Wieder kein Treffer
„Nervt mich, dass es einfach nicht klappt“: Werder-Profi Lynen wird seinen Tor-Fluch einfach nicht los
Senne Lynen nervt es, dass er seinen Tor-Fluch bei Werder Bremen einfach nicht los wird. Trainer Daniel Thioune glaubt aber an den ersten Treffer.
Beinahe neidvoll blickt Senne Lynen auf die Abschlussqualitäten von Jens Stage. Natürlich freut sich auch der Belgier enorm darüber, dass sein Teamkollege aktuell Tor um Tor für den SV Werder Bremen erzielt und der Mannschaft dadurch enorm im Abstiegskampf hilft. Aber: „Er hat gerade eine Phase, in der die Sterne gut stehen, er aufs Tor schießt und alle Bälle gehen rein. Das ist so ein Moment, den ich auch mal brauche“, sagt Lynen und hat damit seinen persönlichen Casus knacksus formuliert. Gegen den VfB Stuttgart hat es auch im 92. Liga-Anlauf wieder nicht zu einem Treffer für den 27-Jährigen gereicht, dabei hatte es früh in der Partie eine hochkarätige Doppelchance für ihn gegeben. Doch Lynen verfehlte – mal wieder – das Ziel. „Ich bin sehr nah dran, aber es nervt mich, dass es einfach nicht klappt.“
Senne Lynen baut Torlos-Rekord bei Werder Bremen aus - Trainer Daniel Thioune glaubt an Ende des Fluchs
Den vereinsinternen Uralt-Rekord von Klaus Fichtel, dem einst während all seiner 75-Bundesliga-Partien für Werder Bremen kein Tor gelungen war, hat der Mann aus Antwerpen längst geknackt. Und er schraubt die ungeliebte Bestmarke Woche für Woche in die Höhe. Von den Mitspielern kassiert Senne Lynen deshalb ab und an kesse Sprüche, Chefcoach Daniel Thioune bleibt derweil gelassen. „Ich bin niemand, der immer nur schwarz und weiß sieht. Ich sehe auch die Helden, über die wenig geredet wird, die aber unglaubliche Faktoren in unserem Spiel sind“, meint der 51-Jährige. „Wenn ich sehe, wie Senne und auch Cameron Puertas gegen Stuttgart defensiv gearbeitet, Meter abgerissen und Löcher geschlossen haben, dann muss ich sie erst einmal darauf reduzieren. Denn das ist etwas, was beide sehr gut können.“ Dennoch sagt auch Thioune: „Klar, Senne muss zusehen, dass er irgendwann mal auf der Anzeigetafel stattfindet. Es ist immer ein schöner Moment, wenn man sein erstes Tor erzielt – und das wird bei Senne passieren, davon bin ich überzeugt.“
Wenn Senne Lynen sein erstes Tor für Werder Bremen schießt, „muss“ er wohl eine große Party schmeißen
Nur wann? Das bleibt die große Frage. Womöglich am kommenden Samstag, wenn Werder Bremen ab 15.30 Uhr (im DeichStube-Liveticker) den FC Augsburg im Weserstadion empfängt. Ginge es nach Lynen selbst, dann soll der Makel so schnell wie möglich behoben werden. „Ich arbeite dran, und im Training geht es manchmal auch echt gut. Da gehen die Bälle rein“, sagt er. „Irgendwann muss es jetzt echt einfach mal klappen.“ Auch wenn es dann teuer für Werders Mittelfeldspieler werden könnte. Senne Lynen ahnt nämlich, dass er dann eine große Party für die Mannschaft wird schmeißen müssen. „Ja“, sagt er lachend, „ich glaube schon, dass ich das tun muss.“ (mbü)
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