Erst EM, dann Bundesliga
Kein Platz für Juwelen-Diebe: Wie es für Werders Toptalent Covic weitergeht
Patrice Covic nimmt mit der U19 Kroatiens an der Europameisterschaft teil. Danach soll er auch beim SV Werder Bremen voll durchstarten.
Die offizielle Einladung ist dem SV Werder Bremen längst ins Haus geflattert, am kommenden Montag geht’s dann auch offiziell los: das EM-Abenteuer für Patrice Covic. Erst einmal steht die Vorbereitungsphase mit der kroatischen U19-Nationalmannschaft an, exakt zwei Wochen später erfolgt dann der erste Anpfiff für das Team des jungen Mittelfeldspielers. Erster Gegner während der Gruppenphase ist die Ukraine, es folgen Duelle mit Italien und Serbien.
Gelingt der Sprung ins anschließende Halbfinale, könnte Patrice Covic mit großer Wahrscheinlichkeit schon die ersten Pläne für den Sommer 2027 schmieden – denn als einer der vier Besten Europas ginge es dann für Kroatien zur U20-WM. Keine schlechten Aussichten für einen jungen Mann, auf den die Verantwortlichen des SV Werder Bremen große Stücke halten und der in der kommenden Saison an der Weser noch mehr im Rampenlicht stehen soll. Wenn alles wie geplant läuft.
Top-Talent Patrice Covic will und braucht Spielzeit – und soll diese bei Werder Bremen bekommen
Denn oberstes Gebot ist: Spielzeit. Diese will und muss Patrice Covic bekommen. Stagnieren soll seine noch junge Karriere schließlich nicht. In der abgelaufenen Saison kam er zwar auf 16 Pflichtspieleinsätze bei den Profis, doch die verteilten sich eben auf insgesamt nur 413 Minuten. Wenig verwunderlich also, dass der gebürtige Berliner häufiger zeigen will, was er kann. Bei der U19-EM wird er das zweifelsfrei tun können, der Youngster mit der Nummer zehn auf dem Rücken gilt auch in seiner Heimat als ganz großes Juwel seiner Altersklasse. Und offenbar nicht nur dort, denn zuletzt gab es einen Bericht, dass auch der italienische Club Udinese Calcio den Youngster im Visier habe. Aber: Trotz des transportierten Interesses ist nach DeichStube-Informationen bei Werder Bremen weiter keinerlei Anfrage für Covic eingegangen.
Zumal ohnehin wenig Lust vorhanden ist, den 18-Jährigen abzugeben. Mit Patrice Covic hat Werder Bremen noch viel vor – und da es nach aktuellem Stand noch einige Vakanzen in der Zentrale gibt, ist die Aussicht auf mehr Spielzeit fraglos vorhanden. Chuki-Verpflichtung hin oder her. Sollten die Bremer bis zum Ende der Transferperiode aber doch noch ein Überangebot im eigenen Mittelfeld produzieren, käme es nicht unerwartet, wenn Covic womöglich doch noch verliehen wird, um die von allen Seiten erwünschte Spielpraxis zu erhalten. Die bevorzugte Option ist das aber nicht. Der Sohn von Ex-Profi Ante Covic soll am liebsten unter eigener Obhut reifen.
Top-Talent Patrice Covic ist bei der U19-EM dabei – auch der SV Werder Bremen schaut genau hin
Auch deshalb wird Werder Bremen jetzt ganz dicht dran sein, wenn die EM läuft. Top-Talente-Manager Björn Schierenbeck ist in Wales live vor Ort, um zugleich Beobachter und Ansprechpartner im Bedarfsfall zu sein. Auch Besuche von Peter Niemeyer, Werders Leiter Profifußball, sind im Verlauf der Europameisterschaft nicht ausgeschlossen. Wegen der eigenen Schützlinge, aber auch um eine gewisse grün-weiße Präsenz zu zeigen und die Konkurrenz zu beobachten. Ganz generell blickt Niemeyer sehr gespannt auf das kontinentale Kräftemessen. „Solch ein Turnier bringt den Jungs sehr viel für ihre Entwicklung“, sagt er im Gespräch mit der DeichStube. „Patrice Covic oder auch Mick Schmetgens haben schon ihre ersten Erfahrungen bei den Profis in der Bundesliga sammeln können und werden jetzt auch an der EM wachsen.“
Die Gegebenheiten sind dabei kaum mehr mit denen der Vergangenheit vergleichbar. „Man erkennt an der Veranstaltung die gesamte Entwicklung im Fußball: Früher war vielleicht punktuell bei U21-Turnieren mal ein Spieler dabei, der schon Profierfahrung gesammelt hat, jetzt tun das bei allen Nationen schon viele U19-Talente. Deshalb ist das ein hochkarätig besetztes Turnier, bei dem ein hohes spielerisches Niveau zu erwarten ist“, betont Werder Bremens Peter Niemeyer und schiebt hinterher: „Umso schöner, dass wir Jungs dabeihaben, die da ihre nächsten Schritte machen.“ (mbü)
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