Werder gewinnt 2:0 gegen Union

Mit den eigenen Waffen geschlagen: Werders Sieg gegen Union Berlin in der Taktik-Analyse

Trainer Ole Werner hat den Werder Bremen-Profis den richtigen Matchplan mit auf den Weg gegeben. Die Taktik-Analyse zum Heimsieg gegen Union Berlin.
+
Trainer Ole Werner hat den Werder Bremen-Profis den richtigen Matchplan mit auf den Weg gegeben. Die Taktik-Analyse zum Heimsieg gegen Union Berlin.

Werder Bremen hat das richtungsweisende Duell gegen Union Berlin gewonnen. Beim 2:0-Sieg überzeugte die Bremer Defensive mit Tugenden, die man früher von den Köpenickern gewohnt war. Die Taktik-Analyse zum Heimsieg von Tobias Escher.

Kompakt verteidigen, wenige Chancen zulassen, Standards nutzen: Mit dieser Formel feierte Union Berlin in den vergangenen Jahren herausragende Erfolge. Kaum ein Gegner fand ein Rezept gegen ihr kompaktes 5-3-2-System. Zuletzt funktionierte die Spielweise der Berliner nicht mehr, der Champions-League-Teilnehmer kassierte neun Niederlagen am Stück. Gegen Werder Bremen folgte die zehnte – und das auf eine durchaus ironische Weise: Werder schlug den Favoriten aus Köpenick mit dessen eigenen Waffen.

Werder Bremen gegen Union Berlin in der Taktik-Analyse: 5-3-2-System trifft auf 5-3-2-System

Werder Bremens Trainer Ole Werner plagten im Vorfeld der Partie Personalsorgen. Seine Startelf stellte sich angesichts zahlreicher Verletzungen fast von selbst auf. Im Vergleich zur 0:1-Niederlage bei Borussia Dortmund nahm der Cheftrainer nur eine Änderung vor: Rafael Borré startete für Dawid Kownacki. Werner vertraute auch im Duell mit den punktgleichen Unionern auf das bekannte 5-3-2-System.

Union-Coach Fischer bevorzugt ebenfalls das 5-3-2. Beide Teams liefen in derselben Formation auf. Schnell wurde deutlich, dass Fischers Mannschaft Werder Bremens linke Abwehrseite als Schwachstelle auserkoren hat. Stürmer Sheraldo Becker agierte als verkappter Rechtsaußen, immer wieder rückte er auf die eigene rechte Seite.

Union Berlin versuchte über zwei Wege, Werders linke Seite zu bespielen: Plan A waren direkte Bälle des rechten Innenverteidigers Leonardo Bonucci die Linie entlang auf Becker. Plan B sah lange Bälle auf Stürmer Kevin Behrens vor. Der Neu-Nationalspieler sollte diese Bälle in den Lauf von Becker weiterleiten. Fast das gesamte Berliner Spiel lief über die linke Bremer Seite.

Union Berlin hält Werder Bremens Mitchell Weiser aus dem Spiel - die Taktik-Analyse zum Heimsieg

Auffällig war, dass Union Berlin nicht nur im eigenen Spielaufbau Werder Bremens linke Seite suchte. Auch gegen den Ball wollten die Berliner das Spiel zu Werders Linksverteidiger Olivier Deman lenken. Während Rechtsverteidiger Mitchell Weiser und Milos Veljkovic sofort gestört wurden, erhielten Deman und sein Nebenmann Anthony Jung mehr Zeit am Ball. Union wollte offensichtlich dafür sorgen, dass das gesamte Spiel auf Demans Seite stattfindet. Mitchell Weiser sollte offensiv nicht in Erscheinung treten.

Zwar setzte Union Berlin mit Angriffen über diese Seite erste Akzente. Doch Werder Bremen konnte sich recht schnell auf diese - im wahrsten Sinne des Wortes - einseitige Taktik einstellen. Für die Bremer stand in diesem Spiel die Kompaktheit im Vordergrund: Sie wollten im 5-3-2-System das Mittelfeld blockieren. Im Anschluss rückten die Bremer auf die Flügel heraus, um die Gegenspieler zu isolieren.

