Polizei-Einsatz vor Gästeblock
Werder-Sieg mit Beigeschmack: Fan-Ausschreitungen in Wolfsburg sorgen für Diskussionen
Vor dem Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg kam es zu Ausschreitungen vor dem Gästeblock - inklusive mehrerer Festnahmen!
Der wichtige Auswärtssieg des SV Werder Bremen beim VfL Wolfsburg (1:0) wurde von unschönen Szenen rund um die Volkswagen Arena begleitet. Vor dem Anpfiff kam es im Bereich des Gästeeingangs zu mehreren Auseinandersetzungen zwischen Werder-Anhängern, Ordnern und der Polizei – mit unterschiedlichen Darstellungen der beteiligten Seiten im Nachgang. Nach Angaben der Wolfsburger Polizei soll ein Gästefan versucht haben, einen nicht zugelassenen Gegenstand ins Stadion zu bringen. Als Ordner einschritten, solidarisierten sich weitere Bremer Anhänger und griffen diese laut Polizei „massiv“ an. Dabei seien mehrere Ordner verletzt worden. In der Folge sei auch die Polizei eingeschritten, habe mehrfach „unmittelbaren Zwang“ angewendet und insgesamt zehn Personen vorläufig festgenommen. Zudem wurden laut Mitteilung drei Beamte leicht verletzt. Auch der VfL Wolfsburg sprach von einem „massiven Angriff auf Ordner“, nachdem versucht worden sei, unerlaubte Fanmaterialien ins Stadion einzuschmuggeln.
Fanvertretung „Grün-Weiße Hilfe“ kritisiert das Vorgehen der Polizei beim Spiel zwischen Werder Bremen und VfL Wolfsburg scharf
Eine deutlich andere Perspektive schildert hingegen die Bremer Fanvertretung „Grün-Weiße Hilfe“, die das Vorgehen der Polizei scharf kritisiert und von mehreren „massiven Gewaltanwendungen“ berichtet. Demnach habe es laut Stellungnahme „gezielte Schläge – auch gegen bereits am Boden liegende Personen – sowie ein insgesamt aggressives Auftreten der Einsatzkräfte“ gegeben. Zudem sei eine größere Gruppe von Werder-Fans die Treppe hochgedrängt worden. Als Reaktion auf die Vorfälle entschied sich die aktive Fanszene von Werder Bremen, den Gästeblock noch vor Anpfiff wieder zu verlassen. In der Folge blieben große Teile des Gästeblocks leer, zahlreiche Anhänger verharrten außerhalb oder im Ausgangsbereich des Stadions. Laut Polizei sei es den Fans jedoch jederzeit möglich gewesen, in den Block zurückzukehren und das Spiel von Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg zu verfolgen.
Werder Bremens Clemens Fritz über Vorfälle: „Ich habe es natürlich mitbekommen, aber wir müssen das erstmal für uns aufarbeiten
Die Ereignisse blieben auch innerhalb der Mannschaft nicht unbemerkt. „Der Trainer hat uns nach dem Warmmachen gesagt, dass es Probleme gibt und dass manche Fans nicht ins Stadion kommen“, berichtete Leonardo Bittencourt nach dem Spiel. „Deshalb gilt der Sieg auch denjenigen, die heute nicht ins Stadion gekommen sind.“ Auch Clemens Fritz, Sportchef des SV Werder Bremen, zeigte sich betroffen, hielt sich mit einer abschließenden Bewertung jedoch zurück: „Ich habe es natürlich mitbekommen, aber wir müssen das erstmal für uns aufarbeiten. Wenn du vor dem Spiel hörst, dass unsere Fanszene nicht im Stadion sein kann, macht das etwas mit dir.“ Auch Werder selbst hat auf Nachfrage der DeichStube angekündigt, sich zunächst ein umfassendes Bild der Situation verschaffen zu wollen, bevor eine abschließende Beurteilung erfolgt.
Im Stadion waren trotz des teilweise leeren Gästeblocks letztlich dennoch deutlich mehr Fans des SV Werder Bremen als aufgrund der strikten Ticketvorgaben im Vorfeld erwartet. Torhüter Mio Backhaus nahm die Stimmung daher im Nachgang trotz der Umstände differenziert wahr: „Es hat sich trotzdem angefühlt wie ein Heimspiel.“ Während die sportliche Seite für Werder mit einem wichtigen Sieg im Abstiegskampf an diesem Samstagnachmittag positiv verlief, dürften die Vorkommnisse rund um das Spiel die Beteiligten noch weiter beschäftigen. (bvo)
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