Werder-Talent gibt Debüt
Premiere mit Lerneffekt: Werder-Talent Covic erlebt wechselhaftes Profi-Debüt
Patrice Covic hat beim DFB-Pokal-Aus des SV Werder Bremen bei Arminia Bielefeld sein Profi-Debüt gefeiert - wie Trainer Horst Steffen und Sportchef Clemens Fritz den Auftritt des Top-Talents bewerten!
Bremen – Das Spiel hatte noch gar nicht begonnen, da gab es von Patrice Covic auch schon die erste Entschuldigung. Das Mittelfeldtalent des SV Werder Bremen hatte sich beim Warmmachen vor dem DFB-Pokalduell bei Arminia Bielefeld (0:1) eine Spur zu lang im gewohnten Umfeld der Ersatzspieler aufgehalten – und so verpasst, wie die Startformation des Bundesligisten an der gegenüberliegenden Außenbahn bereits ihr obligatorisches Aktivierungsprogramm mit Athletiktrainer Günther Stoxreiter abspulte. Nach einem beherzten Sprint stieß Covic doch noch verspätet hinzu und hoffte mit einer „Ich habe nichts gehört“-Geste auf Verständnis. Es war der kuriose Einstieg in einen besonderen Abend für den 18-Jährigen, der in Ostwestfalen etwas überraschend von Beginn an sein Profi-Debüt feierte und den Vorzug vor Neuzugang Samuel Mbangula erhielt.
Werder Bremens Horst Steffen über Patrice Covic: „Er ist laufstark, spielintelligent und hat Abschlüsse, die oft auch im Tor landen können“
„Patrice hat eine gute Vorbereitung absolviert, das haben alle gesehen“, begründete Chefcoach Horst Steffen später seine Entscheidung. „Er ist laufstark, spielintelligent und hat Abschlüsse, die oft auch im Tor landen können. Samuel hat dagegen sieben Trainingseinheiten bei uns gehabt, was nach einer langen Pause nicht ausreichend ist. Ich hatte das Gefühl, dass es keinen Sinn ergibt, ihm da direkt 90 Minuten anzutun. Wir dürfen keine Verletzungen riskieren.“ Patrice Covic war die Nervosität bei seiner Premiere deutlich anzumerken, erst nach und nach agierte das Top-Talent des SV Werder Bremen ruhiger und sicherer, bereitete gegen Arminia Bielefeld unter anderem schön eine aussichtsreiche Chance von Felix Agu vor (33.).
Kleine, aber entscheidende Ausnahme: Vor der Gelb-Roten Karte von Leonardo Bittencourt (54.) war es der kroatische Junioren-Nationalspieler, der seinen Teamkollegen mit einem schlechten Zuspiel gehörig unter Druck setzte – auch wenn der Routinier des SV Werder Bremen diese Situation nach erst kurz zuvor erhaltener erster Verwarnung anders lösen muss. Mit dieser Szene bekam Patrice Covic dennoch vor Augen geführt, wie folgenschwer sich Fehler auf diesem Niveau rächen. Eine Schelte gab es für ihn hinterher trotzdem nicht, im Gegenteil. Fußball-Chef Clemens Fritz war voll des Lobes für das Talent, das die Bremer Zukunft maßgeblich mitgestalten soll. „Ich fand sein Debüt sehr gut. Er war unglaublich ballsicher und aktiv“, bilanzierte der 44-Jährige. „Er ist viel gelaufen, hat viel gearbeitet – auch gegen den Ball. Hier in Bielefeld, für sein erstes Spiel im Profikader kann ich ihm nur ein Kompliment aussprechen. Ich fand es klasse, was er gemacht hat.“ (mbü)
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