Nur selten wagten beide Teams ein hohes Pressing. Bei beiden Mannschaften rückte dazu ein Mittelfeldspieler auf. Romano Schmid bewegte sich häufig nach vorne, um zusammen mit Werder Bremens Doppelsturm die gegnerische Abwehrreihe anzulaufen. Union agierte etwas passiver, nur selten ging Mittelfeld-Mann Brenden Aaronson zum Pressing über. Beide Teams neutralisierten sich mit ihrer ähnlichen Formation, niemand erspielte sich einen Vorteil. So entstand ein Spiel ohne nennenswerte Highlights.

Die Grafik zeigt die Formationen beider Teams. Union Berlin versuchte, vor allem über die eigene rechte - also Werders linke - Seite anzugreifen. Werder Bremen wiederum wechselte in der Defensive flexibel zwischen Zwei-Mann- und Drei-Mann-Pressing, je nachdem, ob Schmid aufrückte oder nicht.

Werder Bremen und der defensive „Käfig“: Das Remis beim VfL Wolfsburg in der Taktik-Analyse!

Taktik-Analyse: Union Berlin fehlt gegen Werder Bremen die zündende Idee

Der Führungstreffer für Werder Bremen – ein Eigentor nach einem Standard (38.) – fiel aus dem Nichts. Er spielte den Bremern in die Karten. Sie konnten sich nun vollends auf ihre starke Defensive konzentrieren. Hatte ihr Ballbesitzwert zuvor rund 55 Prozent betragen, sank er zwischen der 60. und 40. Minute auf 40 Prozent. Werder verteidigte im kompakten 5-3-2 und überließ Union den Ball.

Den Gästen fehlten Mittel und Wege, die Bremer Abwehr zu knacken. Nach der Pause wechselte Becker von der rechten auf die linke Seite, Union Berlin fokussierte sich nun auf Angriffe über links. Die Zuspiele auf Becker kamen aber weiterhin zu ungenau. Werder Bremen begnügte sich damit, zweite Bälle zu erobern und das Spiel so vom eigenen Strafraum fernzuhalten

Endgültig auf die Siegerstraße gelangte Werder Bremen nach der Roten Karte gegen Rani Khedira (60.). Union war gezwungen, fortan im 5-3-1 aufzutreten. Ein Pressing war in dieser Formation kaum mehr möglich. Die Bremer schraubten nun den eigenen Ballbesitzwert wieder hoch. Die Abwehrspieler ließen Ball und Gegner laufen. Werder band nun auch Weiser häufiger in den Spielaufbau ein. Sein Zusammenspiel mit Romano Schmid sorgte dafür, dass Union Berlin auch im Mittelfeld keinerlei Zugriff mehr erhielt.

In der Schlussphase läuft alles für Werder Bremen: Der Sieg gegen Union Berlin in der Taktik-Analyse

Bis zu diesem Zeitpunkt hat Werder Bremen nicht sonderlich druckvoll nach vorne agiert. Sie konzentrierten sich auf die Defensive. Dass mit der zweiten Chance auch zugleich der zweite Treffer fiel, passte zu einem rundum gelungenen Nachmittag. Veljkovic nutzte das fehlende Pressing der Unioner, um einen langen Ball in den Lauf von Marvin Ducksch zu spielen (75.). Der Bremer Treffer zum 2:0 beendete das Spiel praktisch. Union Berlins Versuche, im hohen 5-2-2 ein Tor zu erzwingen, fruchteten nicht.

Es war einer dieser Nachmittage, bei denen alles für Werder Bremen zusammenlief. Ein Eigentor brachte sie auf die Siegerstraße, eine Rote Karte besiegelte die Berliner Niederlage. Union Berlin fehlte die zündende Idee, wie sie das 5-3-2 der Bremer knacken wollen. Werders Faktor für den Sieg war die stabile Defensive. Sie verteidigten weniger mannorientiert als zuletzt, zugleich wechselten sie in den richtigen Momenten in ein 3-4-3. So fand Union nie ins Spiel. Letztlich schlug Werder den Gegner mit den eigenen Waffen.

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Kommentare