Starker Werder-Keeper

Lobeshymnen auf Werder-Torhüter Mio Backhaus: „Er spielt überragend“

Mio Backhaus zeigt im Spiel des SV Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart (1:1) erneut eine starke Leistung und erntet Lob von allen Seiten.

Am Ende war es Jens Stage, der den Titel des „Man of the Match“ beim Gastspiel in Stuttgart eingeheimst hatte – und dem das nicht wirklich gefiel. „Das finde ich nicht richtig“, sagte der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen kurz nach dem 1:1 in der baden-württembergischen Landeshauptstadt, denn der Däne hätte die Auszeichnung am liebsten ans ganze Team wegen der kämpferischen Darbietung weitergereicht. Es hätte allerdings auch noch einen anderen einzelnen Profi der Norddeutschen gegeben, dem die Anerkennung gut zu Gesicht gestanden hätte. Wie schon häufiger in dieser Saison. Mio Backhaus. Der Torhüter hatte einmal mehr eine starke Leistung gezeigt, die sich nicht nur im Vereiteln gegnerischer Großchancen (22.) ausdrückte, sondern in seinem gesamten Auftreten.

Gelöste Stimmung: Auch der starke Torhüter Mio Backhaus war nach Werder Bremens wichtigem 1:1-Remis beim VfB Stuttgart glücklich.

Werder Bremen adelt Mio Backhaus nach Remis beim VfB Stuttgart: „Seine Entwicklung ist überragend“

„Der Junge zeigt jede Woche, was er kann. Er ist so wichtig für uns“, schwärmte Olivier Deman. „Mio hat schon einige Punkte für uns gesammelt. Ich freue mich sehr für ihn. Er hat sich das alles Woche für Woche hart erarbeitet. Auch wenn es mal nicht so gut klappt, ist er in der Woche danach sofort wieder da. Daran sieht man, was für Qualitäten und welche Klasse er besitzt.“ Senne Lynen stimmte ebenfalls eine Lobeshymne auf den deutschen U21-Nationaltorhüter an. „Seine Entwicklung ist überragend, vor allem deshalb, weil wir keine leichte Saison haben. Chapeau, dass er in so wichtigen Spielen genau das macht, was er machen muss.“ Und nicht nur diese, sondern auch eine andere Selbstverständlichkeit imponiert dem Belgier: „Wir sagen mittlerweile so oft, dass wir das eigentlich alle schon von ihm erwarten. Das sagt sehr viel über ihn aus. Aber dass er das am Ende des Tages auch immer macht, ist echt krass.“ Auf die Frage, ob er Mio Backhaus zutraue, eines Tages A-Nationaltorhüter zu werden, sagte Lynen kurz und knapp: „Ja, klar!“

Die Erinnerungen verblassen in der Tat mehr und mehr, dass der 22-Jährige noch immer seine allererste Bundesliga-Saison überhaupt erlebt. Als Nachfolger des nach Frankfurt gewechselten Michael Zetterer waren große Hoffnungen in ihn gesetzt worden, doch wie abgeklärt der gebürtige Mönchengladbacher inzwischen Woche für Woche seinen Beitrag leistet, imponiert auch den Verantwortlichen. „Es gab den einen Fehler gegen St. Pauli – aber den hat jeder Torhüter mal drin. Ein Manuel Neuer, ein Alexander Nübel. Er spielt überragend“, adelte Werder Bremens Sportchef Clemens Fritz den Keeper. „Du kannst nie davon ausgehen, dass er solch eine starke Saison spielt. Aber er ist brutal stabil in seinen Leistungen, gibt uns enorm viel Sicherheit.“ Wie bei seinem Top-Reflex gegen Stuttgarts El Khannouss in Durchgang eins. „Wie er da den Arm hochzieht“, meinte Fritz, „ich habe das so schnell gar nicht gesehen.“

Werder Bremens Mio Backhaus lobt Kollektiv: „Jeder hat den Willen, des Tor zu verteidigen“

Mio Backhaus selbst geht gewohnt gelassen mit den Lobhudeleien um und richtig den Blick von sich lieber auf das Kollektiv. „Jeder hat den Willen, das Tor zu verteidigen und als Mannschaft zu agieren. Wenn ich ein paar Monate zurückblicke, dann war das nicht von Anfang an so“, ließ er nach dem Remis im Schwabenland aufhorchen. „Aber jetzt sind wir echt ein Team, jeder schmeißt sich für den anderen rein. Dann wirst du vielleicht mal ausgespielt, aber dann ist der andere da und bügelt das aus. Das macht uns gerade als Mannschaft aus, deshalb holen wir Punkte.“ Weitere sollen am kommenden Samstag (15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) im Heimspiel gegen den FC Augsburg folgen, denn dem tabellarischen Braten will Backhaus noch nicht trauen. „Ich bin ein relativ pessimistischer Mensch und gehe davon aus, dass die anderen Teams noch den einen oder anderen Dreier holen werden“, sagte Werder Bremens Nummer eins. „Deswegen dürfen wir auf keinen Fall lockerlassen. Der Punkt tut uns unfassbar gut, aber wir müssen nächste Woche unbedingt noch einen Schritt machen – und dann möchte ich eine kalte Apfelschorle trinken.“ (mbü/dco)

Rubriklistenbild: © Pressefoto Rudel/gumzmedia

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