Bremen surft auf einer Erfolgswelle, muss jetzt aber in den Winterurlaub – wie der Club damit umgeht!
Bremen – Der Endspurt konnte sich wahrlich sehen lassen. Das Punktekonto wurde in der Bundesliga mit dem 4:1-Sieg gegen Union Berlin noch einmal ordentlich aufpoliert, im DFB-Pokal gelang der Einzug ins Viertelfinale. Der SV Werder Bremen befindet sich gerade richtig im Flow, wie es neudeutsch so gern heißt. Der Ritt auf der Erfolgswelle muss aber notgedrungen unterbrochen werden, die weihnachtliche Auszeit samt Testspiel gegen Twente Enschede gibt den Spielverderber. „Wir freuen uns auf die Winterpause, auch wenn sie rein sportlich vom Zeitpunkt her nicht kommen müsste“, meint Cheftrainer Ole Werner, der aber versucht, das Positive in den Vordergrund zu heben: „Sie gibt uns die Möglichkeit, Kraft zu tanken.“
Werder Bremens Ole Werner: „Wir spielen guten Fußball, der sich auch in Ergebnissen widerspiegelt“
Und die werden die Bremer brauchen – schließlich kommen die entscheidenden Momente der Saison erst noch. Umso wichtiger ist die jetzige Basis, die mit 25 Punkten nach 15 Partien ziemlich rosig daherkommt. „Die Punktzahl ist Ausdruck dessen, wie die Mannschaft im letzten halben Jahr gearbeitet und sich entwickelt hat“, lobt Ole Werner. „Wir spielen guten Fußball, der sich auch in Ergebnissen widerspiegelt. Für uns wird es darum gehen, im neuen Jahr daran anzuknüpfen. Das ist nicht einfach, denn jedes Spiel ist eng.“ Dass rund ums Weserstadion bereits von der Rückkehr nach Europa geträumt wird, lässt der 36-Jährige locker an sich abperlen. Er fordert stattdessen: „Wir müssen immer an die absolute Grenze gehen und brauchen die gleiche Gier und Akribie bei der Arbeit im Training und im Spiel wie bisher. Es liegt an uns, wie viele Punkte wir holen – und dann wird man sehen, wohin uns das führt.“
Werder Bremens Marco Grüll: „Natürlich haben wir jetzt einen Lauf, aber ich glaube, jeder Spieler hat sich mal eine kurze Pause verdient“
Bis zum 2. Januar darf seine Mannschaft nun durchschnaufen, dann geht es zurück auf den Trainingsplatz. Drei Tage später folgt ein Test gegen Twente Enschede, am 12. Januar (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) wird der Ligabetrieb bei RB Leipzig fortgesetzt. „Natürlich haben wir jetzt einen Lauf, aber ich glaube, jeder Spieler hat sich mal eine kurze Pause verdient“, sagt Stürmer Marco Grüll. „Wir freuen uns trotzdem, wenn es wieder losgeht, aber jetzt hat jeder Spieler mal die Gelegenheit, mit der Familie Zeit zu verbringen.“ Und Peter Niemeyer als Leiter Profifußball des SV Werder Bremen erklärt: „Ich glaube, dass sich alle Spieler über diese Pause freuen. Es ist schon immer ein langes Jahr. Ich gönne es ihnen total, jetzt mal durchzuatmen.“ Zumal so ja auch ein wenig Zeit gewonnen wird, damit verletzte Profis wie Justin Njinmah, Felix Agu oder Leonardo Bittencourt gesund zurückkommen können.
Trotz der zurückliegenden intensiven Wochen und Monate hält sich der körperliche Verschleiß nach Empfinden von Ole Werner insgesamt aber in Grenzen. „Am Ende einer Hinserie spürst du mental sowie körperlich immer ein paar Sachen, auf der anderen Seite ist die Zeit bis zum Winter durch die vielen Länderspielpausen stets etwas weniger intensiv als die Zeit, die jetzt auf uns wartet“, sagt der 36-jährige Chefcoach des SV Werder Bremen. Peter Niemeyer baut in diesem Zusammenhang darauf, dass die Balance zwischen beiden Faktoren auch in Zukunft stimmt. „Wenn du physisch gut drauf bist, dann wirst du auch mental stärker“, meint er. „Nichts geht über Siege. Das ist die beste teambildende Maßnahme. Das hat man auch jetzt gemerkt: Du hast ein Selbstverständnis, die Abläufe sind in der ganzen bisherigen Hinrunde da gewesen. Das fühlt sich gerade gut an.“ (mbü)