Frühe Auswechslung
Werder-„Bauernopfer“ Musah erlebt bitteres Startelf-Debüt – neue Chance gegen BVB?
Salim Musah wurde bei seinem Startelf-Debüt für Werder Bremen früh ausgewechselt. Trainer Daniel Thioune erklärt die Entscheidung und macht Hoffnung.
Als Daniel Thioune Salim Musah bei dessen Startelf-Debüt nach gerade einmal zwölf Minuten wieder vom Feld holte, nahm der Trainer des SV Werder Bremen den jungen Angreifer zunächst länger in den Arm. Viel sagen musste Thioune in diesem Moment wohl nicht. Musah wusste selbst, dass seine frühe Auswechslung bei der späteren 0:1-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim nichts mit seiner Leistung zu tun hatte. Nach der frühen Roten Karte gegen Yukinari Sugawara (2.) hatte Thioune reagieren müssen – und der 20-Jährige wurde zum Leidtragenden der taktischen Umstellung. „Er war sehr froh und aufgeregt, starten zu dürfen. Dann war er nach dem frühen Platzverweis das Bauernopfer“, erklärte Thioune einen Tag nach der Partie. Statt Musah blieb Justin Njinmah auf dem Platz. „Mit seinem Tempo hat er viel aufgerissen. Für Salim war das nachvollziehbar.“ Wirklich zeigen, warum er erstmals in die Bundesliga-Startelf der Bremer berufen worden war, konnte Musah dadurch allerdings nicht.
Salim Musah erlebt bitteres Startelf-Debüt beim SV Werder Bremen – doch ihm gehört die Zukunft
Und trotzdem: Wer den Youngster rund um die Mannschaft erlebt, merkt schnell, dass der gebürtige Oldenburger mit der Situation erstaunlich reflektiert umgeht. Noch am Abend postete Salim Musah Bilder seines besonderen Tages in den sozialen Netzwerken – allerdings komplett unkommentiert. Kein Frust, keine großen Worte. Einfach nur Eindrücke eines bitteren Nachmittags. Innerhalb des Vereins genießt Musah so oder so großes Vertrauen, nach DeichStube-Informationen plant Werder Bremen mit dem Stürmer fest für die kommende Saison. Umgekehrt kann sich Musah ebenfalls gut vorstellen, seinen Weg weiter am Osterdeich zu gehen. Intern gilt der Offensivspieler trotz seines jungen Alters als sehr bodenständig.
Nach bitterem Startelf-Debüt für Salim Musah: Neue Chance bei Werder Bremen gegen Borussia Dortmund?
Sportlich hinterließ Salim Musah in seinen ersten Monaten unter Thioune ebenfalls bereits Spuren. In der Rückrunde kam er bislang auf sieben Einsätze, sechs davon als Joker. In insgesamt 127 Bundesliga-Minuten gelang ihm dabei ein Treffer. Vor allem seine körperliche Präsenz und Dynamik machen ihn für Werder Bremen zu einem spannenden Profi. Dass Rückschläge wie gegen Hoffenheim für junge Spieler dazugehören, weiß auch Teamkollege Olivier Deman: „Ja klar, das ist scheiße für ihn. Aber das gehört zum Profifußball dazu.“ Gleichzeitig ist sich der Belgier sicher: „Er bekommt noch seine Chance. Die hat er sich selbst erarbeitet.“
Bereits am kommenden Wochenende dürfte es soweit sein, denn Thioune deutete bereits an, dass Salim Musah im letzten Saisonspiel des SV Werder Bremen gegen Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) wohl erneut beginnen darf. „Wenn nicht besonders viel passiert und er es in der Woche ordentlich macht, dann ist es kein Geheimnis, dass er gegen Dortmund nochmal das Vertrauen von mir bekommt“, sagte der Werder-Coach. Viel Zeit, sich zu zeigen, hatte Musah in Hoffenheim schließlich nicht. (bvo/dco)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Tobias Wentzell
